Ernährungstherapie Intensivpatienten

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Ernährungstherapie für Intensivpatienten

Bei Intensivpatienten handelt es sich um eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Eine adäquate Ernährungstherapie stellt auch heute noch eine Herausforderung dar, da der Nährstoffbedarf auf verschiedene, sich kontinuierlich verändernde Bedarfe eingestellt werden muss. Die enterale Ernährung sollte auch bei dieser Patientengruppe immer die erste Wahl sein. Oft gibt es jedoch Einschränkungen bezüglich der Toleranz und dem Erreichen des jeweiligen Energie- und Kalorienziels. Eine parenterale Ernährung wird daher häufig als supplementierende Therapie genutzt, um eine adäquate Nährstoffzufuhr sicherzustellen.

Bedarfserfassung

In Abhängigkeit des Krankheitsbildes und des Bedarfes wird für jeden Patienten ein entsprechender Ernährungsplan abgeleitet. Häufig wird eine enterale Ernährung mit einer parenteralen Ernährung kombiniert, da durch eine ausschließlich enterale Ernährung häufig die zugeführte Energiemenge nicht ausreicht, um das Ernährungsziel zu decken. Während der Genesungsphase wird die Ernährung immer wieder an die metabolischen Leistungen des Körpers angepasst und nach Möglichkeit die parenterale Ernährung zu Gunsten der enteralen und oralen Ernährung im Zeitverlauf heruntergefahren.

Zugang

Für die Applikation der enteralen Ernährung wird i.d.R. mit einer Magensonde gearbeitet. Für die Applikation der parenteralen Ernährung werden oftmals zentralvenöse Zugänge genutzt. Kritisch kranken Patienten werden häufig zentralvenöse Mehrlumen-Katheter gelegt, über die die Arzneimittelversorgung erfolgt. Über diese zentralvenösen Zugänge können auch hochkonzentrierte Ernährungslösungen verabreicht werden.

Zubereitung

Im Rahmen der Therapiekonzeption entscheidet der verschreibende Arzt, welche Präparate eingesetzt werden. Trink- und Sondennahrungen sind als gebrauchsfertige Lösungen verfügbar. Für die parenterale Ernährung stehen mischfertige Mehrkammerbeutelsysteme zur Verfügung, die in der Regel noch um Vitamine und Spurenelemente ergänzt werden können. Für den Fall, dass die Ernährungstherapie einer individuellen Zusammensetzung bedarf, wird ein am Bedarf des Patienten ausgerichtetes Ernährungsregime erstellt und zur Herstellung an eine entsprechende Apotheke oder einen Dienstleister übermittelt (Compounding).

Applikation

Für die Applikation enteraler Sondennahrung wird der Einsatz von Sicherheitssystemen (ENFit™) empfohlen. ENFit™, der neue Design-Standard für enterale Applikationssysteme, wurde entwickelt, um unbeabsichtigte Verwechslung enteraler und intravenöser Applikationen zu vermeiden. Für die Applikation von Ernährungslösungen mit Hilfe von Infusionspumpen stehen spezifische enterale/parenterale Sets zur Verfügung. Dank dieser lässt sich die Applikation sicher und effizient gestalten und die Steuerung und das Datenmonitoring einfach über die Pumpe durchführen. Auch die bei kritisch kranken Patienten maßgebliche Glukosesteuerung lässt sich mit einer Space-Pumpe einfach und automatisiert und dank integriertem, selbstlernenden Algorithmus ressourcenschonend durchführen.

Entlass- und Versorgungsmanagement

Im Laufe seiner Genesung wird der Patient von der Intensivstation auf Normalstation und später nach Hause entlassen. Bedarf der Patient einer weiterführenden Ernährungstherapie, werden durch ein Entlassmanagement alle weiteren Aktivitäten und die Patientenübergabe an den nachversorgenden Pflegedienst koordiniert. Ziel ist es, die im Krankenhaus begonnene Ernährungstherapie ohne Unterbrechung einfach und nachhaltig weiterzuführen.