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Preisträger Aesculap-Umweltpreis 2007

Am 10. Dezember 2007 wurde zum 16. Mal der mit 10.000 Euro dotierte Aesculap-Umweltpreis verliehen. Ziel des Umweltpreises ist es insbesondere Bemühungen und Aktivitäten, die dem Umwelt- und Naturschutz dienen, anzuerkennen, entsprechende Maßnahmen finanziell zu fördern, diese Aktivitäten bekannt zu machen und zur Nachahmung anzuregen, Impulse für neue Initiativen zu geben und somit ein Forum in der Region für die verschiedenen Aktivitäten und Maßnahmen zu schaffen.

Während in den vergangenen Jahren immer Beiträge aus allen Themenfeldern des Umweltschutzes prämiert wurden, entschied sich die unabhängige, interdisziplinär besetzte Jury erstmalig für drei Wettbewerbsbeiträge, die sich alle auf unterschiedlichste Art und Weise einem Thema, der Umweltbildung widmen. Denn, so der Gesamteindruck der Jury, was nützt uns die beste Umwelttechnik, wenn Sie den Bürger mangels Kenntnis der ökologischen Zusammenhänge nicht berührt und zur Nutzung verführt.

Das Bild zeigt: Michael Hensch, Dr. Georg Löser vom Verein ECOtrinova, Ulrich Burr und Nicole Führmann von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Isabel Berg und Mathias Küster vom Lorenz Oken Institut, Prof. Michael Ungethüm (von links nach rechts)

Umweltpädagogik ist unverständlicherweise immer noch meilenweit von einem Stammplatz im deutschen Stundenplan entfernt. Umso wichtiger und belohnenswerter ist der Ansatz der alle 3 diesjährigen Preisträger eint. Die Beiträge wurden als gleichwertig bewertet und das Preisgeld entsprechend aufgeteilt.

Umwelterziehung zum Anfassen und Mitmachen bietet der erste Preisträger, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.. Nichts Geringerem als dem Deutschen Wald hat sich das Waldmobil verschrieben. Allein 3.000 Schüler aus Tuttlingen konnten in den vergangenen 12 Jahren auf äußerst vielseitige und spannende Art und Weise die hohe ökologische Bedeutung dieses wichtigen Ökosystems praxisnah und vor Ort erforschen. Eigenes Entdecken steht bei diesem pädagogischen Ansatz im Vordergrund, die Wissensvermittlung erfolgt dabei eher spielerisch. Mit diesem in Baden Württemberg seit 1992 auf Reise befindlichem Modell der Waldpädagogik befindet sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Trägerverein des Waldmobiles, auf einem nachhaltig guten Weg, so die Einschätzung der Jury.

Umwelterziehung alleine ist den Machern des zweiten Preisträgers, dem Lorenz Oken Institut e.V. nicht genug. Eingebettet in erlebnispädagogische Naturferien werden interessierte junge Menschen, neben der theoretischen Wissensvermittlung, in der Landschaftspflege ausgebildet. Seit 12 Jahren wird in der Biologischen Station Hotzenwald auf vielfältigste Weise Lehre und Praxis der Landschaftsökologie miteinander verbunden. Getragen vom Lorenz-Oken-Institut wird an dieser klimatisch rauen Schwarzwaldhöhe äußerst anschaulich Naturbildung erlebbar gemacht. So werden beispielsweise aussterbende Moorlandschaften nicht einfach nur erklärt, sondern gleich in bis zu 10-tägigen Ferienaufenthalten gepflegt. Nach Beurteilung der Jury bieten wenige Einrichtungen so ganzheitlich und mit mittlerweile 12 Jahren durchaus nachhaltig einen hervorzuhebenden Beitrag im Bereich der Umwelterziehung.

Vom Learning by Doing zur akademischen Reife. So lässt sich der Faden zum dritten Preisträger, dem eingetragenen Verein ECOtrinova spinnen. Ganz im Sinne eines „Studium Generale“ mischt sich das Samstags-Forum Regio Freiburg in den traditionellen Lehrbetrieb der Universität Freiburg. Umweltweiterbildung eingebunden in den wissenschaftlichen Alltag, ein breites Angebot an Vorträgen und Exkursionen, überwiegend aus dem weiten Feld der Umwelttechnik, dem Klimaschutz und den Erneuerbaren Energien bietet der Verein ECOtrinova an. Clever bedient er sich hierbei der ideellen, aber auch räumlichen Partnerschaften von Universität, Instituten, aber auch den Studentenvertretungen. Dieses Projekt, mit einer bisherigen Lebensdauer von knapp 2 Jahren, weist noch nicht die Nachhaltigkeit der zwei Vorgängerbeiträge auf. Die Breite der Bildungsangebote, die Einbettung in ein hoch anerkanntes, nicht nur akademisches Umfeld mit einem wachsenden Netz an Partnern, sowie die Übertragbarkeit dieses Modells auf viele Regionen zeichnen jedoch diesen Wettbewerbsbeitrag aus.