Ratgeber Sport

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Dialyse und Sport – eine gute Kombination für mehr Gesundheit

Dialysepatient trainiert seine Hand mit einem Griffball.

Therapiebedingt verbringen Dialysepatient*innen 600 bis 750 Stunden jährlich auf der Behandlungsliege ohne sich zu bewegen. Dazu kommen noch die nächtlichen Schlafstunden. Auch bei Patient*innen, die noch nicht auf eine Dialyse angewiesen sind, führt die chronische Niereninsuffizienz meist schon zum fortschreitenden Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit und zu Muskelabbau.

Als Dialysepatient*in können Sie dem entgegenwirken, indem Sie eine individuelle Sporttherapie wahrnehmen1,3. So halten Sie sich nicht nur körperlich fit. Auch psychisch kann regelmäßiges Sporttreiben einen stark positiven Effekt erzeugen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt sich während der Dialyse zu bewegen, welche Sportarten für Dialysepatient*innen besonders geeignet sind und worauf Sie beim Sport achten sollten. Bitte denken Sie daran: Wir geben Ihnen lediglich allgemeine Tipps zum Training an die Hand. Ihr individuelles Sportprogramm muss an Ihren Gesundheitszustand angepasst und auch von Zeit zu Zeit verändert werden. Sprechen Sie immer mit Ihren behandelnden Ärzt*innen über Ihre sportlichen Vorhaben.

Mehr Bewegung im Alltag

Patientin arbeitet im Garten und pflanzt Blumen ein.

Um Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, genügen oft bereits kleine Umstellungen im Alltag, die für mehr Bewegung sorgen. Denn: Bereits 20 Minuten Bewegung täglich können ausreichen, um Ihren Körper fit zu halten. Verzichten Sie beispielsweise auf den Aufzug und nehmen Sie stattdessen die Treppe. Kurze Wege können Sie in Zukunft auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen und dafür das Auto stehen lassen.

Ein Patient geht mit seinem Hund Gassi.

Auch Alltagsaufgaben wie Staubwischen, Fensterputzen oder Rasenmähen können zur Steigerung Ihrer Fitness beitragen. Die einzelnen Aktionen mögen Ihnen unbedeutend erscheinen, aber in Summe zählt jeder Schritt. Verbringen Sie möglichst viel Zeit im Freien und versuchen Sie, sich täglich ausreichend zu bewegen, ohne sich zu sehr anzustrengen. Schon nach kurzer Zeit könnten Sie eine Verbesserung Ihres Fitnesszustandes und damit Ihrer Lebensqualität feststellen.

Hilfreich können auch sogenannte Fitnessarmbänder sein, die Ihre zurückgelegten Schritte zählen. Sie können sich so persönliche Ziele stecken, z. B. mindestens 1.000 Schritte täglich und das Armband erinnert Sie daran, dass noch ein Spaziergang unternommen werden sollte. Viele Dialysepatient*innen legen sich einen Hund zu: Durch das tägliche Gassigehen allein, kommen die meisten Hundehalter*innen schon auf über 1.000 Schritte und über 20 Minuten Bewegung am Tag.

Sport während der Dialysebehandlung

Für fast alle Dialysepatient*innen gibt es Möglichkeiten Sportübungen zu machen, die Kraft, Ausdauer und Koordination verbessern2,3. Es gibt Dialysezentren, die ihren Dialysepatient*innen mindestens einmal pro Woche „Sport während der Dialyse“ anbieten. Dieser Sport besteht meistens aus ganz einfachen Übungen wie „rhythmisches Füßewackeln“, „Luftfahrradfahren“ oder Streck-Beuge-Übungen mit sogenannten Therabändern. Insbesondere für Dialysepatient*innen mit Bewegungseinschränkungen sind Kraftübungen wie Beinheben und Hüftbeugen in Rückenlage empfehlenswert. In vielen Fällen kann das regelmäßige Muskeltraining dafür sorgen, dass Patient*innen mit der Zeit deutlich mobiler werden, da diese Übungen sowohl Muskelkraft als auch Gleichgewicht und Koordination verbessern2. Auch Schulter- und Trizepspressen sowie Seithebungen können in den Trainingsplan aufgenommen werden. Für viele Dialysepatient*innen können wegen des vielen Liegens besonders solche Übungen wichtig sein, die die Rückenmuskulatur stärken und den Stoffwechsel der Wirbelsäure und anhängender Muskulatur anregen.

Wenn Sie sich fit genug fühlen und ohnehin einen vollen Terminkalender haben, können Sie die wöchentlichen Dialysezeiten nutzen, um sich intensiver körperlich zu betätigen3: Manche Dialysezentren verfügen zu diesem Zweck über spezielle Trainingsgeräte, z. B. Bettfahrräder, die von den Patient*innen zum Sport während der Dialyse in Anspruch genommen werden können. Welche Übungen sich in Ihrem Fall im Dialysezentrum und Zuhause besonders eignen und wie diese korrekt ausgeführt werden, erfahren Sie von Ihrem behandelnden Dialyseteam.

Sport und Dialyse: Als Dialysepatient*in regelmäßig trainieren

Ein Ehepaar geht Hand in Hand auf einer Wiese spazieren.

Bei Hämodialysepatient*innen kann neben der Kraft auch die Ausdauer gegenüber gesunden Menschen um bis zu 60 Prozent reduziert sein3 – viele Sportarten, z. B. Laufen, Schwimmen oder Fahrradfahren können beides fördern. Aufgrund der verminderten Muskelkraft und teilweise auch aufgrund des verminderten Gleichgewichtsgefühles verzichten manche Dialysepatient*innen auf diese Sportarten. Die modernen Sportgeräte wie Laufbänder, Heimtrainer, Nordic-Walkingstöcke oder Fahrräder lassen sich aber gut auf Menschen mit nur geringer Kraft und geminderter Koordination einstellen. Heutzutage müssen auch betagte Dialysepatient*innen nicht auf das Training mit Sportgeräten verzichten.

Sport kann auch eine Brücke zu Gleichgesinnten darstellen. Sport kann helfen, negative Gefühle zu überwinden und Selbstbewusstsein, Spaß und Geselligkeit erzeugen. Sport in der Gemeinschaft dient aber auch der Sicherheit aller Beteiligten: Als Dialysepatient*in sollten nicht alleine im Wald laufen gehen. Die Tour in der Gemeinschaft ist sicherer und macht darüber hinaus mehr Spaß.

Hier einige Beispiele beliebter Sportaktivitäten bei Dialysepatient*innen:

  • Einfache Kraftübungen
  • Gruppengymnastik
  • Nordic Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen oder Wassergymnastik
  • Kegeln oder Bowling
  • Tanzen
  • Yoga oder Qi Gong

Körperliche Aktivität und bessere Körperfunktionen können mit einem Zugewinn an Lebensqualität, weniger Krankenhausaufenthalten und längerer Lebensdauer unmittelbar verbunden sein4. Sport in Gruppen fördert neben der Fitness auch die soziale Komponente und kann sich positiv auf Ihr Wohlbefinden auswirken4. Sofern es die körperlichen Voraussetzungen zulassen und nach Absprache mit den behandelnden Ärzt*innen, ist es ratsam, mehrmals wöchentlich Sport zu treiben. Allerdings sollten Sie einige wichtige Punkte beim Thema Sport und Dialyse beachten.

  • Überanstrengung: Besonders zu Beginn der Hämodialyse kann es passieren, dass Dialysepatient*innen ihre Fähigkeiten überschätzen. Hören Sie beim Sport stets auf Ihren Körper und überanstrengen Sie sich nicht.
  • Flüssigkeitszufuhr: Als Dialysepatient*in achten Sie penibel auf Ihre tägliche Flüssigkeitszufuhr. Wenn Sie aktiv Sport treiben, schwitzen Sie. D.h. Sie dürfen Ihre Trinkmenge erhöhen – lassen Sie sich von Ihrem Dialyseteam dazu beraten.
  • Shunt und Katheter: Um den Shunt vor Verletzungen zu schützen, könnten Sie beim Sport eine spezielle Manschette tragen. Katheterpatient*innen brauchen teilweise einen Tertiärverband. Dieser wasserdichte Verband wird über dem normalen Katheterverband angebracht. Pflegen Sie den jeweiligen Gefäßzugang außerdem wie empfohlen.

Dialyse und Sport: Mehr Flexibilität durch Heimdialyse

Als Dialysepatient*in sind Sie von den Öffnungszeiten Ihres Dialysezentrums abhängig. Dort verbringen Sie jede Woche mehrere Stunden Ihrer kostbaren Freizeit. Allerdings gibt es eine Alternative: Mit der Heimdialyse wird Ihre Dialysetherapie in das eigene Zuhause verlegt. Das bedeutet für Sie, dass Sie Ihren Alltag wieder flexibler gestalten können. Auch Ihr individuelles Sportprogramm ist dann nicht mehr abhängig von Ihren Dialysezeiten, da Sie dieses in Absprache mit Ihren behandelnden Ärzt*innen selbst bestimmen. Die Heimdialyse stellt einen enormen Zugewinn an Lebensqualität und Selbstbestimmtheit im Alltag dar. Informieren Sie sich daher in unserem Heimdialyse-Bereich über die Möglichkeit der Heimdialyse.

Sie interessieren sich für die Heimhämodialyse als alternative Behandlungsmöglichkeit Ihrer Nierenerkrankung? Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich über den DAHEIM Service von B. Braun aufklären! Wir beantworten Ihre Fragen und suchen das Gespräch mit Ihren behandelnden Nephrolog*innen. Füllen Sie entweder unser Kontaktformular aus oder melden Sie sich per E-Mail an daheim-service@bbraun.com oder per Telefon unter +49 (0) 56 61 – 71 46 11 bei unserem Service-Team.

Portrait-Aufnahme von Simone Klein, der Leiterin des B. Braun Heimdialyse Services.
Simone Klein
Leiterin Heimhämodialyse Service
Organisation
Simone Klein ist als Leiterin des Heimhämodialyse-Teams von B. Braun Ihre erste Ansprechpartnerin und verantwortet den gesamten Daheim Service.
Portrait-Aufnahme von Julia Bangert, der Operations Managerin des B. Braun Heimdialyse Services.
Julia Bangert
Operations Managerin
Als Operations Managerin ist Julia Bangert für alle organisatorischen Themen im Rahmen der Heimdialyse und der Umstellung der Patient*innen zuständig.

1 Grigoleit B. Sport und Dialyse: Dürfen Dialysepatienten trainieren? 30.11.2016. https://www.personalfitness.de/lifestyle/457.
2 Smart N, Steele M. Exercise training in haemodialysis patients: a systematic review and meta-analysis. Nephrology (Carlton) . 2011 Sep;16(7):626-32. doi: 10.1111/j.1440-1797.2011.01471.x
3 Daul AE, Schäfers RF, Daul K, Philipp T. Exercise during hemodialysis. Clin Nephrol. 2004 May;61 Suppl 1:S26-30. PMID: 15233244
4 Hoshino J. Renal Rehabilitation: Exercise Intervention and Nutritional Support in Dialysis Patients. Nutrients. 2021 Apr 24;13(5):1444. doi: 10.3390/nu13051444. PMID: 33923264