3D-Technologie in der Laparoskopie

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Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg – jetzt auch in 3D – dreidimensionale Bilder geben Blick in die Tiefe frei

Dr. med. Bernd Heinzmann, Chefarzt, Chirurgie/Kinderchirurgie, Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg GmbH

Vorwort

Die St. Marienstift Magdeburg GmbH ist ein Krankenhaus der Basisversorgung und liegt, umgeben von schönen Parkanlagen, im Herzen der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.
Als katholisches Krankenhaus gehört es zu den traditionsreichsten Magdeburger Einrichtungen. Im Jahre 1906 zunächst zur Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern arbeitender Eltern, Waisenkindern und älteren und gebrechlichen Menschen gegründet,wurde es erstmalig 1909 als Krankenhaus genutzt.
Heute werden jährlich über 14.000 Patienten im St. Marienstift in Magdeburg betreut. In dem 170-Betten-Haus sind derzeit 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um das tägliche Wohl ihrer Patienten bemüht.
Das modern ausgestattete Haus hat die Kliniken Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie, Schmerz- und Intensivtherapie, Gastroenterologie, Chirurgie und Urologie sowie die Belegabteilungen für Augenheilkunde, Handchirurgie, Orthopädie und Urologie etabliert. Im St. Marienstift werden außerdem ambulante Operationen durch niedergelassene Ärzte durchgeführt.

Für jeden Patienten die individuelle Lösung

Die Klinik für Chirurgie ist eine Hauptabteilung, die im Jahr 2006 am Krankenhaus St. Marienstift etabliert wurde. Die chirurgische Klinik führt heute alle chirurgischen und viszeralchirurgischen Standardoperationen in modern ausgestatteten Operationssälen durch. Zur Anwendung kommen je nach den individuellen Gegebenheiten sowohl offen chirurgische als auch laparoskopische /minimalinvasive Operationsverfahren.
Minimalinvasive Chirurgie, die heute bei vielen Operationen das Maß aller Dinge ist, erspart Betroffenen nicht nur große Narben. Die sogenannte Schlüssellochtechnik verkürzt auch die Heilungsphase, die Patienten fühlen sich schneller wieder gesund und fit. Den Operateuren verlangt jeder laparoskopische Eingriff neben Können und medizinischer Erfahrung höchste Konzentration und Präzision ab.

Jetzt auch in 3D

Schneller, höher, besser, weiter: Wird in der Medizin um Höchstleistungen gerungen, geht es immer darum, Diagnostik und Therapie für Patienten zu optimieren. Seit kurzem ermöglicht der neue 3D-Video-Operationsturm von der Firma Aesculap den Operateuren im St. Mariensitft bei minimalinvasiven Eingriffen dreidimensionale Bilder in Echtzeit. OP-Instrumentarien plus eine winzig kleine Kamera werden über wenige Zentimeter große Öffnungen direkt an den Ort des Geschehens platziert.
Dr. Bernd Heinzmann, Chefarzt der Klinik für Chirurgie am Krankenhaus St. Marienstift: „Anders als bei großen Schnitten können wir bei MIC (minimalinvasive Chirurgie) unser eigenes Agieren nur über einen Bildschirm beobachten“. „Seit Anfang Juli 2014“, so Heinzmann, „können wir dank des neuen Turms und der Spezialbrillen dreidimensionale Bilder aus dem Bauchraum sehen.“ Voraussetzung für noch präziseres und sicheres Operieren.

Gerade bei schwierigen Eingriffen ein unschätzbarer Vorteil. Gleich die erste OP mit 3D-Bildern in Echtzeit zeigt: Die Investition zahlt sich aus. Am „Tisch“ stehen zwei Chefärzte: Neben Chefarzt Dr. med. Bernd Heinzmann auch der urologische Chefarzt Dr. Michael Ludwig. „Eine Leistenhernie“, erklären die beiden Experten. Eigentlich kein schwerer Eingriff, aber zahlreiche vorangegangene urologische Operationen haben zu beträchtlichen Vernarbungen im Bauchinnenraum geführt, so dass schon der Zugang zum eigentlichen Ort des Geschehens eine echte Herausforderung ist.

Abb 1 und 2: Der Urologe Dr. med.Michael Ludwig (li.) und Dr. med. Bernd Heinzmann – rechts mit den Spezialbrillen für 3D-Bilder – stehen gemeinsam am OP-Tisch.

Während der Normalbetrachter am Bildschirm zweidimensionale Aufnahmen sieht, ermöglichen Spezialbrillen das räumliche Sehen im 3D-Format. Der Unterschied ist enorm. Statt der ebenen Abbildung öffnet die dritte Dimension den Blick in die Tiefe – gerade so, als liege die gesamte OP-Region offen.
Aber das ist keineswegs so. Dank der winzigen Öffnungen am und um den Bauchnabel ist die OP nahezu blutfrei. „Bei zweidimensionalen Abbildungen müssen wir die fehlende dritte Dimension praktisch durch ein großes Maß an Erfahrung ausgleichen. Es ist sehr anstrengend und ermüdend, sich die dritte Dimension immer nur vorzustellen“, so Heinzmann. Die dreidimensionale Tiefenwirkung erlaube schnelleres, entspannteres und zugleich präziseres Arbeiten.

3D-Technologie live aus dem OP-Saal

Vor Etablierung der 3D-Technologie im Krankenhaus St. Marienstift haben sich Chef- und Fachärzte in Theorie und Praxis qualifizieren lassen. Nun können sie ihr Wissen an andere weitergeben. Und der Chirurgie-Chefarzt ist überzeugt, dass die moderne Technik Operationen nicht nur optimieren kann, sondern es jungen Kollegen zugleich leichter mache, ihr Handwerk zu erlernen. „Das ist das Maximum an Hightech für eine kleine Klinik wie die unsere. Und wir sind eins von wenigen Krankenhäusern, das sich diese Innovation für seine Patienten leistet.“
20 Mal bereits ist Daniela Kühne seit einem Kaiserschnitt vor 22 Jahren operiert worden. Immer wieder ist es in ihrem Bauchraum zu schmerzenden Verwachsungen gekommen. Erst vor wenigen Wochen ist sie mit Blaulicht in ein Magdeburger Krankenhaus gebracht worden. „Eine riesige Beule hatte sich nach außen gewölbt. Ich wusste vor Schmerzen nicht ein noch aus. Und auch der Notarzt hat das Schlimmste befürchtet“, erzählt die 42-Jährige nur wenige Stunden nach der Operation im Marienstift. „Ich wollte unbedingt hier operiert werden.“
„Das freut einen natürlich, aber auf der anderen Seite war mir sehr wohl bewusst, dass der erneute Eingriff aufgrund der Vernarbungen durch die vielen vorangegangenen Operationen sehr kompliziert werden würde.”
„Die Einheit von bestmöglicher Technik, hier mit 3D-Technologie, und erfahrenem Chirurg sind Voraussetzung für ein optimales OP-Ergebnis“, so Chefarzt Heinzmann. „Alles ist gut gegangen.“ Frau Kühne aus Glindenberg konnte das Krankenhaus bereits zwei Tage nach ihrer OP verlassen. „Spätestens in 14 Tagen arbeite ich wieder“, war sie sich sicher.

Fazit

Chefarzt Heinzmann, der seit Jahren Fortbildungskurse für Ärztekollegen in ganz Deutschland leitet, will seine Lehrinhalte auf eine praxisnahe Unterweisung in der 3D-Technologie ausweiten. „Per Videokonferenz können wir diese Operationen aus dem Marienstift ,hautnah‘ zu fast jedem Standort übertragen und damit die Ausbildung ärztlicher Kollegen auf Live-Operationen ausweiten.“ So werde das Verständnis ungemein erleichtert.

Dr. med. Bernd Heinzmann
Chefarzt, Chirurgie/Kinderchirurgie
Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg GmbH
Harsdorfer Straße 30
39110 Magdeburg
Deutschland