Das Symposium beschäftigte sich neben wirtschaftlichen Fragenstellungen auch mit dem Einbau von künstlichen Hüft- und Kniegelenken sowie Implantationstechniken.
Kassel. Beim 53. Kasseler Symposium diskutierten am 28. und 29. Mai 2010 rund 170 Experten aus Deutschland und Österreich in der Kasseler Stadthalle unter dem Motto „Probleme meiden, Probleme lösen!“ über die wesentlichen Neuerungen rund um Hüft- und Kniegelenkersatz.
„Im Moment werden in Deutschland mehr als 320.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke pro Jahr eingebaut und mehr als 50.000 werden ausgetauscht oder gewechselt. Da müssen wir uns fragen, zu welchen Bedingungen wir uns das leisten können, sagte Prof. Dr. Werner Siebert, Vitos Orthopädische Kliniken Kassel, und einer der wissenschaftlichen Leiter des Symposiums im Rahmen einer Pressekonferenz. „Nur durch die Bemühungen aller in diesen Prozess eingebundenen Parteien, Kostenträger, Ärzte und Patienten, wird es möglich sein, auch der zunehmenden Zahl von alten Menschen in unserem Lande noch eine gute Versorgung mit künstlichen Knie- und Hüftgelenken zu ermöglichen, um ihre Lebensqualität möglichst lange hoch zu halten.“
Das Kasseler Symposium beschäftigte sich neben wirtschaftlichen Fragenstellungen natürlich auch mit dem Einbau und der Revision von künstlichen Hüft- und Kniegelenken sowie den Implantaten und Implantationstechniken, mit Gefahren, Risiken und einer möglichst raschen Wiederherstellung einer guten Beweglichkeit und Funktion. „Hier können moderne Operationsmethoden mit Hilfe von Navigationssystemen schon viele Probleme lösen, aber nicht alle“, erläuterte Prof. Dr. Paul Grützner von der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen und der zweite wissenschaftliche Leiter des Symposiums. „Entscheidend für den Erfolg einer Endoprothese ist nämlich nicht nur der operative Eingriff, sondern das gesamte perioperative Management. Nur so können wir Komplikationsraten senken und die postoperative Rehabilitation effizienter gestalten.
PD Dr. Hanns-Peter Knaebel, für die Sparte Aesculap zuständiges Vorstandsmitglied der B. Braun Melsungen AG, gab einen Ausblick auf die Zukunft der Knie- und Hüftimplantate aus Sicht des Herstellers. „Neuheiten wird es in erster Linie im Bereich der Materialien wie neuartige Kunststoffe oder Keramik geben“, erläuterte er. Auch im Bereich der Oberflächenbeschichtung gebe es Fortschritte, beispielsweise um allergische Reaktionen auf verwendete Metalle zu verhindern. Aber nicht nur die Prothesen selbst seien Veränderungen unterworfen: „ Ein großer Trend sind neue und vielseitige Instrumente, die die Implantation künstlicher Gelenke einfacher, sicherer und schneller machen und auf diese Weise die Arbeitsabläufe der Chirurgen optimieren. Hier gibt es viel zu tun.“
Die B. Braun Melsungen AG veranstaltet seit über 50 Jahren das Kasseler Symposium zu aktuellen medizinischen Themen. „Mit dem Thema des 53. Kasseler Symposium haben wir nach langer Zeit wieder ein Thema aus dem Bereich der Orthopädie aufgegriffen. Dieser Bereich gehört zur Kernkompetenz der Sparte Aesculap, entsprechend können wir wertvolle Informationen an Orthopäden aber auch an Unfallchirurgen weitergeben“, sagte PD Dr. Alexander Schachtrupp, Leiter Medizinische Wissenschaft bei B. Braun und Organisator des Kasseler Symposiums. „Ich freue mich, dass wir hochkarätige chirurgische Referenten gewinnen konnten und auf diese Weise mit dem Symposium einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Austausch auf dem Gebiet des Hüft- und Kniegelenkersatzes leisten“.