Eine therapeutische Plasmapherese ist immer eine Behandlung chronischer, mit Medikamenten nicht oder nur unzureichend behandelbarer Erkrankungen des Stoffwechsels. Sie behandelt nur die Symptome und vermindert deren schädliche Wirkung.
Jährlich werden weltweit ca. 250.000 therapeutische Plasmapherese-Behandlungen durchgeführt. Die Hauptindikationen für eine therapeutische Plasmapherese besteht in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten (z. B. rheumatoide Arthritis), der Sepsis und in einer spezialisierten Form der Entfernung hoher Lipoproteinkonzentrationen (Blutfette, z. B. das LDL-Cholesterin) aus dem Blut direkt bzw. aus dem Plasma. Diese spezielle Form der Plasmapherese wird LDL-Apherese genannt. Werden die Lipoproteine aus dem Blut direkt entfernt, spricht man von einer Vollblut-Apherese. Wird nur das Plasma behandelt so unterscheidet man zwischen einer unselektiven und einer selektiven LDL-Apherese. Bei der semiselektiven LDL-Apherese (Kaskadenfiltration) wird in einem doppelten Filtrationsschritt das Plasma lediglich nach Größe der Plasmaproteine gesiebt. Damit werden auch erwünschte Plasmabestandteile entfernt. In der selektiven Form (H.E.L.P. – Apherese) werden aus dem separierten Blutplasma gezielt nur bestimmte (pathogene) Blutfette eliminiert.
Weltweit werden jährlich ca. 2000 Patienten mit einer solchen LDL-Apherese behandelt, 25% davon mit der LDL-Apherese nach dem H.E.L.P. – Verfahren. Die H.E.L.P. – LDL-Apherese wird seit 25 Jahren angewandt, bis heute wurden 300.000 Einzelbehandlungen mit H.E.L.P. durchgeführt.