
Die diesjährige Preisverleihung fand am Montag, 13. Dezember 2004 im Hörsaal „Gottfried Jetter“ des Aesculapiums statt. 19 Beiträge wurden eingereicht. Einzelpersonen, Vereinigungen, Schulklassen und Interessengruppen hatten sich beteiligt. 9 Bewerber kamen aus dem Kreis Tuttlingen, die übrigen aus der näheren und weiteren Region.
Die Themen, mit denen sich die Einreicher beteiligt haben:In seiner Begrüßung hob Prof. Ungethüm hervor, dass Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit wesentliche Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens Aesculap darstellen. Der Ausgleich ökologischer, ökonomischer und sozialer Interessen spiegelt sich wieder in der Verantwortung für die Region, die Stadt und die Nachkommen.
In den vergangenen 10 Jahren hat Aesculap fast 8 Millionen Euro in umweltrelevante Anlagen und Einrichtungen investiert. Seit 1992 wurden rund 90.000,– Euro an Preisgelder vergeben, um Aktivitäten bekanntzumachen, zu fördern und zur Nachahmung anzuregen. In seiner Laudatio betonte der Vorsitzende der Jury Hans-Peter Seute, dass die Jury aus den eingegangen Beiträgen gewissenhaft die preiswürdigen herausgefiltert hat, um die Preisträger zu ermitteln. Nicht nur eine Bewerbung hat einen Preis verdient: 5 Preise wurden vergeben:
Den 1. Preis mit 2.000,– Euro erhält die Lokale Agenda Spaichingen Arbeitskreis Verkehr für ihren Beitrag „Spaichingen macht mobil“. Der Arbeitskreis Verkehr hat sich zum Ziel gesetzt: Die Mobilität in Spaichingen zu erhalten und das Auto weniger zu benutzen. Dazu waren Verbesserungen für den Radverkehr in Spaichingen notwendig: Absenken von Randsteinen zum besseren Auffahren auf den Radweg, Aufstellen von Fahrradständern im Stadtgebiet, Ausbau des Radwegnetzes, die Neuerstellung der veralteten Radwegkarte. Gefahrenstellen wurden entschärft. Der Radweg entlang der Hauptstraße erhielt eine neue Farblängsmarkierung. Am Westring wurden Mehrzweckstreifen markiert, dadurch deutliche Reduzierung der Geschwindigkeit für PKWs, mehr Sicherheit für Radfahrer. Ein Scherbentelefon wurde auf Anregung des Arbeitskreises eingerichtet. Alle Schüler der Spaichinger Schulen wurden über ihre persönliche Fahrradnutzung und die Benutzung von Verkehrsmitteln zur Schule befragt. Mit einem autofreien Sonntag in Spaichingen wurden die Aktivitäten von verschiedenen Vereinen und Organisationen zu einem Aktions tag gebildet.
Einen weiteren 1. Preis mit 2.000,– Euro erhält die Hornenbergschule Immendingen-Zimmern für ihren Beitrag „Reckhölderle, Biotop- und Landschaftspflege“. Die Schule pflegt zwei Standorte von Reckhölderle in Hintschingen und im Amtenhauser Tal auf sehr hochwertigen Flächen. (Reckhölderle: Heideröschen, Rosmarin-Seidelbast, Zwerg-Seidelbast. In Baden-Württemberg eine seltene Pflanze). Im März jeden Jahres sind 26 Schüler an drei Tagen à 3 Stunden im Einsatz, um den Pflanzen Luft und Licht für das Wachstum zu verschaffen. Anlässlich eines Waldtages im Mai kann die reiche Blüte besichtigt werden. Im Rahmen einer Computer AG wurde das Projekt an der Schule als PowerPoint-Präsentation aufbereitet: Zusammenwirken von Artenschutz, Umweltpädagogik und Computer wissen, fächerübergreifendes Lernen. Auf einer CD wurde ein Quiz um das Reckhölderle (spielerisches Lernen) entwickelt. Die Schule hat sich dauerhaft der Reckhölderle-Pflege verschrieben. Bereits 1993 reichten sie beim Aesculap-Umweltpreis den ersten Beitrag ein.
Außerdem erhielt einen 1. Preis mit 2.000,– Euro die innovation tours e.V. Freiburg für ihren Beitrag „Heute in die Zukunft reisen“. Dieser gemeinnützige Verein hat sich in der Region Trirhena (Dreiländereck Deutschland/Schweiz/Frankreich) angesiedelt. Die Förderung des Umwelt- und Landschaftschutzes, die Bildung von Schülern und Erwachsenen in umweltrelevanten Themen ist eine wesentliche Aufgabe. Für Studentengruppen, Gruppen von Repräsentanten aus Politik und Verwaltung werden innovative und zukunftsfähige Unternehmen, Institutionen und Modellprojekte besucht und Informationen zur Planung und zur Ausführung von Projekten vermittelt. Praktische Anschauungsbeispiele präsentieren Wissenswertes zu den Themen: Neues Bauen und Wohnen, Technik und Verkehr, Energie, sanfter Tourismus, Wassernutzung, Abfallwirtschaft. Für die Interessenten sind Besuche zu realisierten Projekten nachhaltig und nachahmenswert. Bedeutende Institutionen und Unternehmen aus der Region beteiligen sich an den Programmen von innovation tours e.V.
Den 2. Preis von 1.000,– Euro erhält Dr. Klaus-Peter Hipp aus Fridingen für seinen Beitrag „Ziegenbeweidung von Naturschutzgebieten“. Durch die Ziegenbeweidung werden herausragende Landschaftselemente erhalten und gefördert. Der Verbuschung und Verwaldung wird entgegengewirkt, die Hänge werden offen gehalten und die landschaftstypischen Felsnasen kommen so wieder zur Geltung. Gefährdete Pflanzen werden durch diese traditionelle Nutzung in ihrem Bestand gesichert. Küchenschellen und Orichdeenarten sind besonders schützenswert. 10,5 Hektar Flächen werden auf der Gemarkung Fridingen gepflegt. Zehn Walliser Schwarzhalsziegen, genügsam, robust und mit sicherem Tritt ausgestattet, beweiden seit 2003 die ausgewiesenen Biotope nach dem Landes-Naturgesetz Baden-Württemberg. Das Beweidungskonzept ist mit der Naturschutz-und Forstverwaltung abgestimmt.
Einen weiteren 2. Preis mit 1.000,– Euro erhält Familie Müller, Emmingen o.E. für Ihren Beitrag „Umweltbewusstsein und Umweltschutz auf dem Winklerhof“. Familie Müller hat mit der Renovierung des Winklerhofes die Möglichkeit geschaffen, „Umweltbewusstsein“ aktiv zu leben. Durch die ökologische Gestaltung des Hofes und die Pflege ökologischer Nischen ist ein vielseitiges Konzept umgesetzt worden. Erneuerbare Energie: Eine thermische Solaranlage heizt das Brauchwasser für 6-8 Personen, die Photovoltaikanlage mit 30 KW speist Strom in das öffentliche Netz ein. In der Holzzentralheizung wird Abfallholz verfeuert. Pflanzen und Insekten: Die Winklerwiesen wurden als Streuobstbestand wieder aufgebaut. Der alte Bauern- und Nutzgarten wird reaktiviert – ohne Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Im Rosengarten bieten sich neben der Farbenpracht und dem Duft auch eine Spielwiese für Insekten. Feuchtbiotope: Im alten Löschteich sammelt sich das Oberflächenwasser, ein Lebensraum für Amphibien. Vogelschutz: Die Ansiedlung von Rauchschwalben wird durch Nisthilfen und Schlammpfützen unterstützt. Durch die Tierhaltung: Angebot an Insekten. Nistgelegenheiten für Greifvögel und Eulen. Weidewirtschaft: Es wird weder gedüngt noch anderweitig behandelt, einmal im Jahr wird gemäht.