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06.12.2011

50 Jahre Werk A

Das Werk ist heute wie vor fünfzig Jahren eine moderne Produktionsstätte für Medizin- und Pharmaprodukte.

Melsungen. Das ehemalige Stammwerk der B. Braun Melsungen AG wird 50. Seit 1961 der erste Infusionslösungsbehälter in der Melsunger Carl-Braun-Straße vom Band gelaufen ist, hat sich sowohl in der Medizintechnik, als auch in Produktionstechnik viel verändert. Das auffällige Bauwerk in der Industriearchitektur der späten 50er Jahre ist heute wie vor fünfzig Jahren eine moderne Produktionsstätte für Medizintechnik- und Pharmaprodukte.

Vorreiter moderner Technik
Neben Produkten wie Infusionslösungen, Nahtmaterial und der legendären Braunüle, welche bereits eine lange Tradition bei B. Braun hatten, betrat der nordhessische Medizintechnik- und Pharmahersteller in diesem Werk auch wissenschaftliches Neuland. So wurde hier bundesweit die erste Gammabestrahlungsanlage zur Sterilisation von Medizinprodukten in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage auf Basis einer Kobalt-60-Quelle wurde das Melsunger Werk zum Vorreiter für ganz Europa. B. Braun war in der Lage, seine Produkte mit Hilfe der Gammastrahlung in der Endverpackung zu sterilisieren.

Die meisten Medizintechnikprodukte aus Werk A wurden hier von Anfang an als Einmalprodukte gefertigt. Heute ist dies eine Selbstverständlichkeit, doch noch vor 50 Jahren war dies noch eine der wesentlichen Innovationen.

Moderne Medizintechnik des 21. Jahrhunderts
„Das Jubiläum von Werk A ist für uns etwas ganz Besonderes, denn Werk A ist nicht weniger als die eigentliche Wiege des Bereichs Pharma bei B. Braun. Hier wurde die erste Infusionslösung, die erste Fettemulsion und vieles mehr entwickelt“, erklärt Bernd Hassel, Leiter des Bereichs Pharma bei B. Braun. Heute ist die Sparte Hospital Care, zu der unter anderem der Bereich Pharma gehört, die umsatzstärkste Sparte im B. Braun-Konzern. Neben Pharmaprodukten der Sparte Hospital Care werden in Werk A auch Gewebekleber, Gefäßprothesen und blutstillende Auflagen zur Verwendung in der Chirurgie durch die B. Braun Sparte Aesculap hergestellt. In der Entwicklungsabteilung für Gefäßimplantate forschen die Aesculap-Entwickler mit neuen Materialen an den Gefäßimplantaten von morgen.

Nicht nur fertige Produkte für den Medizintechnik-Weltmarkt verlassen das Werk an der Carl-Braun-Straße. Neben der Produktion beherbergt das Werk auch die technische Qualitätskontrolle und Teile der Rohstofflogistik für den Standort Melsungen. Auch der Werkarzt und sein Team haben hier noch bis Ende 2011 ihr Domizil.

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder in die Modernisierung des Werks investiert, zuletzt bis 2010 rund 16,5 Millionen Euro in die Erweiterung der Pharmakapazitäten und ein modernes Reinraumzonenkonzept. So betont Bernd Hassel: „Bis heute haben der Standort und das hier gesammelte Know-how eine genau so hohe Bedeutung für unser Geschäft wie die neueren Anlagen im Werk Pfieffewiesen. Diese Zukunftsfähigkeit haben wir mit den jüngsten Investitionen noch einmal deutlich unterstrichen.“