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Intensivierte Hämodialyse in der Pädiatrie

Für Patienten unter konventioneller Hämodialyse (HD) zeichnet sich meist ein recht düsteres Bild ab, mit hoher Morbidität und schlechter Lebensqualität.

Für Patienten unter konventioneller Hämodialyse (HD) zeichnet sich meist ein recht düsteres Bild ab, mit hoher Morbidität und schlechter Lebensqualität. Intensivierte Hämodialyseverfahren, so die Aussage von deutschen, polnischen und englischen Nephrologen, könnten für bessere Outcomes sorgen – doch werden diese derzeit meist nur erwachsenen Patienten angeboten (Thumfart J et al, Barriers for implementation of intensified hemodialysis: survey results from the International Pediatric Dialysis Network. Pediatr Nephrol 2017, doi: 10.1007/s00467-017-3831-0.). Denn nur wenige Dialysezentren speziell für pädiatrische Patienten haben bislang solche intensivierten Verfahren implementiert. Die vorliegende Studie, im Rahmen derer 221 pädiatrische Dialysezentren befragt wurden, bestätigt die Problematik: Obwohl viele pädiatrische Nephrologen die intensivierte HD als diejenige Modalität ansehen, die am wahrscheinlichsten mit dem besten Patienten-Outcome verbunden ist (lediglich eine kleine Minderheit favorisiert die konventionelle HD), wird der intensivierte Ansatz nur sehr beschränkt eingesetzt.

134 pädiatrische Dialysezentren nahmen an der Umfrage teil:

  • 69 Prozent sind sich der Evidenz bezüglich des Einsatzes von intensivierter HD bewusst (unabhängig davon, ob am eigenen Zentrum solche Verfahren angeboten werden).
  • 50 Prozent assoziierten den Einsatz einer täglichen nächtlichen HD mit dem besten Gesamt-Outcome.
  • Lediglich zwei Prozent der Zentren favorisierten die konventionelle HD.
  • In 38 Prozent der Zentren wird die intensivierte HD einer Patienten-Subgruppe verschrieben, am häufigsten in Form täglicher kurzer HD-Sitzungen.

Zudem befragten die Autoren die Zentren, welche Umstände sie am Auf- beziehungsweise Ausbau intensivierter HD-Programme hindern würden. Zu den am häufigsten genannten Gründen zählten unzureichende finanzielle beziehungsweise personelle Mittel (jeweils 66 % und 63 %). Nur wenige Zentren gaben als Hindernis mangelnde Expertise oder fehlende Motivation an.

Die Mehrheit pädiatrischer Nephrologen sieht die intensivierte HD als optimale Behandlungsmodalität. Die Tatsache, dass dieser Ansatz immer noch viel zu selten eingesetzt wird, unterstreicht die Bedeutung, die oben erwähnten Hindernisse genau zu definieren und diese anzusprechen, fassen die Autoren zusammen.

Studie