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Was ist, wenn ein Mensch plötzlich krank wird und seine Entscheidungen nicht mehr alleine treffen kann?

Der Gesetzgeber hat dafür das Betreuungsrecht etabliert, das es jedem Menschen ermöglichen soll, Entscheidungen für den Fall zu treffen, wenn er nicht mehr eigenverantwortlich handeln kann. Das Betreuungsrecht möchte die Selbstbestimmung und Autonomie jedes Einzelnen, so weit es möglich ist, wahren. Ein gesetzlicher Betreuer, der von einem Gericht  bestellt wird, darf nur im gerichtlich festgelegten Umfang handeln. Dabei müssen die Wünsche des Betroffenen – soweit sie bekannt sind –  beachtet werden.

In einer Betreuungsverfügung kann man diese schon festlegen, solange man noch gesund ist. Ähnlich sieht es mit der Patientenverfügung aus. Darin kann ein Mensch die Maßnahmen beschreiben oder ausschließen, die am Ende des Lebens noch oder nicht mehr durchgeführt werden sollen. Die Patientenverfügung schützt den Patienten vor ungewollten lebenserhaltenden Maßnahmen. Sie entlastet aber auch die Angehörigen, weil sie klar nach dem Willen des Kranken entscheiden können.

Für den Betroffenen selbst, seine Angehörigen und die behandelnden Ärzte ist es wichtig und hilfreich, die eigenen Vorstellungen rechtzeitig zu formulieren. Es gibt drei Möglichkeiten vorzusorgen: Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung.

  • Mit der Vorsorgevollmacht kann man einer anderen Person die Wahrnehmung einzelner oder aller Angelegenheiten für den Fall übertragen, dass man die Fähigkeit selbst zu entscheiden, verloren hat. Der Bevollmächtigte kann dann handeln, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Das Gericht wird nur eingeschaltet, wenn dies zur Kontrolle des Bevollmächtigten erforderlich ist. Die Vorsorgevollmacht ermöglicht so ein hohes Maß an Selbstbestimmung mithilfe der Vertrauensperson.

  • Mit der Betreuungsverfügung kann jeder Mensch schon im voraus festlegen, wen das Gericht als Betreuer bestellen soll, wenn es ohne rechtliche Betreuung nicht mehr weitergeht. Genauso kann bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer in Frage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird.

  • In der Patientenverfügung kann man vorab über das Ob und Wie medizinischer Maßnahmen entscheiden. Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn er selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, kann in der Patientenverfügung festlegen, ob bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen bestimmte medizinische Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht sind. Dank einer fraktionsübergreifend unterstützten Initiative ist die Patientenverfügung seit September 2009 gesetzlich verankert.
    (Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz)

Für Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung stellt das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Broschüren und Formulare zur Verfügung. Die Broschüre "Betreuungsrecht" erläutert, unter welchen Voraussetzungen eine Betreuung angeordnet wird, wie sie sich auswirkt, welche Aufgaben ein Betreuer hat und wie seine Tätigkeit in persönlichen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten aussieht. Die Broschüre zur Patientenverfügung gibt Empfehlungen für die Formulierung der individuellen Entscheidung.

 

Weiterführende Informationen & Vordrucke

Beschreibung Dokument Link
Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung Erfahren Sie mehr über Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen. Hier finden Sie Formulare des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.
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Patientenverfügung Erfahren Sie in der Broschüre "Patienverfügung - Wie bestimme ich, was medizinisch unternommen werden soll, wenn ich entscheidungsunfähig bin?" des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz mehr über das Thema Patientenverfügung. Hier werden zahlreiche Fragen beantwortet.
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Textbausteine für eine Patientenverfügung Hier finden Sie Textbausteine für eine schriftliche Patientenverfügung, die das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zur Verfügung stellt.
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