Den Tagen mehr Leben geben

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Den Tagen mehr Leben geben

Die Palliativmedizin will unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen schützend umhüllen, indem sie ein Netz der Unterstützung anbietet.

Wenn alle Mittel zur Heilung ausgeschöpft sind, setzt die Palliativmedizin ein. Ihr Anspruch ist es nicht, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Der Name Palliativmedizin  leitet sich vom lateinischen Verb palliare ab. Es bedeutet, jemanden mit einem schützenden Mantel zu umhüllen. Im übertragenen Sinn ist genau dies der Anspruch der Palliativmedizin.

Umsorgt bis zuletzt

Die meisten Menschen haben einen großen Wunsch: Sie möchten ihre letzten Tage zuhause verbringen. Palliativmediziner und -pflegekräfte betreuen sie in dieser Lebensphase, immer von den Bedürfnissen und Vorstellungen ihrer Patienten geleitet. Wichtige Bausteine der Versorgung sind eine gut angepasste Schmerztherapie, Vermeidung von Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie die Linderung seelischer Nöte.

Eine, die sich seit Jahren darum kümmert, dass Menschen in ihrer gewohnten Umgebung sterben können, ist Dr. Ulla Henning. Mitten in Oberbayern fährt die Palliativmedizinerin als Ärztin eines SAPV-Teams (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) über Land und versorgt ihre Patientinnen und Patienten. „Ich bin so froh, daheim zu sein“: Diese Worte hört sie immer wieder auf ihren Visiten.

Lesen Sie ab Seite 12 die gesamte Reportage über SAPV im ländlichen Raum.

Heilen – manchmal, lindern – oft, beistehen – immer.

Eine palliative Behandlung ist in ganz verschiedenen Versorgungsformen möglich: zuhause, im Krankenhaus, im Alters- und Pflegeheim oder im Hospiz. Unabhängig davon, wo Menschen palliativ versorgt werden, arbeiten hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter Hand in Hand. Zum 10. Mal treffen sich dieses Jahr in Berlin Palliativmediziner, Palliativpflegekräfte und andere in der Palliativpflege Tätige zu einem intensiven Austausch auf dem Palliativforum.

Informieren Sie sich hier über das 10. Forum Palliativmedizin am 11. und 12. November 2016 in Berlin.

Wundversorgung 

Auch wenn es in der palliativen Wundversorgung nicht mehr um Heilung geht, spielt die ganzheitliche Linderung von Schmerzen und Beschwerden eine immens wichtige Rolle. Durch eine kontinuierliche medizinische und pflegerische Versorgung können für den Betroffenen und seine Angehörigen die psychischen und physischen Auswirkungen unheilbarer Wunden erheblich reduziert werden und entscheidend zum Wohlbefinden des Patienten beitragen. Hierbei geht es um ganz unterschiedliche Aspekte: Angefangen bei der Schmerzreduzierung über ästhetisch akzeptable Wundverbände, Geruchs- und Juckreizminderung bis hin zur Vermeidung von Infektionen und Blutungen. Dabei richten sich sämtliche Maßnahmen nach den Bedürfnissen des Patienten. Sein Empfinden hat vor allem anderen Vorrang.

Wundexperten-Interview: Askina® SilNet

Ernährung an die veränderten Bedürfnisse anpassen

Ein zentrales Thema im Zusammenhang mit palliativer Versorgung ist die Ernährung. Häufig verlieren schwer kranke Menschen ihren Appetit bis hin zu einer ausgeprägten Abneigung gegenüber Nahrung. Die Auswahl der akzeptierten Lebensmittel ist stark eingeschränkt. Das verminderte bis nicht vorhandene Hungergefühl ist eine Reaktion des Körpers auf die fortgeschrittene Erkrankung.

Darüber hinaus werden Essen und Trinken durch ein schnelles Sättigungs- oder Völlegefühl und eine oft verzögerte Magen-Darm-Passage zur Last. Betroffene und Angehörige stehen daher vor einer großen Herausforderung. Wie sie mit der Situation umgehen, hängt stark vom Krankheitsstadium und den Wünschen des Betroffenen ab. Für das richtige ernährungstherapeutische Angebot ist es wichtig, die Krankheitssituation einzuschätzen und danach abzuwägen, welchen Einfluss die veränderte Nahrungsaufnahme auf die Gesamtsituation und die Lebensqualität in der verbleibenden Lebenszeit hat.

Was Palliativmedizin leisten will

Die Palliativbewegung hat sich innerhalb von nur zwanzig Jahren von der Hospizbewegung zu einer großen Fachdisziplin entwickelt, die bundesweit sektorenübergreifend die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen nach hohen Qualitätsstandards gewährleistet.