Nadellänge und Injektionstechnik Richtig kombinieren

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Die richtige Nadel, die passende Technik

Kürzere Nadeln ermöglichen eine schmerzarme Injektion.[1] Bei Normalinsulin ist es im Hinblick auf die Aufnahme egal, ob es tief oder oberflächlich in subkutanes Fettgewebe injiziert wird. Grund ist die relativ konstante Dicke der Haut – unabhängig von Injektionsstelle, Alter, ethnischer Herkunft, Geschlecht oder Body-Mass-Index. Bei Erwachsenen besteht also kein medizinischer Grund für die Verwendung von Nadeln, die länger als 8 mm sind.[3,4]

Injektionstechnik

Die Wahl der richtigen Injektionstechnik ist wichtig für eine verbesserte Glukosesteuerung bei der Verabreichung von Insulin. Jeder Patient muss die für sich beste Injektionstechnik finden. Einige Hinweise können dabei nützlich sein. Ob dies die Bildung einer Hautfalte beinhaltet oder nicht, oder in welchem Winkel injiziert wird. Diese Wahl des Einspritzwinkels - 45 oder 90 Grad - wird durch die Injektionsstelle und die Nadellänge beeinflusst. Die Tabelle unten zeigt, welche Technik für wen geeignet ist. Darüber hinaus können folgende Tipps bei den ersten Schritten helfen.

Ohne Hautfalte

Wenn Du kürzere Nadeln zwischen 4 und 6 mm verwendest, ist eine Hautfaltenbildung nicht zwingend erforderlich. Das Insulin sollte in einem 90-Grad-Winkel zur Hautoberfläche verabreicht werden.

Die Entscheidung, keine Hautfalte für Kinder zu machen, ist individuell und entscheidend. Allerdings kann eine Hautfalte für sehr dünne oder sehr kleine Kinder notwendig sein - auch wenn eine 4-mm-Nadel verwendet wird.

Mit Hautfalte

Das Bilden einer Hautfalte ist bei schlanken Menschen und kleinen Kindern (bis zum Alter von 6 Jahren) empfehlenswert. Alternativ ist ein Einstechen in einem 45-Grad-Winkel sinnvoll.


Die Bildung einer Hautfalte ist bei schlanken Menschen, kleinen Kinder (bis zu sechs Jahre) und bei der Injektion in die Extremität zu empfehlen. Alternativ ist das Einführen in einem 45-Grad-Winkel sinnvoll.

Wie wird eine Hautfalte gebildet?

Hebe eine Falte der Haut zwischen Daumen und Fingern an. Versuche, das Gewebe nicht zu fest zu drücken. Der Bereich, in den Du injizierst, sollte weich und groß genug sein, um die Nadel einzuführen. Nimm nicht zu viel Gewebe, damit ein Anheben der Muskulatur verhindert wird. Je kürzer die Nadel ist, desto weniger wichtig ist die Bildung einer Hautfalte.

Die Hautfalte, in die Du das Insulin injizierst, sollte weich und groß genug sein, um die Nadel einzuführen. Eine Hautfalte wird zwischen Daumen und Zeigefinger gebildet. Du kannst den Mittelfinger bei Bedarf hinzufügen. Wenn die Haut mit der ganzen Hand angehoben wird, könnte dies zu einer intramuskulären Injektion führen, da Muskelgewebe erhöht werden könnte.

Versuche die Haut so wenig wie möglich zu kneifen. Dies ist besonders für Kinder und Jugendliche wichtig, da die Nadel Muskelgewebe durchdringen kann.

Richtige Nadellänge und Injektionstechnik auf einen Blick

Insgesamt ist eine richtige Injektionstechnik für eine verbesserte Glukosesteuerung wichtig. Das richtige Verfahren umfasst die bevorzugten Injektionsstellen, den Einspritzwinkel, die Hautfalten und die Hautbedingungen. Nadellängen von 4 bis 6 mm sind für alle erwachsenen Patienten geeignet. Entgegen des allgemeinen Glaubens hat sich gezeigt,  dass kürzere Nadeln hinsichtlich der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit gleichwertig sind, auch bei Patienten mit einem höheren BMI.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Technik für wen geeignet ist.[2,3,6,7]

Empfehlung für Erwachsene

  Abdomen Oberschenkel Gesäß Arm
4 - 6 mm 90° ohne Hautfalte
90° ohne Hautfalte 90° ohne Hautfalte 90° ohne Hautfalte
8 - 12 mm 90° mit Hautfalte
90° mit Hautfalte 90° mit Hautfalte
90° mit Hautfalte

Empfehlung für Kinder

  Abdomen Oberschenkel Gesäß Arm
4 & 5 mm 90° mit Hautfalte 90° mit Hautfalte 90° ohne Hautfalte 90° mit Hautfalte
6 mm 90° mit Hautfalte oder 45° ohne Hautfalte 90° mit Hautfalte 90° ohne Hautfalte
90° mit Hautfalte
8 mm 45° mit Hautfalte 45° mit Hautfalte 45° mit Hautfalte 45° mit Hautfalte
10 & 12 mm
nicht empfolen nicht empfolen nicht empfolen nicht empfolen

Referenzen

1. Aronson R., The role of comfort and discomfort in insulin therapy, Diabetes Technol Ther 14, (2012), 741-747.
2. Grassi G., Scuntero P., Trepiccioni R., Marubbi F., Strauss K., Optimizing insulin injection technique and its effect on blood glucose control, Journal of Clinical & Translational Endocrinology 1 (2014), 145-150.
3. Frid A., Hirsch L., Gaspar R., Hicks D., Kreugel G., Liersch J., Letondeur C., Sauvanet J. -P., Tubiana-Rufi N., Strauss K., New injection recommendations for patients with diabetes, Diabetes and Metabolism 36 (2010), 3-18.
4. Hirsch L., Byron K., Gibney M., Intramuscular Risk at insulin Injection Sites-Measurement of the Distance from Skin to Muscle and Rationale for Shorter-Length Needles for Subcutaneous Insulin Therapy, Diabetes Technology & Therapeutics Vol. 16, No. 12, 2014.
5. Bergenstal R., Strock E., Peremislov D., Gibney M., Parvu V., Hirsch L., Safety and Efficacy of Insulin Therapy Delivered via a 4mm Pen Needle in Obese Patients With Diabetes, Mayo Clinic Proceedings, March 2015; 90(3):329-338.
6. Miwa T., Itoh R, Kobayashi T., Tanabe T., Shikuma J., Takahashi T., Comparison of the Effects of a New 32-Gauge x4-mm Pen Needle and a 32-Gauge x 6-mm Pen Needle on Glycemic Control, Safety, and Patient Ratings in Japanese Adults with Diabetes, Diabetes Technology & Therapeutics Vol. 14, No. 12, 2012.
7. Valentini M., Scardapane M., Bondanini F., Bossi A., Colatrella A., Girelli A., Ciucci A., Leotta S., Minotti E., Pasotti F., Pesenti A., Rocca L., Sciangula L., Vavassori E., Nicolucci A., Efficacy, safety and acceptability of the new pen needle 33G x 4 mm. AGO 01 study, Current Medical Research & Opinion Vol. 31, No. 3, 2015, 487–492.