Intermittierende Katheterisierung bei Kindern

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Mehr Selbständigkeit für Ihr Kind: mit intermittierender Katheterisierung (IK)

Die Welt neugierig zu erkunden, Neues zu erleben, sich auszuprobieren und jeden Tag mehr Freiheiten für sich zu entdecken – das sind Dinge, die ganz unbedingt auf der Agenda der Kindheit stehen. „Gesundes Explorationsverhalten“ sagen Psychologen dazu. Doch was, wenn dieses Verhalten durch Krankheit oder Handicap ausgebremst wird? Dann muss man aktiv Wege finden, Freiheiten zu maximieren. Für Kinder mit Harninkontinenz ist intermittierendes Katheterisieren einer dieser Wege.

 

Um Ihrem Kind trotz Harninkontinenz möglichst viele Freiheiten zu bieten, hat sich die intermittierende Katheterisierung als probates Mittel erwiesen. Dabei wird mehrmals täglich ein flexibler, dünner Schlauch (Katheter) in die Blase eingeführt, durch den der Urin abfließen kann. Sobald die Blase vollständig entleert ist, wird der Katheter wieder herausgezogen und entsorgt. Danach hat Ihr Kind für ein paar Stunden den Kopf frei für andere Dinge …

Intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK) - Ein wichtiger Schritt in die Unabhängigkeit Ihres Kindes

Die intermittierende Katheterisierung ist eine sichere und schmerzfreie Methode, die von Kindern ab fünf Jahren – je nach Entwicklungsstand – selbständig durchgeführt werden kann. Die selbstständige Durchführung nennt sich intermittierende Selbstkatheterisierung (kurz: ISK).

Für alle Kinder ist das selbständige Kontrollieren der Blase ein wichtiger Entwicklungsschritt. Das trifft auch auf Kinder zu, die an einer Blasenfunktionsstörung leiden. Auch sie sollten irgendwann das gute Gefühl genießen können, unabhängig zu sein.

Deshalb empfehlen Mediziner*innen und Therapeut*innen Kinder jeden Alters von Anfang an einzubinden und sie in altersgerechten kleinen Schritten an die Methode des intermittierenden Katheterisierens heranzuführen.

Eltern sollten ihren Kindern das Erfolgserlebnis der Kontinenz, also der Kontrolle der Blase, das sie durch die Katheterisierung erzielen können, nicht vorenthalten.

Intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK) - Privatheit und Selbstbestimmung für Teenager

Besonders bedeutsam ist das selbständige Erlernen des intermittierenden Selbstkatheterisierens für Teenager, die sich sehr plötzlich – zum Beispiel durch einen Unfall – mit Inkontinenz konfrontiert sehen.

Die Lebensphase von 13 bis 18 Jahren ist davon gekennzeichnet, unabhängig zu werden, sich Dinge allein zuzutrauen, jeden Tag neue Freiheiten zu erobern, und sich auch einmal von den Eltern abzugrenzen.

Es entwickelt sich das Bedürfnis nach Privatheit und damit verbunden meist auch eine vorher vielleicht ungekannte Scham vor den Eltern. Darauf sollten Sie unbedingt Rücksicht nehmen.

Holen Sie sich Hilfe von Profis in der Kontinenz-Therapie

Vielen Jugendlichen fällt es leichter, sich in diesem sehr intimen Bereich von professionellen Kontinenz-Beratenden helfen zu lassen als von den eigenen Eltern. Akzeptieren Sie das. Bieten Sie aber auch Ihre Unterstützung an.

Unsere examinierten Pflegefachkräfte und ausgebildeten Urotherapeutinnen und Urotherapeuten von B. Braun HomeCare stehen Ihnen ebenfalls gern mit Rat und Tat zur Seite.

Kontakt

Andrea Zöbele
Pflegeexpertin Stoma-Kontinenz-Wunde, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Wundberaterin AWM, Medizinprodukteberaterin