Lipoproteinapherese

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Was ist Lipoproteinapherese?

Bei der Lipoproteinapherese handelt es sich um ein extrakorporales Blutreinigungsverfahren, welches bei verschiedenen schweren Fettstoffwechselstörungen zum Einsatz kommt. Dabei werden atherogene Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Triglyceride aus dem Blut entfernt.

Familiäre Hypercholesterinämie (HoFH)

Insbesondere Patienten mit einer homozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie (HoFH) profitieren von der Lipoproteinapherese, da diese Patienten auf eine diätetische und medikamtentöse Therapie zur Senkung des LDL-Cholesterins nur unzureichend ansprechen. [1]
Mit einer Prävalenz von ca. 1 : 1 Million ist die HoFH relativ selten. Deutlich häufiger, mit einer Prävalenz von ca. 1 : 300, sind Patienten von einer heterozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie (HeFH) betroffen. In vielen Fällen können mit Hilfe von Diät und medikamentösen Therapien die LDL-Cholesterinwerte ausreichend gesenkt werden. In einigen Fällen können auch die neuen PCSK9-Inhibitoren den LDL-Cholesterinwert ausreichend absenken. Falls trotz einer über zwölf Monaten dokumentierten maximalen diätischen und medikamentösen Therapie das LDL-Cholesterin nicht ausreichend gesenkt werden kann, ist die Lipoproteinapherese als ultima-ratio-Therapie indiziert. Studienergebnisse und Daten aus dem Lipoproteinapherese-Register zeigen, dass nach Beginn der Apherese-Therapie die Ereignisraten um über 70% zurückgehen im Vergleich zur Zeit vor der Apherese.[2,3]

Risikofaktor Lipoprotein(a) (= Lp(a))

Lipoprotein(a) (= Lp(a)) ist als eigenständiger Risikofaktor für Arteriosklerose bekannt. Bei etwa 20 % der Gesamtbevölkerung können Lp(a)-Konzentrationen im Blut festgestellt werden, die als erhöht gelten. Patienten mit einer gleichzeitig klinisch und durch bildgebende Verfahren dokumentierten progredienten kardiovaskulären Erkrankung (koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen) können bei isolierter Lp(a)-Erhöhung und LDL-Cholesterin im Normbereich mit der Lipoproteinapherese behandelt werden .[4] Eine medikamentöse Therapie, die gezielt und in ausreichendem Maße Lp(a)-Spiegel absenkt, gibt es nicht.

Inzwischen erhalten über 3.000 Patienten eine Lipoproteinapherese-Therapie in Deutschland. Ungefähr die Hälfte dieser Patienten leidet an einer schweren Hypercholesterinämie, während die andere Hälfte aufgrund ihrer isolierten Lp(a)-Erhöhung mit Lipoproteinapherese behandelt werden (siehe Abb.)[5]

Apherese-Patienten in Deutschland

[1] BUB-Beschluss vom 24.03.2003
[2] Leebmann J, Roeseler E, Julius U, Heigl F, Spitthoever R, Heutling D et al (2013) Lipoprotein apheresis in patients with maximally tolerated lipid-lowering therapy, lipoprotein(a)-hyperlipoproteinemia, and progressive cardiovascular disease: prospective observational multicenter study. Circulation 128:2567–2576
[3] Schettler V. et al. 2017. The German Lipoprotein Apheresis Registry (GLAR) - almost 5 years on. Clin Res Cardiol Suppl.2017 Mar;12(Suppl 1):44-49. doi: 10.1007/s11789-017-0089-9 .
[4] G-BA Beschluss vom 19.08.2008
[5] KBV Qualitätsbericht 2016, Berichtsjahr 2015