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"Wir bleiben zusammen - in guten wie in schlechten Zeiten."

Millionen Menschen weltweit sind von Harnwegserkrankungen und Inkontinenz betroffen. Barb, die Protagonistin unseres Geschäftsberichts, hat erlebt, was das für Betroffene und Angehörige bedeutet: Sie pflegte viele Jahre ihre Schwiegermutter.

Entgegen aller Klischees hat Barb mit ihrer Schwiegermutter eine besonders innige Beziehung verbunden. „Ich habe LaVonne immer bewundert. Sie war eine mutige, lebenslustige Frau, die das Leben genoss. Mit 68 lernte sie noch das Autofahren. Und wenn ich an sie denke, sehe ich sie meistens beim Kochen. Kochen machte sie glücklich. LaVonne, wie sie in der Küche steht und Truthahn zubereitet, oder wie sie beim Campen Speck auf einem Gaskocher brät.“

Die letzten Jahre ihres Lebens waren jedoch weder an Kochen noch an Campen zu denken: Ausgerechnet an ihrem 80. Geburtstag erlitt LaVonne einen Schlaganfall. Teile ihres Gehirns waren irreparabel beschädigt. Sie konnte von da an nicht mehr laufen, kaum noch sprechen, kauen oder schlucken. Auch ihre Blase konnte sie nicht mehr kontrollieren und hatte deswegen einen Katheter. Man musste sie künstlich ernähren, die Wäsche, die Windeln und die Laken wechseln, sie waschen, sie bewegen – elf Jahre lang. Vor allem für LaVonne selbst, doch auch für ihre Angehörigen, keine leichte Zeit.

„Ihr Mann Marv war damals schon 83, aber er pflegte sie zu Hause“, erinnert sich Barb. „Auch ich war in ihren letzten Monaten vier Tage in der Woche bei ihr und weiß, wie hart und wie schwer die Arbeit war.“ Als LaVonne starb, im Frühjahr 2017, sei das für sie und für ihre Angehörigen auch eine Erlösung gewesen.

„Ich denke oft an sie. Wie ihre Augen blitzten, wie sie auf ihre Großenkel blickte. Und natürlich, wie liebevoll ihr Mann Marv mit ihr umging. An jedem einzelnen Tag, in jeder Sekunde. Oft haben wir ihm vorgeschlagen, LaVonne in ein Heim zu geben. Aber für Marv kam das nicht infrage. Für ihn war klar: Wir bleiben zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten“

Von Harninkontinenz sind längst nicht nur Schlaganfallpatienten betroffen, sondern Millionen Menschen auf der ganzen Welt – aus ganz unterschiedlichen Gründen. In den USA klagen 14 Prozent aller Männer über Harninkontinenz – und 51 Prozent aller Frauen. Diese sind aufgrund ihrer Anatomie öfter betroffen. Doch aus Scham sprechen viele Menschen nicht über ihr Leiden und erfahren deshalb nicht, dass die moderne Medizin viele – zum Teil verblüffend unkomplizierte Lösungen – bietet. Genau hier setzt die World Continence Week an. Mit weltweiten Kampagnen und Veranstaltungen will sie auf das Thema aufmerksam machen und Menschen ermutigen, über ihre Beschwerden zu sprechen, wertvolle Informationen zu erhalten und gezielt Hilfe in Anspruch zu nehmen.