Expertennews Gefäßzugang: Das Timing hat Auswirkungen

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Gefäßzugang: Das Timing hat Auswirkungen

Bei Hämodialyse(HD)-Patienten kommen zwei Formen des arteriovenösen Zugangs (AVA) zum Einsatz: „permanente“ Zugänge, d.h. AV-Fistel (AVF) und AV-Graft (AVG), sowie „kurzfristige“ Zugänge, d.h. getunnelte zentrale Venenkatheter (TCVC).

Derzeit ist allerdings noch zu wenig darüber bekannt, wie sich die zeitliche Reihenfolge, in der die permanenten Zugänge gelegt werden, auf die Haltbarkeit oder die Outcomes der Patienten auswirkt, erklären US-Nephrologen der Wake Forest School of Medicine im US-Bundesstaat North Carolina (Murea M et al, Vascular Access Placement Order and Outcomes in Hemodialysis Patients: A Longitudinal Study. Am J Nephrol. 2017;46:268-2). Die vorliegende Studie ging dieser Fragestellung nach und kam zum folgenden Ergebnis: Die Reihenfolge der Zugangsplatzierung hat tatsächlich Auswirkungen auf die Outcomes der Zugänge, und nur die Hälfte der Patienten erreichte einen „permanenten“ Zugang.

Eingeschlossen waren knapp 400 Patienten, deren chronische HD mit einem TCVC eingeleitet wurde. Die Autoren notierten die zeitlichen Verteilungen der HD-Gefäßzugänge über 2,8 Jahre und unterteilten sie je nach Phasen, in denen die Patienten die HD über TCVC oder über AVA (AVF oder AVG) erhielten. Nachfolgend wurden das primäre AVA-Versagen und das Überleben der Zugänge je nach Reihenfolge der Zugangslegung und des Zugangstyps evaluiert.

  • 92,3 Prozent der Patienten erhielten 497 AVA-Zugänge.
  • Mit jeder sukzessiver Fistellegung stiegen die primären AVF-Versagensraten (P = 0,008).
  • Von den 82,9 Prozent der TCVC-Patienten, die erfolgreich auf einen AVA umstiegen, wurde bei 30,9 Prozent wieder ein TCVC gelegt; davon war bei 58,0 Prozent eine Konversion zu einem weiteren AVA erforderlich.
  • Beim Vergleich des ersten mit dem zweiten AVA zeigten sich kumulative Überlebensraten von jeweils 701,0 beziehungsweise 426,5 Tagen.
  • Nur 52,2 Prozent der Patienten konvertierten von einem TCVC zu einem permanenten Zugang und nutzen diesen Zugang für ≥ 80 Prozent der HD-Behandlungen.

Die Reihenfolge der Zugangsplatzierung bei HD beeinflusst die Outcomes von HD-Patienten. Und: Nur die Hälfte der AVA-Patienten erreichte einen „permanenten“ Gefäßzugang und setzte diesen auch für die Mehrheit der HD-Behandlungen ein.

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