Nach vorne schauen Geschäftsbericht 2016

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Nach vorne schauen

Im Jahr 2014 wurde bei meinem Onkel Bing Typ-2-Diabetes festgestellt. Mich hat die Nachricht schockiert. Wir sind uns sehr nahe. Als ich ein Kind war, haben wir ihn und meine Tante oft am Wochenende besucht, und ich habe mit meinem kleinen Cousin gespielt. Später war ich dort auch Babysitter. Ich erinnere mich an gemeinsame Ausflüge und Kinobesuche. Auch heute kommt Bing oft bei uns vorbei. Er ist ein ruhiger, gebildeter Mann, ein echter Familienmensch. Die Diagnose kam unerwartet. Mein Onkel ist Ende vierzig und hatte keine Vorkrankheiten. Gut, er aß gerne, und war etwas fülliger, aber nicht dick. Er rauchte und trank auch mal ein Glas, aber nichts davon im Übermaß. Als ich mich dann umhörte, merkte ich, dass Diabetes in meinem Umfeld weit verbreitet ist: Fast jeder kennt jemanden in der Familie oder im Freundeskreis, der daran erkrankt ist.

Umso mehr waren wir erleichtert, als wir erfuhren, dass der Diabetes sich im Frühstadium befand und die Zuckerwerte nur leicht erhöht waren. Bing musste seinen Alltag etwas umstellen, aber nichts davon ist eine große Einschränkung für ihn. Morgens nimmt er nun vor dem Frühstück jeden Tag eine Tablette. Er trinkt keinen Alkohol mehr und isst weniger, verzichtet auf Süßes. Ansonsten lebt er weiter ganz normal. Wir sind optimistisch, dass es meinem Onkel noch viele Jahre gut gehen wird. Alle drei Monate muss er ins Krankenhaus zur Untersuchung. Die Behandlung übernimmt seine Krankenversicherung. Seit ihm einmal im Büro schlecht wurde, hat er für Notfälle immer etwas Traubenzucker in der Tasche. Und zu Hause ist immer gesüßter Joghurt im Kühlschrank. Da die Ärzte meinem Onkel wenig Informationsmaterial über Diabetes mitgegeben haben, haben wir vieles gemeinsam online nachgeschlagen. Auch Kollegen, die Erfahrung mit Diabetes haben, geben ihm Ratschläge. Ich finde es klasse, dass es Bing gelingt, sich mehr zu bewegen, und dass er nun auch öfter mal zu Fuß geht, anstatt die U-Bahn oder das Taxi zu nehmen. Er hat jetzt auch mit dem Rauchen aufgehört. Ich hoffe, mein Vater folgt diesem Beispiel.

„Das alte Shanghai ist wie eine elegante Lady – das moderne so aufregend und fancy wie New York. Ich liebe diese Kontraste.“

– Xiaoqian

Blutzucker aus der Balance - Das globale Phänomen Diabetes kann zu schweren Folgeerkrankungen führen

Was immer wir tun: ob laufen oder lachen, atmen oder denken – der hocheffiziente Stoffwechsel unseres Körpers versorgt uns in jeder Situation mit der nötigen Energie. Diese gewinnt er unter anderem aus den in unserer Nahrung enthaltenen Kohlenhydraten, die zunächst vollständig in Glukose zerlegt werden. Die Glukose gelangt mithilfe des Hormons Insulin in die Körperzellen und wird dort in Energie umgewandelt. Doch was, wenn dieser Regelungsmechanismus nicht mehr funktioniert und die Glukose sich stattdessen im Blut sammelt? Dann sprechen wir von Diabetes. Immer mehr Menschen leiden unter dieser Krankheit.

Lebten 2015 bereits rund 415 Millionen Menschen weltweit mit Diabetes, werden es im Jahr 2040 schätzungsweise 642 Millionen sein. Und das – anders als häufig vermutet – längst nicht nur in Europa oder den USA: China ist mit 109,6 Millionen Betroffenen das Land mit den meisten Diabetikern, Indien folgt mit 69,2 Millionen. Auch in Lateinamerika und Afrika nehmen die Zahlen rapide zu. Hinzu kommt: Einer von zwei Erkrankten weiß nichts von seinem Diabetes und bleibt unbehandelt.

Der Grund: Symptome wie Müdigkeit, Durst oder Gewichtsabnahme wirken oft diffus oder harmlos und werden somit nicht gleich dem Krankheitsbild Diabetes zugeordnet. Zudem gibt es unterschiedliche Formen der Erkrankung: Beim sogenannten Typ-1-Diabetes kann der Körper kein Insulin produzieren. Auslöser ist meist eine Autoimmunreaktion, die zur Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen führt. Betroffene müssen das fehlende Insulin – exakt angepasst an Nahrungsaufnahme, körperliche Betätigung und diverse weitere Einflussfaktoren – regelmäßig von außen zuführen. Nur so lässt sich der Blutzuckerspiegel überwiegend im Normbereich halten.

Beim deutlich häufigeren Typ-2-Diabetes besteht eine – mehr oder minder ausgeprägte – Insulinresistenz der Zellen. In diesem Fall hat das Insulin eine reduzierte Wirksamkeit. Im Gegensatz zum Typ-1 handelt es sich beim Typ-2 um eine klassische Zivilisationskrankheit, die ihre Ursache meist in Übergewicht, Bewegungsmangel und kohlenhydratreicher Ernährung hat. Die gute Nachricht: Durch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Bewegung können Patienten das Fortschreiten der Krankheit deutlich hinauszögern. Eine gegebenenfalls darüber hinaus notwendige medikamentöse Behandlung erfolgt meist durch Tabletten oder ebenfalls durch Insulin-Injektionen.

Doch ganz gleich, ob Typ-1 oder 2: In beiden Fällen bildet die regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte mithilfe präziser Messgeräte die Grundlage der täglichen Therapie- und Lebensführung. Denn auch die Folgen von zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerwerten betreffen beide Patientengruppen gleichermaßen: Bei zu niedrigem Blutzuckerwert besteht die Gefahr von Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Bei zu hohem Blutzuckerwert hingegen kann der Patient in ein Koma fallen – es besteht Lebensgefahr. Zudem führen dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte langfristig zu schweren Folgeschäden wie Herz Kreislauf-Erkrankungen, gestörter Nierenfunktion, Augenerkrankungen, Nervenschäden oder dem sogenannten diabetischen Fuß-Syndrom.

Ebenso wichtig wie die Kontrolle ist die Dokumentation der gemessenen Werte sowie anderer wichtiger Einflussfaktoren. Denn: Nicht nur die verabreichte Insulinmenge oder Art und Umfang der eingenommenen Mahlzeiten, sondern auch eine über das übliche Maß hinausgehende körperliche Belastung haben Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Je genauer diese Faktoren dokumentiert werden, desto besser können Ursachen für Blutzuckerschwankungen im Alltag erkannt und durch entsprechende Anpassungen der Insulintherapie aufgefangen werden – beste Voraussetzungen für einen guten Therapieverlauf und die Reduzierung des Risikos möglicher Spätfolgen.

B. Braun engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich Diabetes mit qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen. Entscheidendes Ziel: Patienten mit Diabetes trotz ihrer Krankheit ein möglichst normales, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. So können sie mithilfe des Messsystems Omnitest® ihren Blutzuckerspiegel innerhalb weniger Sekunden exakt bestimmen. Und dank der Stechhilfe Omnican® Lance ist der notwendige Einstich zur Blutgewinnung weniger schmerzhaft. Insulinpflichtigen Patienten bieten die Omnican® fine-Penkanüle für Insulin-Pens sowie unterschiedliche Insulinspritzen eine komfortable Injektion. Für ein bequemes und gleichzeitig sicheres Management ihrer Daten bieten wir Diabetikern das Diabetestagebuch Omnitest® Center für Smartphone, Tablet oder Computer.

Doch selbst bei einer bestmöglichen Therapie lässt es sich mitunter nicht verhindern, dass der Diabetes die Nieren angreift. Im gesunden Zustand filtern die Nieren an nur einem Tag Schadstoffe aus insgesamt rund 1.500 Litern Blut und scheiden diese über den Urin aus. Darüber hinaus regulieren sie die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten und produzieren Hormone. Jedoch können weltweit verbreitete Krankheiten wie Bluthochdruck oder eben Diabetes ein chronisches Nierenversagen auslösen. Dass allein 30 bis 40 Prozent aller Diabetiker später an einem Nierenleiden erkranken, zeigt, wie stark beide Krankheiten zusammenhängen.

Wenn jedoch dauerhaft erhöhter Blutzucker die Nieren schädigt, können sie nach und nach ihre Funktionen nicht mehr erfüllen. Es gilt: Je früher die Schädigung erkannt wird, desto effektiver kann der Prozess gebremst werden. In den ersten Stadien helfen vor allem Ernährungstherapien und Medikamente, den Funktionsverlust der Nieren zu verlangsamen. Ob es irgendwann zum endgültigen Nierenversagen kommt, ist allerdings nur bedingt steuerbar. In allen Stadien des chronischen Nierenversagens gibt es jedoch Möglichkeiten, trotz Krankheit weiterhin ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen – vor allem dank moderner Verfahren wie der Hämodialyse. Hierbei übernimmt an Stelle der Nieren ein spezieller Filter – der sogenannte Dialysator – die Reinigung des Bluts. Über einen eigens gelegten Zugang wird der Patient an eine Dialysemaschine angeschlossen, das Blut fließt mithilfe eines Schlauchsystems durch den Filter. Zusätzlich zur Dialyse verschreiben viele Ärzte ihren Patienten Medikamente. Auch eine Anpassung der Ernährung kann erforderlich sein, etwa in Form veränderter Eiweiß- und beschränkter Kaliumzufuhr.

B. Braun setzt sich seit vielen Jahrzehnten für Nierenkranke ein. In diesem Bereich gelten wir weltweit als einer der größten Anbieter. In über 350 Nieren- und Dialysezentren in mehr als 30 Ländern in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika bieten wir Patienten eine ganzheitliche medizinische Versorgung – von der ersten Aufklärung über Vorsorge und Frühdiagnose bis zur Dialyse selbst. Dabei steht für uns immer der Mensch im Vordergrund: Indem wir uns in den Zentren um organisatorische und logistische Aufgaben – wie Abrechnungen oder Personalsuche – kümmern, unterstützen wir Ärzte und Pflegekräfte dabei, sich ganz auf ihre Patienten zu konzentrieren. Damit unsere Mitarbeiter sich optimal in die Patienten hineinversetzen können und zudem ihr Fachwissen stets auf dem aktuellen Stand halten, besuchen sie regelmäßig Schulungen.

Aber wir betreiben nicht nur Nieren- und Dialysezentren, sondern stellen vor allem auch Geräte und Verbrauchsmaterialien her – für die Hämo- und Akutdialyse ebenso wie für spezielle Blutreinigungsverfahren, etwa zur Therapie von Fettstoffwechselstörungen. Dabei kommt es uns darauf an, ein integriertes System mit aufeinander abgestimmten Komponenten anzubieten. Neben Dialysemaschinen zählen dazu Therapieoptionen, Softwarelösungen, Wasseraufbereitungssysteme, technischer Service sowie Prozessberatung, Planung, Dokumentation, Installation und Weiterbildung. Sharing Expertise ist B. Braun-Philosophie So wegweisend die Möglichkeiten der Technik auch sind: Sie ersetzen nicht den Austausch zwischen Menschen. Das gilt sowohl für Ärzte und ihre Patienten als auch für uns: Indem wir den direkten Dialog mit ihnen pflegen, erkennen wir Bedarfe und Bedürfnisse, um auch weiterhin innovative Lösungen im Diabetes-Management und in der Dialyse zu entwickeln.

So wegweisend die Möglichkeiten der Technik auch sind: Sie ersetzen nicht den Austausch zwischen Menschen. Das gilt sowohl für Ärzte und ihre Patienten als auch für uns: Indem wir den direkten Dialog mit ihnen pflegen, erkennen wir Bedarfe und Bedürfnisse, um auch weiterhin innovative Lösungen im Diabetes-Management und in der Dialyse zu entwickeln.

„Einfach mal durchatmen: Der Songnan-Park ist eine grüne Oase in der Megametropole. Mein Onkel Bing und ich genießen die Ruhe.“

– Xiaoqian