
Die Verleihung des 15. Aesculap-Umweltpreises fand am 11. Dezember 2006 im Aesculapium statt. In seiner Begrüßungsansprache legte Professor Ungethüm in diesem Jahr den Schwerpunkt auf das Thema Wasser als das Lebenselixier unseres Planeten. Lebendige Flüsse und Seen, intakte Grundwasservorkommen, eine gesicherte und funktionierende Wasserver- und Abwasserentsorgung seien Grundvoraussetzung für eine umweltgerechte wirtschaftliche Entwicklung. Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen der Erde, die die Ansprüche von Mensch und Natur angemessen berücksichtigt, sei zu einer der großen umweltpolitischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts geworden.
Im Rahmen seiner unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft sei Aesculap stets bestrebt seinen Beitrag zum Schutze dieses wertvollen und unverzichtbaren Lebensmittels zu erbringen. So werde Aesculap im ersten Quartal des kommenden Jahres auf die Verwendung von Donauwasser zur Kühlung von Anlagen im Durchlaufverfahren verzichten. Die erforderliche Anschaffung einer Kühlanlage mit geschlossenem Kühlwasserkreislauf stelle eine Investition von 80.000 Euro dar. Diese Investition werde zu einer Reduzierung der Abwassermenge führen und entlaste damit die städtische Kläranlage. Weiterhin werde die Vermischung von sauberem Flusswasser mit Schmutzwasser aus anderen Herkunftsbereichen verhindert.
Weitere 180.000 Euro seien im Jahr 2006 in die Erneuerung der Abwasserbehandlungsanlage des Werks Implantate investiert worden. Mit dieser Maßnahme sei die Prozessstabilität und Reinigungsleistung der Anlage an den technischen Fortschritt angepasst worden. Insgesamt habe Aesculap im laufenden Jahr bisher insgesamt 600.000 Euro in die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen investiert. Einschließlich der heutigen Verleihung seien in den vergangenen Jahren rund 105.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet worden. Die unabhängige Jury habe 17 eingereichte Beiträge beurteilt und bewertet.
Michael Hensch, Umweltbeauftragter der Stadt Tuttlingen, hatte als Vorsitzender der Jury die Aufgabe, die Juryentscheidung bekannt zu geben. Unter anderen seien die Themen regenerative Energiegewinnung, Umwelterziehung und -bildung, Artenschutz, ökologische Betriebsführung, Naturschutz und Landschaftspflege, Abfallvermeidung und Abfallverwertung sowie die Präsentation von Umweltthemen in neuen Medien in den Beiträgen behandelt worden, von denen die Jury drei mit Umweltpreisen und einen mit einem Anerkennungspreis prämieren wolle.
Der 1. Preis in Höhe von 4.000 Euro wurde der Randegger Ottilien-Quelle GmbH für den Beitrag „Gesamtkonzept der ökologisch motivierten Unternehmensführung“ zugesprochen.
Ganz entgegen dem Trend der Globalisierung und Gewinnmaximierung sieht sich das Unternehmen dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen als freiwilliges Unternehmensziel verpflichtet. Neben dem eigentlichen Produktionsziel wird bei der Randegger Ottilien-Quelle auf vielfältigste Art und Weise der Umweltschutz im täglichen Arbeitsablauf berücksichtigt. Beispielsweise wurde die zur Flaschenreinigung erforderliche Energie vom Energieträger Erdöl auf Holzpellets umgestellt und der LKW-Fuhrpark wird mit naturbelassenem Rapsöl betrieben.
Dabei werden nicht nur eigene ökologische Energie- und Reinigungskonzepte umgesetzt, sondern auch gemäß dem Grundsatz "Aus der Region – für die Region" externe ökologische Energiekonzepte aus dem nahen Umfeld in das betriebliche Gesamtkonzept eingebunden. So beispielsweise die regenerative Stromerzeugung der Solarcomplex GmbH, einem früheren Preisträger des Aeculap-Umweltpreises.
Der mit einem Preisgeld von 2.500 Euro verbundene 2. Preis wurde an den Kreistierschutzverein Tuttlingen / Spaichingen und Umgebung e.V. mit dem Beitrag „Umweltprojekte des Kreistierschutzvereines“ vergeben. Neben dem bürgerschaftlichen Engagement bei der Übernahme der wohlgemerkt staatlichen Aufgabe des Tierschutzes zeichnet sich der Kreistierschutzverein durch eine Vielzahl von Umweltschutzmaßnahmen wie z.B. Krötenschutzprogramme, Anlegen von Nistkästen etc. aus. Nahezu alle Altersgruppen engagieren sich unter der Koordination des Tierschutzvereines im Artenschutz und der Landschaftspflege. Besonders hervorzuheben ist die vorbildliche Einbindung von Jugendlichen in den praktischen Umweltschutz über die Tierpflege hinaus. Weiterhin organisiert der Verein Veranstaltungen auf denen ökologisch erzeugte Produkte bzw. Produkte, die aus fairem Handel stammen, verkauft werden.
Ein weiterer 2. Preis in Höhe von 2.500 Euro wurde dem Schwäbischen Albverein, Ortsgruppe Tuttlingen mit dem Beitrag „Naturschutzarbeit des Schwäbischen Albvereines“ zugesprochen.
Der Verein pflegt und hegt ehrenamtlich mit einer breiten Mitgliederschar nachhaltig ein Biotop erster Güte mit seltenen Pflanzen, wie z.B. dem prächtigen Frauenschuh. Dem Verein ist es gelungen das Naturdenkmal Schönenberg-Rennbühl am Aichhalder Hof zu einer unvergleichlichen Blütenpracht zu führen. Die seit 1998 mit einem hohen Einsatz von ca. 250 Arbeitsstunden jährlich durchgeführten Landschaftspflegemaßnahmen, wie Rückschnitt von Strauchwerk und Altgras, haben zu einer sichtliche Zunahme des Orchideenbestandes geführt. Unterstützt wird die Ortsgruppe in jedem zweiten Jahr durch den vierköpfigen Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins aus Stuttgart.
Der Beitrag „Sensibilisierung von Kindern für die Lebensgrundlagen Wasser und Boden durch szenische Lesungen“ von Frau Doris Schreger-Benz erhielt einen Anerkennungspreis in Höhe von 500 Euro. So ganz untechnisch und ohne harte Fakten hat Frau Doris Schreger-Benz einen ganz anderen Weg gewählt, den Menschen von Ihren tiefen Überzeugungen zu erzählen. Seit vielen Jahren widmet Sie sich den Umweltfaktoren Wasser und Boden, sowie deren Gefährdung durch den Menschen nicht nur literarisch. Mit großem ehrenamtlichen Engagement bereitet Frau Doris Schreger-Benz Ihre Texte szenisch auf und vermittelt damit dem vorwiegend jungen Publikum nachhaltig das Wissen über die Bedeutung der Lebensgrundlagen Wasser und Boden. Frau Doris Schreger-Benz ist Autorin mehrerer Bücher z.B. "LebensWasser" und „MorgenLand“.