Enuresis und Harninkontinenz bei Kindern

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Wenn Kinder einnässen …

Enuresis oder Einnässen nennen es Mediziner, wenn Kinder, die älter als fünf Jahre sind, den Urin im Schlaf oder tagsüber nicht halten können. Was ist normal? Wann sollte man den Arzt aufsuchen? Und was kann man tun für trockene Tage und ruhige Nächte? Wir geben Einblicke.

Sicher eine beruhigende Nachricht: Enuresis, den meisten Menschen besser bekannt unter dem Stichwort „Bettnässen“ oder „Einnässen“, ist laut der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. die zweithäufigste Erkrankung bei Kindern. Häufiger werden nur Allergien diagnostiziert. Unter den urologischen Symptomen rangiert Enuresis sogar auf Platz 1. Wenn Ihr Kind nachts noch nicht trocken ist, ist es also keinesfalls ein Exot.

Zahlen und Fakten zum Thema Enuresis (Einnässen)

1) https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/einnaessen-enuresis-inkontinenz/was-ist-enuresis-inkontinenz/

2) Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V.: Einnässen beim Kind, Ausgabe 07/2019, Seite 4:
https://www.kontinenz-gesellschaft.de/fileadmin/user_content/startseite/patienten/krankheiten_therapien/enuresis/DKG_Enuresis_07-19.pdf

Tipps für Eltern

Eunuresis?
So sollten Sie sich Ihrem Kind gegenüber verhalten.

Bitte, keine Vorwürfe!

Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe wegen des Einnässens machen. Sie können relativ sicher sein, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter nicht absichtlich ins Bett macht. Im Gegenteil:
Ihr Kind leidet unter der Scham, in ein frühkindliches Verhalten zurückgefallen zu sein oder den entscheidenden Entwicklungssprung zum Trockenwerden nicht zu schaffen. Je älter das Kind ist, umso größer das Peinlichkeitsempfinden, das durch das Einnässen hervorgerufen wird.

Gehen Sie humorvoll über den Vorfall hinweg und machen Sie Ihrem Kind Mut. Versuchen Sie aber auch herauszufinden, was dahintersteckt.

Reden Sie mit Ihrem Kinderarzt über das Einnässen

Wenn Ihr Kind häufig nachts oder tagsüber einnässt, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber sprechen. Er kann am besten beurteilen, was sich im Rahmen des normalen Trockenwerdens bewegt und wann man den Ursachen auf den Grund gehen sollte.

Nächtliches Einnässen

Primäres nächtliches Einnässen - Enuresis Nocturna

In den meisten Fällen ist eine verzögerte Entwicklung der Blasenkontrolle die Ursache, wenn Kinder nachts einnässen. Aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Die Blasenkapazität ist zu gering (normal sind ca. 30 ml pro Lebensjahr plus 30 ml).
  • Es besteht ein Mangel an ADH (Antidiuretisches Hormon zur Steuerung des täglichen und nächtlichen Wasserhaushalts).
  • Das Kind hat einen sehr tiefen Schlaf.
  • Das Kind trinkt am Abend zu viel.

Häufig wird festgestellt, dass Kinder eine genetische Veranlagung haben, also das „Bettnässen“ familiär gehäuft auftritt.

Sekundäres nächtliches Einnässen - Sekundäre Enuresis Nocturna

Wenn die Kinder bereits ein halbes Jahr oder länger nachts trocken gewesen sind, bevor das Bettnässen eintritt, spricht man von einer sekundären Enuresis nocturna.

Die gute Nachricht: Diesen Rückfällen liegen meist keine körperlichen Ursachen zugrunde. Vielmehr sollten Sie nach psychosozialen Faktoren und belastenden Lebensereignissen suchen. Scheidung, Umzug, ein neues Geschwisterkind oder Verlustängste sind häufige Auslöser für das erneute nächtliche Einnässen nach einer Trockenphase von sechs Monaten oder länger.

Tägliches Einnässen

Harninkontinenz am Tag
Enuresis Diurna

Wenn Ihr Kind im Alter von mehr als vier Jahren am Tag häufig einnässt, sollten Sie wachsam sein. Harnwegsinfekte sind möglicherweise ein Grund für den unfreiwilligen Urinverlust. Aber auch zahlreiche andere behandlungswürdige Ursachen sind denkbar.

Mögliche Ursachen für Einnässen am Tag:

  • Das Kind kann die Blase noch nicht kontrollieren (Entwicklungsverzögerung).
  • Es besteht ein sogenannter „Miktionsaufschub“: Das Kind schiebt den Gang zur Toilette zu lang hinaus.
  • Wird der Urin über Jahre zu häufig „eingehalten“, kann es zum Lazy-Bladder-Syndrom kommen. Die Blase ist dann überdehnt.
  • Es besteht eine Blasenirritation, z.B. durch Harnwegsentzündungen oder allergische Reaktionen.
  • Das Kind leidet unter Dranginkontinenz.
  • Es liegen Blasenentleerungsstörungen vor (z.B. aufgrund einer Harnröhrenverengung oder falschen Toilettentrainings).
  • Es können angeborene anatomische Störungen wie Fehlbildungen der beteiligten Organe vorliegen.
  • Spina bifida, Tumorerkrankungen oder / und entzündliche Krankheiten des Nervensystems können eine Ursache sein.
  • Es liegt eine „Lach- oder Giggle-Inkontinenz“ vor: Diese Sonderform der Inkontinenz betrifft vor allem acht- bis zwölfjährige Mädchen und verschwindet meist von allein. Beim Lachen verlieren sie die Kontrolle über ihre Blase.

In jedem Fall sollten Sie ärztlichen Rat einholen und die Ursache für das Einnässen abklären lassen, damit bei Bedarf eine gezielte Therapie eingeleitet werden kann.

Sie haben Fragen zur Enuresis?

Wir beraten Eltern in allen wichtigen Fragen rund um das Thema Blasenschwäche bei Kindern. Scheuen Sie sich nicht, unser Therapeuten-Team mit all den Unklarheiten zu löchern, die Ihnen auf dem Herzen liegen.

Wir sind für Sie da: Montag bis Freitag von 08:00 - 16:00 Uhr.

Kontakt

Andrea Zöbele
Pflegeexpertin Stoma-Kontinenz-Wunde, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Wundberaterin AWM, Medizinprodukteberaterin