Insulininjektion Diabetesmanagement

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Insulininjektion

Die richtige Injektionstechnik ist ausschlaggebend zur Gewährleistung der richtigen Abgabe des Insulins in das subkutane Gewebe und damit der zeitgerechten Insulinfreisetzung, zur Vermeidung von intramuskulären Injektionen sowie von verbreiteten Komplikationen wie Lipodystrophien.

Für ein gutes Diabetesmanagement ist die richtige Injektionstechnik zur Verminderung von Schwankungen bei der Insulinresektion und der Erzielung einer optimalen Arzneimittelwirkung entscheidend.

Die richtige Nadellänge

Ziel jeder Injektion mit Insulin oder GLP-1-Wirkstoffen ist es, den Wirkstoff zuverlässig ohne Rückfluss aus der Einstichstelle in das subkutane Fettgewebe zu bringen. Dafür ist die Auswahl der richtigen Nadellänge unabdingbar. Die Auswahl der Nadellänge ist eine individuelle Entscheidung, die vom Diabetespatienten und der medizinischen Fachkraft gemeinsam unter Berücksichtigung diverser Faktoren – wie körperlichen und psychologischen Gegebenheiten sowie der Pharmakologie – getroffen wird.

Um das Risiko einer intramuskulären Injektion zu minimieren, empfehlen sich kürzere Nadeln. Selbst bei Menschen mit beträchtlichem Übergewicht haben mehrere Studien bestätigt, dass sich kürzere Nadeln (5 und 6 mm) bezüglich Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit nicht von längeren Nadeln (8 mm und 12,7 mm) unterscheiden.

  Nadellänge Hautfalte Injektionswinkel Einstufung
Kinder und Jugendliche 4 mm Ohne * 90° A1
Kinder und Jugendliche 5 mm Mit 90° A1
Kinder und Jugendliche 6 mm Mit 90° ** A1
Erwachsene 4 + 5 mm Ohne + 90° A1
Erwachsene 6 mm Mit  90° ++ A1
Erwachsene 8 mm Mit 90° ++ A2

* Sehr schlanke Kinder und Jugendliche bilden zur Injektion eine Hautfalte. (A1)
** Statt der Bildung einer Hautfalte ist auch eine Injektion im 45°-Winkel (schräg) möglich. (A1)
+ Bei der Injektion in den Oberschenkel und bei schlanken Personen auch im Bauchbereich kann die Bildung einer Hautfalte angezeigt sein. (A2)
++ Statt der Bildung einer Hautfalte ist auch eine Injektion im 45°-Winkel (schräg) möglich. (A2)

Injektionswinkel

Bei der Bildung einer Hautfalte ist der Winkel nicht von primärer Bedeutung. Ohne Hautfalte sollte der Injektionswinkel 45º betragen, mit Ausnahme von sehr übergewichtigen Patienten, bei denen ein 90º- Winkel empfehlenswert ist.

Bildung einer Hautfalte

Eine Hautfalte wird zwischen Daumen und Zeigefinger (eventuell noch mit dem Mittelfinger) gebildet. Das Greifen der Hautfalte mit der ganzen Hand erhöht das Risiko, den Muskel mitsamt dem subkutanen Gewebe anzuheben. Dies kann zu intramuskulären Injektionen führen.

Für Patienten ist das Anheben einer Hautfalte im Bauchbereich und am Oberschenkel relativ einfach (außer bei einem sehr adipösen, angespannten Bauch). Im Bereich des Gesäßes (wo es nur selten benötigt wird) ist es schon schwieriger und am Arm ist es praktisch unmöglich ohne die Hilfe einer weiteren Person eine korrekte Hautfalte zu bilden.

Korrekte Insulininjektion mit Bildung einer Hautfalte

Injektionsbereiche

  • Insulinanaloga und GLP-1 Wirkstoffe können an jeder beliebigen Injektionsstelle verabreicht werden, da die Resorptionsraten offensichtlich nicht von der Injektionsstelle abhängig sind.
  • Normalinsulin soll wegen der dort erhöhten Resorptionsrate in das Abdomen injiziert werden.
  • NPH-Insulin soll in den Oberschenkel oder das Gesäß injiziert werden, um eine langsame Resorption zu erzielen und das Risiko von Hypoglykämien zu reduzieren.
  • Intramuskuläre Injektionen von NPH-Insulin und langwirkenden Analoga müssen aufgrund des Risikos schwerer Hypoglykämien vermieden werden.

Ablauf der Insulininjektion

  1. Überprüfen der Injektionsstelle
  2. Überprüfen, ob das richtige Insulin (kurz- bzw. langwirkend) verwendet wird
  3. Pen schwenken (wenn nötig)
  4. Funktionskontrolle
  5. Einstellen der Dosis
  6. Gegebenenfalls Hautfalte anheben
  7. Nadel im 90°-Winkel zur Oberfläche der Hautfalte einstechen
  8. Insulin langsam und gleichmäßig injizieren
  9. Nadel 10 Sekunden in der Hautfalte belassen
  10. Nadel aus der Haut ziehen
  11. Hautfalte loslassen
  12. Gebrauchte Nadel abschrauben und sicher entsorgen

Quelle: VDBD-Leitfaden: Die Injektion bei Diabetes mellitus  –  Kernaussagen. 2011

Die Kernaussagen basieren auf dem Leitfaden des VDBD (Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V). Sie sind evidenzbasiert und zeigen eine Kurzfassung der Empfehlungen für Menschen mit Diabetes und medizinische Fachkräfte. Wird diesen Empfehlungen gefolgt, ist eine sichere Verabreichung von Insulin und anderen Wirkstoffen in das subkutane Fettgewebe am ehesten gewährleistet.

Wechsel der Injektionsstelle (Rotation)

Besonders wichtig ist der regelmäßige Wechsel der Injektionsstellen, um Gewebeschädigungen zu vermeiden. Dabei hat es sich bewährt, zwischen den Injektionsstellen Abstände von ein bis zwei Zentimetern einzuhalten.

Zu häufige Insulininjektionen in die gleiche Körperstelle können zu örtlichen Lipohypertrophien und zu einer Verhärtung des Gewebes führen. Die Insulinresorption aus diesen veränderten Hautstellen ist nicht kalkulierbar. Es kann dadurch zu Blutzuckerschwankungen kommen. Menschen mit Diabetes sollen gleich zu Beginn der Injektionstherapie in ein leicht zu befolgendes Rotationssystem eingewiesen werden.

Einweisung des Patienten

Bevor Ihre Patienten einen Pen verwenden, sollte immer eine ausführliche Einweisung in die Handhabung des Pens erfolgen. Der Patient muss in der Lage sein, die Insulinkartusche und die Penkanüle korrekt zu wechseln.

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