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Informationen zur Erstattung von Hilfsmitteln

Aus chronischen Krankheiten und Behinderungen resultieren fast immer besondere finanzielle Belastungen für die Betroffenen und ihre Familien. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Herausforderungen haben sie berechtigte Ansprüche auf finanzielle Entlastung: Die gesetzlichen Krankenversicherungen erstatten Kosten für Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel.

 

Was ist überhaupt ein Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel?

Hilfsmittel sind Gegenstände, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie sichern den Erfolg einer Krankenbehandlung indem sie ersetzen, unterstützen oder entlasten.
  • Sie beugen einer drohenden Behinderung vor.
  • Sie gleichen eine Behinderung aus und helfen, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Dazu zählen Stoma- und Inkontinenz-Artikel, orthopädische Hilfsmittel wie Prothesen sowie Reha-Artikel zum Gebrauch wie Rollstühle und Rollatoren – um nur einige Beispiele zu nennen.

Wann ist die gesetzliche Krankenversicherung in der Leistungspflicht?

Generell ist Ihre gesetzliche Krankenversicherung nur verpflichtet, die Dinge zu bezahlen, die zur Erreichung und zum Erhalt des Therapiezieles notwendig sind.

Möchten Sie Hilfsmittel verwenden, die darüber hinaus gehen, müssen Sie eventuell die Mehrkosten für das Produkt und die nachgelagerten Kosten (z. B. Reparaturkosten) selbst tragen.

In jedem Fall sollten Sie sich eine Verordnung von Ihrem behandelnden Arzt ausstellen lassen. Den Bedarf ermittelt immer der Arzt. 

Im Folgenden haben wir für Sie zusammengestellt, was bei der Antragstellung zu beachten ist. 

   

Tipps für Ihren Hilfsmittel-Antrag

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin legt ein Therapieziel fest und entscheidet, welche Hilfsmittel Sie benötigen. Lassen Sie sich eine Verordnung (Rezept Muster 16) ausstellen.
Gut zu wissen: Hilfsmittel gehen nicht zu Lasten des Budgets der Arztpraxen! Achten Sie zusätzlich darauf, dass auf dem Rezept das Feld "Nr. 7 - Hilfsmittel" angekreuzt ist. 

 

Sollte dieser nicht bekannt sein, melden Sie sich bei Ihrer Krankenkasse. 

Die Krankenkassen haben für verschiedene Produktbereiche Verträge nach §127 Abs. 1 SGBmit den Sanitätshäusern abgeschlossen.
Gut zu wissen: Neben der Versorgung mit Hilfsmitteln haben Sie auch Anspruch auf die entsprechende Anleitung und Beratung.

 

Der Leistungserbringer erstellt mit Ihrer Verordnung einen entsprechenden Kostenvoranschlag bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung des Hilfsmittels. B. Braun HomeCare ist Partner bei fast allen gesetzlichen Krankenkassen.

Gut zu wissen: Die Krankenkasse muss (§ 13 Absatz 3a - Kostenerstattung) binnen drei Wochen über Ihren Antrag entscheiden. Wenn ein Gutachten (durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK)) erforderlich ist, hat sie dafür rein rechtlich fünf Wochen Zeit. Wenn nach fünf Wochen keine schriftliche Informationn den Kunden gegangen ist, gilt der Antrag automatisch als genehmigt und Sie müssen automatisch Kontakt zu Ihrem Sanitätshaus aufnehmen. 

Ansonsten nimmt Ihr Leistungserbringer nach Genehmigung des Kostenvoranschlages Kontakt mit Ihnen auf und veranlasst die Belieferung, die Einweisung etc.. 

Wenn Sie Fragen oder Probleme haben unterstützen wir Sie gern. Rufen Sie uns an, oder nutzen Sie das Kontaktformular.

 

Eine versicherte Person muss mit einer gesetzlichen Zuzahlung rechnen, wenn sie

  • das 18. Lebensjahr überschritten hat.
  • nicht von der Zuzahlung befreit ist.

Die Höhe der Zuzahlungen beträgt:

  • 10% des Hilfsmittelabgabepreises (aber mindestens 5 € und maximal 10 € bei mehrfach verwendbaren Hilfsmitteln).
  • höchstens 10 € pro Versorgungsmonat bei Verbrauchsartikeln.

 

 

Es gibt eine Belastungsgrenze. Damit definiert der Gesetzgeber ein Limit für die finanzielle Beteiligung des bzw. der Versicherten. Versicherte müssen während eines Kalenderjahres

  • nur maximal 2 % ihres Bruttoeinkommens zuzahlen.
  • nur maximal 1 % ihres Bruttoeinkommens zuzahlen, wenn sie chronisch krank sind.

 

 

In dem Fall sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung stellen. Heben Sie Belege etc. immer gut auf, damit Sie alle Ausgaben dokumentieren können.
Gut zu wissen: Detaillierte, weiterführende Informationen bietet der BVMed in seiner Patienteninformation zur Hilfsmittelversorgung.

 

Übersicht zur besseren Orientierung

Zuzahlungspflichtig Zuzahlungsbefreiung
Stoma- und/oder Kontinenzversorgung 10 % des Rezeptwertes, max. jedoch 10 €/Monat Generelle Befreiung von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren.
Wundversorgung 10 % pro Verordnungszeile, d.h. max. 10 €/Artikel. Versicherte, die mehr als 2 % ihres Bruttoeinkommens für Medizinprodukte ausgeben, können sich bei der Krankenkasse befreien lassen.
Pauschalversorgung muss pro Monat mit 10 € zugezahlt werden. Chronisch Kranke müssen nur bis zu 1 % ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen für Eigenanteile und Zuzahlungen aufbringen, bei Überschreitung ist eine Befreiung möglich.

Informationen zur Erstattung von arzneimittelähnlichen Produkten

Unter arzneimittelähnlichen Produkten versteht man z. B. Produkte zur enteralen Ernährung und Trinknahrung, der Verbandmittel und Wundversorgung sowie Blutzuckerteststreifen.

Die Vorgehensweise zur Verordnung und Erstattung dieser Produkte entspricht weitestgehend der der Hilfsmittelbeantragung mit dem Unterschied, dass arzneimittelähnliche Produkte zu Lasten des Budgets des Arztes verordnet werden.

Noch Fragen?

Sie haben Fragen? Wir beantworten Sie Ihnen gern. Das Team um Frau Zöbele steht Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.

Kontakt

Andrea Zöbele
Pflegeexpertin Stoma-Kontinenz-Wunde, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Wundberaterin AWM, Medizinprodukteberaterin