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Leben mit Diabetes - Tipps und Infos für den Alltag

Ob bei der Arbeit, im Urlaub oder beim Autofahren: Diabetes beeinflusst Ihren Alltag. Wir haben Ihnen hier einige Tipps und Informationen zusammengestellt, die Ihnen das Leben mit Diabetes erleichtern sollen. Am Ende der Seite finden Sie außerdem hilfreiche Adressen und nützliche Links.

Autofahren mit Diabetes?

Diabetes stellt prinzipiell kein Risiko für die Sicherheit im Straßenverkehr dar. Allerdings kann eine Unterzuckerung am Steuer sehr gefährlich werden. Sinken die Blutzuckerwerte zu tief ab, kann das Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Konzentration beeinträchtigen. 

Hier einige Sicherheitstipps für Diabetiker mit Unterzuckerung:

  • Führen Sie immer Ihren Diabetesausweis sowie Ihren Insulin-Pen und das Blutzuckermessgerät mit sich 
  • Testen Sie vor dem Autofahren Ihren Blutzucker. Ist er zu niedrig, dann essen Sie noch ein Brot oder einen Müsliriegel 
  • Haben Sie immer Traubenzucker, kleine Zwischenmahlzeiten, gesüßte und ausreichend ungesüßte Getränke griffbereit im Auto 
  • Halten Sie bei den geringsten Anzeichen einer Unterzuckerung an und essen Sie schnellwirksame Kohlenhydrate. Fahren Sie erst weiter, wenn Ihr Blutzuckerspiegel wieder im Normalbereich ist und Sie sich fahrtüchtig fühlen 
  • Legen Sie spätestens alle drei Stunden eine Bewegungspause ein 
  • Im Falle eines Autounfalls müssen Sie keine Angaben über Ihre Diabetes-Erkrankung machen

Der Arbeitgeber muss nichts von Ihrer Krankheit erfahren

Die meisten Berufe können Diabetespatienten ohne Probleme ergreifen. Beim Einstellungsgespräch oder in der Bewerbung muss Diabetes nicht erwähnt werden, es sei denn, die Krankheit könnte bei der Ausübung des Berufs eine Gefährdung für Sie oder andere darstellen.

Eine ärztliche Einstellungsuntersuchung darf nur auf freiwilliger Basis und mit Zustimmung des Bewerbers erfolgen. Der Arbeitgeber hat allerdings das Recht, die Einstellung vom Ergebnis der Untersuchung abhängig zu machen.

Besondere Arbeitsbedingungen wie zum Beispiel Schichtarbeit, unregelmäßige Pausen oder hohe körperliche Belastung können unter Umständen das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen. Besprechen Sie die notwendigen Maßnahmen der Therapieanpassung mit Ihrem Arzt. Eine Kündigung allein aufgrund der Diagnose Diabetes ist nicht zulässig.

Im Urlaub – gut vorbereitet erholt es sich besser

Auch mit Diabetes können Sie sich im Urlaub gut erholen. Im Allgemeinen gelten die gleichen Regeln wie in Ihrem alltäglichen Leben. Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Patienten, die Insulin spritzen, wird geraten bei extrem kalten oder heißen Temperaturen auf die richtige Lagerung ihres Insulins und ihrer Teststreifen zu achten. Bei Aktivurlauben ist zu bedenken, dass sich der Insulinbedarf bzw. Ihr Kohlenhydratbedarf durch ungewohnt intensive Bewegung verändern kann. Was es sonst noch zu beachten gibt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Je nach Therapie sollten Sie Folgendes in ausreichender Menge im Handgepäck mitführen:

  • Insulin und/oder Diabetestabletten
  • Alle regelmäßig einzunehmenden Medikamente
  • Blutzuckermessgerät mit Teststreifen
  • Stechhilfen und Lanzetten
  • Insulinpens und Penkanülen
  • Glucagon-Set
  • Traubenzucker und schnell wirkende Kohlenhydrate
  • Urinteststreifen zur Harnzucker- und Azetonbestimmung
  • Bescheinigung des Arztes (auf Englisch), die bestätigt, dass Sie Diabetiker sind und welche Utensilien und Medikamente Sie ständig mit sich führen müssen
  • Diabetestagebuch
  • Diabetiker-Ausweis
  • Liste der im Urlaubsland verfügbaren Insuline, die Ihrem Insulin entsprechen

In Ihrem normalen Gepäck sollten Sie mitführen:

  • Adressen von Konsulaten und Botschaften
  • Adressen von internationalen Apotheken
  • Leere Insulinspritzen und Penkanülen
  • Eventuell ein Rezept Ihres Arztes für Insulin
  • Eine Temperaturschutztasche zum Kühlen des Insulins
  • Ersatzbatterien für das Blutzuckermessgerät
  • Informationen zur Berechnung von typischen Nahrungsmitteln des Reiselandes
  • Umrechnungstabellen für Nahrungsmittel, die auf das jeweilige Reiseland zugeschnitten sind
Reisen mit Diabetes

Bei Flugreisen mit Zeitverschiebung:

  • Bei Flügen von Ost nach West wird Ihr Tag „länger“: Überbrücken Sie die zusätzlichen Stunden durch kleine Gaben von Kurzzeitinsulin 
  • Bei Flügen von West nach Ost wird Ihr Tag „kürzer“: Der Insulinbedarf ist vermindert. Die Basalrate sollte verkürzt werden. Vor den Mahlzeiten wird wie üblich kurzwirksames Insulin gespritzt
  • Messen Sie den Blutzuckerspiegel, wenn Sie sich unsicher fühlen oder spätestens alle drei Stunden

Krank - Was nun?

Bei Krankheiten oder Infektionen kann der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern oft sehr hoch sein, auch wenn sie gar nichts gegessen haben. Ein Arzt wird dann entscheiden, ob die Medikamente eventuell kurzzeitig abgesetzt und die Insulintherapie angepasst werden muss. In dieser Situation ist die regelmäßige Messung und Dokumentation des Blutzuckerspiegels empfehlenswert.

Diabetiker sollten ihren Diabetikerausweis immer bei sich tragen, damit im Falle eines ungeplanten Krankenhausaufenthaltes entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Ist der Krankenhaus- oder Rehaaufenthalt geplant, wird Ihr behandelnder Arzt vorab alles Wichtige mit Ihnen besprechen, beispielsweise ob Medikamente vor einer Operation abgesetzt werden müssen.

Nehmen Sie Ihr Omnitest®-Blutzuckermessgerät sowie alle Medikamente (inkl. Insulin und Inkretine) mit. Informieren Sie die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal über Ihren Diabetes, damit dies bei Ihrer Behandlung und der Ernährung berücksichtigt wird.

Schwerbehindertenausweis: Vor- und Nachteile

Als Diabetiker haben Sie die Möglichkeit einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Den Antrag können Sie beim zuständigen örtlichen Versorgungsamt stellen. Sie werden dort aufgrund Ihrer notwendigen Diabetestherapie und der daraus resultierenden Einschränkung des Alltags in entsprechende Schweregrade eingestuft. Gegen diese Einstufung können Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.

Sie erhalten die Einstufung von 50% und gelten als schwerbehindert, wenn Sie Ihren Diabetes mit einer intensivierten Therapie behandeln und gravierend in Ihrer Lebensführung beeinträchtigt sind.

Die Vorteile eines Schwerbehindertenausweises:

  • Besonderer Kündigungsschutz
  • Anspruch auf fünf zusätzliche bezahlte Urlaubstage 
  • Freistellung von Mehrarbeit 
  • Vorteile bei der Steuer und der Altersrente
  • Eltern von Kindern mit Diabetes können einen Nachteilsausgleich erhalten

Den meisten Betroffenen bietet die festgestellte Schwerbehinderung daher Vorteile. Es gibt aber auch einige Nachteile, wie beispielsweise für jugendliche Diabetiker bei der Arbeitsplatzsuche oder beim Abschluss von Risikolebensversicherungen. 

Wenn Sie weitere Unterstützung brauchen, können Sie sich z. B. auch an Selbsthilfegruppen wenden. Oder tauschen Sie sich in Diabetes-Sportgruppen und regionalen Netzwerken mit anderen Patienten aus.

Weitere Hilfestellungen finden Sie bei folgenden Anlaufstellen: 

Deutscher Diabetiker Bund e. V. (DDB)
www.diabetikerbund.de
Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG)
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe
www.diabetesde.org
Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS)
www.diabetesstiftung.de
Diabetes & Sport der DDG e. V.
www.diabetes-sport.de

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