Lipos erkennen

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Wie gehe ich mit Lipos um?

Abgesehen davon, dass Lipohypertrophien (kurz: Lipos) unschön aussehen, sorgen sie für eine unregelmäßige Insulinresorption und machen Ihre Blutzuckerwerte unberechenbar.1,2 Es gibt also verschiedene Gründe, warum Sie Lipos vermeiden sollten.

Grundwissen zu Lipos

Warum entstehen Lipos?

Der Körper bildet Lipos, wenn Sie über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder in den gleichen Bereich spritzen. Mitunter spielt auch das Insulin selbst eine Rolle. Denn wenn Sie immer wieder in die gleiche Stelle injizieren, bleiben Rückstände des Insulins im Fettgewebe, was dazu führt, dass die Fettzellen wachsen.3

Der Körper reagiert auf diese Weise, wenn Sie

1.  wiederholt in die gleiche Stelle injizieren.

2. Nadeln wiederverwenden, da die Spitze stumpf wird und somit größere Verletzungen verursacht.4,5

Warum sind Lipos riskant?  

Vielleicht haben Sie davon gehört, dass manche Menschen mit Diabetes absichtlich in Lipos spritzen. Der Grund: Der Einstich mit der Nadel ist weniger spürbar.17 Allerdings ist es extrem gefährlich. Denn abgesehen davon, dass die Lipos immer schlimmer und unästhetischer werden, tauchen in der Folge öfter unerklärliche Hypoglykämie und glykämischer Variabilität auf. Selbst, wenn Sie alles richtig gemacht haben, wird das Insulin an solchen Stellen nicht richtig absorbiert.4,5

Neuere Studien belegen, dass in Lipos injiziertes Insulin nur 30 Prozent Wirksamkeit zeigt.18 Die Folge ist, dass man eine höhere Insulin-Dosierung von zusätzlich 10 bis 15 Insulineinheiten verabreichen muss.5 Besprechen Sie dieses Thema auf jeden Fall mit Ihrem Diabetesteam, falls Sie betroffen sind.

Mit Lipos umgehen

Wie entdecke ich Lipos?

Wenn Sie sich mit Ihrem Diabetesteam treffen, wird in der Regel nach Auffälligkeiten in den Injektionsbereichen geschaut. Aber es ist ebenso wichtig, Ihre Haut selbst regelmäßig zu untersuchen. Am besten, Sie tun das auf folgende Weise:

1. Als erstes sehen Sie sich Ihre Haut ganz genau an. Halten Sie Ausschau nach

  • sichtbaren Einstichstellen
  • blauen Flecken auf der Haut.

2. Im zweiten Schritt tasten mit den Händen die Injektionsbereiche ab. Wichtig ist, dass

  • diese Untersuchung in einem warmen Raum stattfindet – Gänsehaut erschwert das Ertasten von Lipos
  • Sie die Haut nur mit minimalem Druck berühren
  • Sie nach Unregelmäßigkeiten und verhärteten Stellen suchen. Streichen Sie mit den Fingern über die Haut und tasten nach Erhebungen.

Wenn Sie Fragen haben oder gezeigt bekommen möchten, wie man nach Lipos sucht, zögern Sie nicht Ihr Diabetesteam zu kontaktieren...

Was mache ich, wenn ich Lipos habe?

Wenn Sie oder Ihr Diabetesteam Lipos entdeckt haben, ist es das Beste, diesen Bereich zu meiden. Mindestens drei Monate sollten Sie weder in die Lipo noch deren direkte Umgebung injizieren. Während dieser Pause können diese kleiner werden oder sogar ganz verschwinden.

Tips

Tipps zu Lipos (er)kennen:

✔ Sich selbst regelmäßig untersuchen

✔ Auf keinen Fall wiederholt in die gleiche Stelle injizieren – sonst entstehen Lipos

✔ Benutzen Sie eine Nadel immer nur einmal, denn Mehrfachnutzung erzeugt ebenfalls Lipos.

 Injizieren Sie niemals in Lipos.

✔ Wenn Sie Auffälligkeiten entdecken, melden Sie sich direkt bei Ihren behandelnden Ärzten.

 

 

Quellen

1. Frid A. et al., New Insulin Delivery Recommendations, Mayo Clinic Proceedings, September 2016; 90(9):1231-1255.
2. Heinemann L., Insulin Absorption from Lipodystrophic Areas: A (Neglected) Source of Trouble for Insulin Therapy?, Journal of Diabetes Science and Technology, May 2010; 4(3): 750–753. 5. Frid A. et al., Worldwide Injection Technique Questionnaire Study: Injecting Complications and the Role of the Professional,
Mayo Clinic Proceedings, September 2016;91(9):1224-1230.
3. https://www.medtronicdiabetes.com/loop-blog/lumps-and-bumps-from-insulin-therapy/, accessed on 17.08.2018, 16:56 CET.
4. Blanco M. et al., New injection recommendations for patients with diabetes, Diabetes and Metabolism 2013;39:445-453.
5. Famulla S. et al., Insulin Injection Into Lipohypertrophic Tissue: Blunted and More Variable Insulin Absorption and Action and Impaired Postprandial Glucose Control, Diabetes Care 2016;39:1486–1492.