
Zum 20. Mal am 15. Dezember der Aesculap Umweltpreis verliehen. Mit diesem Preis zeichnet die Aesculap AG richtungsweisende Projekte und Initiativen auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes aus. Die Preisträger sind der Tuttlinger Buchhändler und Umweltaktivist Christof Manz, die NABU Ortsgruppe Sigmaringen, die Abschlussklasse 2010/2011 der Tuttlinger Johann-Peter-Hebel-Schule sowie die Gründungs- und Aufbaugeneration des „Wurzelzwerge“ Naturkindergartens Niedereschach e.V.
„Für Umweltengagement braucht man Überzeugung, Durchhaltevermögen, Liebe zur Heimat und den Mut, unkonventionelle Wege zu gehen. Mit dem Aesculap Umweltpreis soll diese Leidenschaft für Natur honoriert werden und zum Weitermachen stimulieren,“ sagte Aesculap-Vorstandsmitglied Dr. Joachim Schulz bei der Preisverleihung. Seit der Einführung des Umweltpreises im Jahr 1992 hat Aesculap rund 155 000 Euro an Preisgeldern vergeben. Nach der Euro-Einführung wurde die Auszeichnung von 10 000 DM auf 10 000 Euro erhöht. In den letzten 20 Jahren sind über 300 Bewerbungen eingegangen zu Themen wie Naturschutz und Landschaftspflege, Umwelterziehung und -bildung, Artenschutz oder erneuerbare Energien.
Michael Hensch, Umweltbeauftragter der Stadt Tuttlingen und Vorsitzender der siebenköpfigen Jury, hob die Bedeutung eines langen Atems und Standhaftigkeit beim Umweltschutz hervor und gab anschließend die Preisträger bekannt. Dieses Jahr werden gleich zwei erste Preise vergeben.
Der erste 1. Preis in Höhe von 3500 Euro geht an Buchhändler Christof Manz, der in seinem „Stiefels Buchladen“ seit 1993 Raum für Diskussionen, Vorträge, Lesungen und Austausch rund um das Thema Umweltschutz gibt. Gemäß seiner Leitlinie „Umweltschutz braucht Öffentlichkeit“ hat er eine Vielzahl an ökologischen, aber auch sozialpolitischen Impulsen und Aktionen in und um Tuttlingen initiiert. „Du verstehst es wie kaum ein Anderer in dieser Stadt, Umweltschutz zu entpolitisieren. Am Ende war es das Gesamtwerk, das die Jury gar nicht anders entscheiden lassen konnte“, sagte Hensch in seiner Laudatio.
Der zweite 1. Preisträger, die NABU Ortsgruppe Sigmaringen, hat mit ihrem Beitrag zum Thema Naturschutz- und Landschaftspflege einen „echten Klassiker“ eingereicht. Seit über 30 Jahren betreut die Gruppe die Kruchenwieser Baggerseen mit einer Gesamtfläche von ca. 170 Hektar und ermöglicht dadurch wichtige Brutgebiete für viele Vogelarten. „Neben der klassischen Pflege durch Mensch und Tier, konnte uns vor allem die konzeptionelle Arbeit der Projektverantwortlichen überzeugen“, begründete Hensch die Juryentscheidung und stellte die „regelmäßige wissenschaftliche Dokumentation der Bestandsentwicklung und eine überzeugende Öffentlichkeitsarbeit“ heraus.
Ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro erhielt die Klasse H5, Schuljahr 2010/2011, der Tuttlinger Johann-Peter-Hebel-Schule, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Im Rahmen des Sachkundeunterrichts haben sich sechs Schüler als sogenannte „Umweltdetektive“ mit dem Thema Mülltrennung und Abfallverwertung beschäftigt. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Heidi Marquardt haben sie eine Powerpoint-Präsentation ausgearbeitet, um auch behinderte Kinder zum umweltbewussten Handeln zu sensibilisieren. „Für diesen besonders empfehlenswerten Beitrag in der inoffiziellen Kategorie „Basiswissen Umwelt“ erhält die ehemalige Klasse H5 den 2. Aesculap Umweltpreis“, so Hensch.
Die Gründungs-und Aufbaugeneration des „Wurzelzwerge“ Naturkindergartens Niedereschach e.V. wurde mit dem dritten Preis im Höhe von 1000 Euro ausgezeichnet. Vor über zwölf Jahren begann die Initiative mit ihrer Arbeit zur Gründung des Naturkindergartens. Das schließlich erfolgreich umgesetzte Projekt lebt vollständig von einem Kindergartenalltag in und unter der Natur. „Umweltschutz und ein achtsamer Umgang mit unserer Natur werden bei diesem naturpädagogischen Gesamtkonzept für die zahlreich teilnehmenden Kinder zum alltäglichen und selbsterklärenden Dauerprojekt“, lobte der Juryvorsitzende diesen „nachahmenswerten und von hohem Engagement getragenen“ Beitrag.