Afrika kommt!

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Wo wir stolpern, liegt der Schatz

Ein weiser Mann hat einmal gesagt: Wo wir stolpern, liegt der Schatz.* Anders ausgedrückt: Wenn wir es riskieren, den festen Boden unserer Komfortzone zu verlassen, können wir viel gewinnen. Ob es stimmt?

Die diesjährigen fünf Teilnehmer der Initiative „Afrika kommt!“ bei B. Braun scheinen es zu beweisen: Wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, hört es sich tatsächlich so an, als hätten sie einen Schatz geborgen. Und zwar nicht obwohl, sondern gerade weil sie es riskiert haben, zu stolpern. Was sie darüber hinaus gemeinsam haben: Sie stammen aus verschiedenen Ländern eines Kontinents, der an Komplexität und Diversität kaum zu überbieten ist, sie haben sich in einem beinharten Auswahlverfahren gegen 3323 Mitbewerber durchgesetzt, und sie wollen im Austausch mit Experten aus verschiedenen Kulturen etwas bewegen.

Während der ersten Wochen in Deutschland haben sie mit den anderen Stipendiaten der zwölf teilnehmenden Unternehmen ein Vorbereitungsprogramm in Bonn durchlaufen. 

„Es war eine unglaublich intensive Zeit, in der wir sehr schnell Kontakte geknüpft und uns gegenseitig mit unserem Enthusiasmus angesteckt haben“, erinnert sich Sheila Cristina Simbine (32), Vertriebs- und Marketingexpertin aus Mosambik.  

In Melsungen Fuß zu fassen, sei zunächst nicht ganz leicht gewesen. Nicht zuletzt wegen des Wintereinbruchs und der Kälte. „Die war ein Schock. Ich habe zum Teil fünf Oberteile übereinander getragen und trotzdem gefroren.“ Irgendwann habe sie sich gesagt: „Okay, es ist kalt, du frierst und du kannst es nicht ändern. Finde dich damit ab.“ Danach sei es besser geworden.

Aber nicht nur klimatisch, sondern auch beruflich habe sie sich neu orientieren müssen: „Zu Beginn meiner Zeit gab es noch keine klare Definition des Projektes, in das ich eingebunden war, und meiner Rolle darin. Für mich bestand die Herausforderung darin, sehr viel zwischen unterschiedlichen und teils komplett neuen Aufgabenstellungen hin und her zu wechseln. Das erforderte ein Höchstmaß an Multi-Tasking-Fähigkeiten, und zwar gefühlt  mit verbundenen Augen.“ Daran, dass Sie sich innerhalb dieser komplexen Gesamtsituation nicht nur sehr schnell orientiert, sondern mit ihrer Expertise auch extrem gewinnbringend für alle Beteiligten – und nicht zuletzt das Projekt – eingebracht hat, lassen die Rückmeldungen ihrer Kollegen keinen Zweifel. „Genau dieser Orientierungsprozess vom anfänglichen Nicht-Wissen über das Klären und Ordnen bis hin zum anschließenden Gestalten hat mir viel gegeben“, so Sheila Simbine. 

Auch Akofa Bart-Plange (35) hat bei B. Braun fachlich Neuland betreten. Sie habe anfangs keine Ahnung gehabt, welche Anforderungen man an sie stellte, geschweige denn, ob sie ihnen gerecht werden würde. „Es gab tatsächlich einen Moment, in dem mir alles sinnlos erschien und ich mich fragte: Was mache ich hier überhaupt?“ Aber dann habe sich aus der anfänglichen Unsicherheit eine ganz neue Stärke entwickelt, ein Gefühl, dass nichts unmöglich ist. „Ich habe mich regelrecht neu entdeckt. Sowohl beruflich, als auch persönlich. Und der Kulturschock bei meiner Rückkehr nach Ghana wird wahrscheinlich heftiger, als der bei meiner Ankunft in Deutschland“, so die Biomedical Ingenieurin. In ihrem Vortrag im Rahmen des Empfangs beim Bundespräsidenten im Juli hat sie von ihren Erfahrungen erzählt. 

Akofa Bart-Plange

Ihr Kollege Collins Agoro (31) aus Kenia, der während seines Aufenthaltes auch am German-African Business Summit in Kenia teilgenommen hat, und unter anderem an Diskussionen mit Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, empfindet die vergangenen Monate als absolut richtungsweisend: „Ich bin in meine Führungsrolle hineingewachsen und es fällt mir immer leichter, beruflich auch weitreichende Entscheidungen innerhalb komplexer Zusammenhänge zu treffen“, sagt Agoro, dessen erklärtes Ziel es ist, seinen Beitrag zur Weiterentwicklung der deutsch-afrikanischen Handelsbeziehungen zu leisten. Gerade die interkulturellen Unterschiede waren für ihn dabei extrem aufschlussreich:„Ich komme aus einer Arbeitskultur, in der Kritik weitestgehend vermieden wird. Man möchte niemanden bloßstellen. Hier habe ich erlebt, dass sie – freundlich und sachlich geäußert – alle weiter bringt. “

Elijah Ogunniran (36) aus Nigeria stimmt ihm zu. „Der Umgang mit Fehlern, Kritik und Nicht-Wissen ist hier anders.“ Der Chemie Ingenieur hat die vergangenen zwölf Monate nicht nur als bereichernd, sondern teilweise sogar als bahnbrechend erlebt. Und zwar keineswegs nur im Zusammenhang mit offensichtlichen Highlights, wie dem Empfang des Bundespräsidenten oder dem Kennenlernen neuer Wirtschaftstrends, wie Industry 4.0 oder Design Thinking, sondern auch in ganz alltäglichen und scheinbar banalen Situationen: „Vor meiner Zeit bei B. Braun habe ich zum Beispiel noch keinen gestandenen Manager in einem Meeting sagen hören: Ich weiß es nicht.“ Für ihn sei es ein Aha-Erlebnis gewesen, dass eine solche Äußerung keineswegs als mangelnde Kompetenz gedeutet werde.

Schofield Brian Nkata, (25) aus Uganda der als Marketing Experte im Bereich Sales Middle East & Africa tätig war, erlebt das ähnlich: „Die Leute sind Experten in ihren Bereichen und kennen ihre Limits. Außerdem wird viel Wert auf eine gründliche Planung gelegt, statt einzelne Schritte zu überspringen, um zu schnelleren Ergebnissen zu kommen. Das gefällt mir.“ Im Extremfall können die Gründlichkeit und die Konzentration auf den eigenen Fachbereich aber auch bremsend wirken. Da habe eine Dynamik, wie er sie aus Uganda kennt, durchaus Vorteile. „Aber darum geht es ja gerade“, sagt er: „Sharing Expertise. Und zwar interkontinental.“ 

Für Prof. Dr. Heinz-Walter Große, Vorstandsvorsitzender B. Braun, ist klar: „Die inzwischen fünfte Teilnahme an der Initiative Afrika kommt! Hat sich erneut bewährt. Sie ist ein wichtiger Faktor auf unserem Weg, mit Subsahara-Afrika eine langfristige und gute Partnerschaft zu etablieren, von der wir alle profitieren.“ Dass alle diesjährigen Teilnehmer eine Anstellung bei     B. Braun erhalten haben, spricht nicht nur für sich, sondern auch dafür, dass ein weiser Mann offenbar recht hatte: Wo wir stolpern, liegt der Schatz.

* Frei nach einem Zitat von Joseph Campbell

Von Christin Bernhardt
 

Afrika kommt!

Die Initiative „Afrika kommt!“ ist ein Weiterbildungsprogramm zur Förderung von Nachwuchsführungskräften aus Subsahara-Afrika. Sie wurde im Jahr 2007 unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten von 19 deutschen Unternehmen ins Leben gerufen und seither im Auftrag der Unternehmen durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ koordiniert. Während die Nachwuchskräfte profunde Einblicke in deutsche Wirtschafts-, Kultur- und Unternehmenswelten erhalten, profitieren die Unternehmen von der Expertise und dem kulturellen Wissen der Teilnehmer und bauen auf nachhaltige Kooperationen. 

Bereits seit über 60 Jahren pflegt B. Braun Handelsbeziehungen mit dem afrikanischen Kontinent. Über die Geschäftsaktivitäten der B. Braun-Gesellschaften in Südafrika, Zimbabwe und Kenia hinaus engagiert sich B. Braun auch über die Subsahara-Initiative der deutschen Wirtschaft SAFRI. Deren Präsident ist Prof. Dr. Heinz-Walter Große, der das Engagement für die Initiative „Afrika kommt!“ als Vorstandsvorsitzender von B. Braun angeregt hat.