DGP für leichteren Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung Trauernder

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DGP für leichteren Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung Trauernder

Trauernde mit einer schwerwiegenden anhaltenden Belastung sollen künftig einen leichteren Zugang zu therapeutischen Unterstützungsangeboten erhalten.

Dafür hat sich die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) anlässlich der geplanten Einführung einer Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“ in das internationale Krankheitsklassifikationssystem ICD-11 stark gemacht. Dabei gehe es nicht darum, den „normalen Trauerprozess zu pathologisieren, sondern denen zu helfen, denen bislang eine Unterstützung erschwert wird, weil es keine angemessene Beschreibung der Komplikation im Rahmen eines Trauerprozesses gibt“, so das DGP-Vorstandsmitglied Urs Münch.

Um „normale Trauer“ von „komplizierter Trauer“ zu unterscheiden, brauchten Behandelnde sehr gute Kenntnisse der Diagnosekriterien. Zudem müsse sehr sorgfältig vorgegangen werden, sagte Münch. Denn eine „Anhaltende Trauerstörung“ bedeute nicht, dass jede längere Trauerphase automatisch eine psychische Störung sei. Eine aktuelle Studie zeige: Frühestens nach einem halben Jahr könne das Risiko einer Entwicklung einer komplizierten Trauer abgeschätzt werden.

Von der Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“ verspricht sich Münch der DGP zufolge, dass sich Mediziner und Psychotherapeuten intensiver mit der Komplexität von Trauer auseinandersetzten und sich fachlich entsprechend qualifizierten, „so dass Betroffene ein ausreichendes auf ihr Problem zugeschnittenes Angebot ambulanter Psychotherapie haben“.

Quelle: PM DGP, 18.07.2017