Expertennews Katheter-assoziierte Infektion: Entfernen oder austauschen?

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Katheter-assoziierte Infektion: Entfernen oder austauschen?

Langzeit (getunnelte) Hämodialyse(HD)-Katheter werden häufig als Gefäßzugang bei Patienten mit Niereninsuffizienz eingesetzt, berichten ägyptische Nephrologen am El Demerdash Krankenhaus in Kairo.

Doch obwohl die Zweckmäßigkeit dieser Werkzeuge außer Frage steht, führen sie häufig zu Katheter-assoziierten Infektionen (CRBSI, „Catheter-Related Bloodstream Infection“). Diese wiederum sind mit schwerer Morbidität und einem hohen Mortalitätsrisiko assoziiert (Saleh HM et al, Prospective, randomized study of long-term hemodialysis catheter removal versus guide wireexchange to treat catheter-related bloodstream infection. J Vasc Surg. 2017; doi: 10.1016/j.jvs.2017.05.119).  

Das Verabreichen systemischer Antibiotika unter Beibehaltung des Katheters hat sich als nicht effektiv herausgestellt. Die Behandlung von CRBSI umfasst daher üblicherweise das Entfernen („Catheter Removal“, CR) oder den Austausch des Katheters über einen Führungsdraht („Guidewire Exchange“, GE). Die vorliegende Studie untersuchte die klinischen Outcomes von CRBSI nach Einsatz dieser beiden Strategien. Sie fand zwar keine Unterschiede der klinischen Outcomes, jedoch sei der Austausch mit einer Reihe von Vorteilen verbunden: Die Methode spart Venen für zukünftige Zugänge, senkt Kosten und Anzahl der Eingriffe und vermeidet die Komplikationen einer neuerlichen Venenpunktion. 678 Patienten waren eingeschlossen. Bei 339 Patienten wurde ein GE durchgeführt, bei weiteren 339 ein CR. Alle Patienten erhielten eine dreiwöchige systemische Antibiotikatherapie. Primärer Endpunkt war die infektionsfreie Überlebenszeit des Katheters. Die Nachbeobachtungszeit betrug fünf Jahre.  

Die infektionsfreie Überlebenszeit des Katheters zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (P = 0,69). Weder Alter, Geschlecht, Diabetes mellitus oder Art des kausalen Erregers hatten einen Einfluss auf die Ergebnisse. Jedoch betonen die Autoren, dass ein Austausch Venen für zukünftige Zugänge spart, Kosten und Anzahl der Eingriffe reduziert und Komplikationen einer neuerlichen Venenpunktion verhindern kann.

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