Den Augenblick leben Geschäftsbericht 2016

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Den Augenblick leben

Ich lebe mit meinem Vater im Stadtteil Baoshan. Baoshan liegt im Norden Shanghais, 15 Kilometer vom Zentrum entfernt. Mein Vater und ich teilen uns eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem großen Apartmentkomplex. Unsere zwei Mitbewohner heißen Nannan, ein Border Collie, und Milo, ein Samojede – ein sibirischer Schlitten- und Hütehund. Die beiden halten uns ganz schön auf Trab. Seitdem mein Vater in Rente ist, kocht er oft für uns. Manchmal kommt auch meine Oma vorbei, und wir machen uns gemeinsam einen netten Abend.

2007 begleitete ich meine Mutter zu einer Routineuntersuchung ins Krankenhaus. „Sie haben einen Knoten“, sagte der Arzt. „Er ist groß. Es sieht nicht gut aus.“ Mir war, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Diagnose: Eierstockkrebs. Krebs liegt bei uns in der Familie. Auch meine Tante starb daran.

Meine Mutter war im Stadium II diagnostiziert worden. Wie viel Zeit uns noch bleiben würde, wussten wir nicht. Sie war eine starke Frau. Sieben Jahre hat sie durchgehalten, bis Sommer 2014. Die ersten Jahre hatte ich sehr viel Angst: Wie sollte es ohne sie weitergehen? Ich versuchte, mich selbst zu beruhigen: Alles wird gut. Irgendwann musste ich mich dann den Tatsachen stellen.

Aber anstatt pausenlos darüber nachzudenken, was sein würde, wenn sie nicht mehr da wäre, lernte ich die Zeit schätzen, die uns noch blieb. Ich war gerade mit meinem Englischstudium fertiggeworden und zog wieder nach Hause. Ich ging kaum noch aus, verbrachte jede freie Minute mit ihr. So nah wie in diesen Jahren waren wir uns noch nie gewesen. Wir haben Filme und Comedy-Sendungen zusammen geschaut, Mahjong gespielt, Ausflüge aufs Land gemacht. Unser gemeinsames Lieblingsprojekt war Stricken. Alle paar Monate haben wir uns überlegt, welche Pullis wir als nächstes stricken, mit welchen Farben wir experimentieren wollten. So hatte meine Mutter immer ein Ziel vor Augen, auf das sie hinarbeiten konnte.

„Von meiner Mutter habe ich nicht nur Stricken gelernt, sondern auch, das Leben zu genießen und zu tun, was mich glücklich macht. Die Erinnerung an sie ist sehr lebendig. Wenn ich sie vermisse, schaue ich mir alte Bilder an. Aber Liebe geht nicht verloren – ich habe sie in mir und weiß: Ich kann sie auch anderen Menschen geben.“

– Xiaoqian

2007 und 2009 wurde sie zweimal operiert, doch der Krebs war nicht aufzuhalten. Alle drei Wochen begleitete ich sie zur Chemotherapie im Krankenhaus. Später gab ich ihr zu Hause täglich Injektionen mit weißen Blutzellen. Anfang 2014 wurde ihr Zustand immer schlechter. Mir zuliebe wollte meine Mutter so lange wie möglich durchhalten. „Du bist noch so jung“, sagte sie. Sie hätte gerne miterlebt, wie ich heirate, hätte gerne Enkelkinder gehabt.

Jahrelang hatte ich mich auf den Tag vorbereitet, an dem ihr Körper den Kampf aufgeben würde. Als der Tag dann kam, war ich innerlich gefasst und ruhig. Ihre Krankheit hat mich sehr dafür sensibilisiert, wie wichtig unsere Gesundheit ist. Zugleich hat sie mir aber auch gezeigt, das Leben zu genießen, so lange es geht. Durch meine Mutter habe ich gelernt, meinem Herzen zu folgen, auf mich zu achten und das zu tun, was mich glücklich macht. Ich glaube, das ist am Ende alles, was zählt.

Nach dem Tod meiner Mutter fühlte ich mich, als hätte ich meinen Kompass verloren. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich die Liebe, die ich ihr gegeben hatte, auch anderen Menschen geben konnte. Ein Schweizer Musiker, den ich über Freunde kennenlernte, brachte mich mit der Organisation „Heart to Heart“ in Kontakt, die Kinder mit Herzfehlbildungen unterstützt, deren Eltern sich keine Operation leisten können. Hier in Shanghai arbeiten wir mit zwei staatlichen Krankenhäusern zusammen, wo wir für die Kinder Spielzimmer eingerichtet haben. Dort besuche ich die Kinder an den Wochenenden, bringe ihnen Dinge mit, die sie brauchen, und spiele mit ihnen.

Die Kinder vor und nach ihrer Operation zu begleiten, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen beim Gesundwerden zuzuschauen, macht mich glücklich. Kinder gehen ganz anders mit ihrer Krankheit um als Erwachsene: Sie fragen sich nicht, warum es ausgerechnet sie getroffen hat. Sie empfinden weder Selbstmitleid noch Verzweiflung. Ihr Körper tut einfach weh, das ist alles. Aber egal, wie schlimm er schmerzt, da ist immer noch die unschuldige Freude am Leben. Ich finde, davon können wir Erwachsenen viel lernen.

„Meine Großmutter ist unglaublich. Mit 93 noch so fit. Wenn wir zusammen kochen, dann am liebsten Dumplings – die mögen wir alle gern. Auch mein Vater, unser Küchenchef.“

– Xiaoqian

Wenn Zellen krank werden - Infusionstherapie gegen den Krebs

Unvorstellbar, aber wahr: Ein erwachsener Mensch besteht aus bis zu 100 Billionen Zellen. In jeder Sekunde sterben im Körper 50 Millionen Zellen und werden durch ebenso viele neue ersetzt – ein Wunder der Natur, das sich tagtäglich in jedem Menschen ereignet. Doch was, wenn sich bei der Zellteilung Genveränderungen einschleichen? Viele solcher kleinen Mutationen führen dazu, dass sich die Zelle krankhaft verändert. Meist gelingt es dem Körper, diese Mutationen zu reparieren. Erst, wenn sich die befallenen Zellen unkontrolliert teilen, so dass Knoten und Wucherungen entstehen, sprechen wir von einer Krebserkrankung.

Im Jahr 2012 erkrankten weltweit 14 Millionen Menschen neu an Krebs. Bis 2025 könnte die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen auf 20 Millionen steigen. Das hat vor allem mit der höheren Lebenserwartung zu tun. Alte Menschen sind viel häufiger von Krebs betroffen. Dass die Zahlen in einigen Staaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas stark ansteigen, hat jedoch noch einen weiteren Grund: Der Lebensstil hat sich verändert. Die Menschen ernähren sich ungesünder, essen mehr rotes Fleisch und Fertigprodukte, außerdem bewegen sie sich weniger. Auch das Rauchen ist in vielen dieser Länder stark verbreitet. Ein anderes Problem ist die zunehmende Luftverschmutzung, Verbrennungsgase, also polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, sind höchst krebserregend. In China etwa erkranken jeden Tag 12.000 Menschen an Krebs. Der Eierstockkrebs steht dort, was die Häufigkeit betrifft, an neunter Stelle. Er ist besonders gefährlich, weil er oft spät erkannt wird. 

Die Medizin hat in den vergangenen Jahren gewaltige Fortschritte im Kampf gegen den Krebs gemacht. Um nur ein Beispiel zu geben: In Deutschland starben 1980 über zwei Drittel aller Patienten, bei denen Krebs diagnostiziert worden war, an eben dieser Krankheit. Heute kann mehr als die Hälfte aller Krebspatienten auf dauerhafte Heilung hoffen. Dabei verläuft die Therapie meist nach einem ähnlichen Muster. Die erste Säule ist die Operation: Die Ärzte entfernen das erkrankte Gewebe. Die zweite Säule bildet die Strahlentherapie. Die Strahlung schädigt die Erbsubstanz der Zellen, die Tumore werden kleiner oder verschwinden. Als dritte Säule ermöglicht die Chemotherapie eine Behandlung, die den gesamten Körper des Patienten erreicht. Die Medikamente verteilen sich in den Organen und zerstören verstreute Tumorzellen. Oft empfiehlt sich eine Kombination aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie.

Die Wirkstoffe der Chemotherapie, die Zytostatika, sind äußerst aggressiv, müssen exakt dosiert werden und dürfen keinesfalls in Kontakt mit der Haut oder den Atemwegen des Klinikpersonals kommen. B. Braun bietet ein umfangreiches System an, um die Medikamente kontrolliert und für den Patienten so angenehm wie möglich zu verabreichen. So ist es für den Patienten schmerzhaft, wenn der Arzt für jede Medikamentengabe neu in die Vene sticht – gleichzeitig steigt das Infektionsrisiko. Deshalb setzt der Arzt dem Patienten oft einen sogenannten Port unterhalb des Schlüsselbeins. Das ist eine kleine Kammer mit einem Katheter, der in den meisten Fällen in eine herznahe Vene mündet. Mit einer Spezialnadel verabreichen die Ärzte nun über den Port die Zytostatika. Die Celsite® Portkathetersysteme von B. Braun verfügen über ein sehr kompaktes flaches Design und schränken den Patienten kaum in seiner Bewegungsfreiheit ein. Viele weitere Merkmale wie etwa die röntgensichtbare CT-Markierung erleichtern die Behandlung. Die Verbindung zwischen Infusionsflasche und Port gewährleistet unser Schlauchsystem Cyto-Set® Infusomat® Space, das aus einem besonders rissbeständigen Material besteht und sich sehr einfach entlüften lässt. Die Infusionspumpe Infusomat® Space reduziert Anwendungsfehler, weil sie sich intuitiv bedienen lässt. Die Pumpe verfügt außerdem über eine große Medikamentendatenbank, die das Klinikpersonal dabei unterstützt, die richtige Dosierung zu bestimmen.

Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen sind oft eine Folge der Chemotherapie. Antiemetika von B. Braun, also Medikamente gegen Übelkeit und Brechreiz, lindern diese Beschwerden. Falls Patienten Lebensmittel nur schwer kauen und schlucken können, empfiehlt sich Flüssignahrung. Mit Nutricomp® Trinknahrung bietet B. Braun eine Reihe hochkalorischer Trinknahrungen an, die in ihrer Nährstoffzusammensetzung variieren und passend zu den individuellen Bedürfnissen des Patienten eingesetzt werden. Kann sich der Patient auch auf diese Weise nicht ausreichend ernähren, müssen Nährstoffe über eine Ernährungssonde zugeführt werden. B. Braun hat dazu ein umfassendes Angebot entwickelt, unter anderem eine große Auswahl an Sonden- und Trinknahrung.

Viele Krebspatienten lassen sich lieber in den eigenen vier Wänden pflegen. B. Braun entwickelt daher nicht nur die passenden Produkte für die Versorgung und die Therapie zu Hause, sondern bietet auch umfangreiche Services an der Schnittstelle von Klinik und Heimversorgung an. Case Manager von B. Braun machen sich ein Bild von den Bedürfnissen des Patienten, leiten die notwendigen Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Patienten, den Angehörigen, den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal ein, und gewährleisten so eine lückenlose Betreuung. Doch ob zu Hause oder in der Klinik, bei der Ernährung oder Behandlung: Wenn es uns bei B. Braun gelingt, den mühsamen Weg der Krebstherapie für den Patienten zu erleichtern, hat sich jeder Weg gelohnt.