Diagnosekriterien Diabetesmanagement

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Diagnosekriterien

Zur Messung von venöser Plasmaglukose und von HbA1c dürfen nur standardisierte und qualitätsgesicherte Labormethoden zum Einsatz kommen.

Der zurzeit geltende Goldstandard für die Diabetesdiagnostik ist die Messung von Glukose im venösen Plasma. Sehr wichtig ist hierbei die präanalytische Behandlung des Blutes. Es muss Vorsorge getroffen werden, dass im entnommenen Blut die Glykolyse gehemmt wird.

Dazu wird empfohlen, entweder das Röhrchen nach Blutentnahme auf Eis zu lagern und das Blut innerhalb von 30 Minuten zu zentrifugieren oder die Glykolyse im Röhrchen effektiv durch entsprechende Zusätze (Citrat plus Fluorid; Fluorid alleine reicht nicht aus) zu hemmen. 

Die in der Praxisleitlinie angegebenen Werte für die Glukosekonzentrationen gelten (entsprechend den Empfehlungen von DGKL und DDG) für venöses Plasma.

Diabetes mellitus:

  • HbA1c ≥ 6,5% (≥48mmol/mol)
  • Gelegenheits-Plasmaglukosewert von ≥ 200mg/dl (≥11,1mmol/l)
  • Nüchtern-Plasmaglukose von ≥ 126mg/dl (≥ 7,0mmol/l)
  • oGTT*-2-h-Wert im venösen Plasma ≥ 200mg/dl (≥11,1mmol/l)

*Der orale Glukosetoleranz-Test (Zuckerbelastungstest, kurz auch oGTT) dient dem Nachweis eines gestörten Glukosestoffwechsels (Glukosetoleranzstörung) und so insbesondere der Diagnostik des Diabetes mellitus.

Differenzialdiagnostische Kriterien für Typ-1- und Typ-2-Diabetes bei Diagnosestellung:

  Typ-1-Diabetes Typ-2-Diabetes
Manifestationsalter meist Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene meist mittleres und höheres Erwachsenenalter
Auftreten/Beginn akut bis subakut meist schleichend
Symptome häufig Polyurie, Polydipsie, Gewichtsverlust, Müdigkeit häufig keine Beschwerden
Körpergewicht meist normgewichtig meist übergewichtig
Ketoseneigung ausgeprägt fehlend oder gering
Insulinsekretion vermindert bis fehlend subnormal bis hoch, qualitativ immer gestört
Insulinresistenz keine (oder nur geringe) oft ausgeprägt
familiäre Häufung gering typisch
Konkordanz bei eineiigen Zwillingen 30 - 50 % über 50 %
Erbgang multifaktoriell (polygen) multifaktoriell (sehr wahrscheinlich polygen, genetische Heterogenie möglich)
HLA-Assoziation vorhanden nicht vorhanden
diabetesassoziierte Antikörper ca. 90 - 95 % bei Manifestation (GAD, ICA, IA-2, IAA) fehlen
Stoffwechsel labil stabil
Ansprechen auf betazytotrope Antidiabetika meist fehlend zunächst meist gut
Insulintherapie erforderlich meist erst nach jahrelangem Verlauf der Erkrankung mit Nachlassen der Insulinsekretion

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (Leitlinie zu Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus)

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