Akute Wunden Patienteninformationen

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Was sind akute Wunden?

Akute Wunden entstehen durch Verletzungen von außen, zum Beispiel durch mechanische Gewalt, Hitze, Kälte oder chemische Stoffe. Sie verheilen in der Regel ohne größere Komplikationen und innerhalb kurzer Zeit. Da bei einer Verletzung die Schutzfunktion der Haut verloren geht, was zu Infektionen führen kann, ist eine gute Wundversorgung sehr wichtig.

Schnittwunden

Eine Schnittwunde ist eine mechanische Verletzung durch einen scharfkantigen Gegenstand, die unterschiedlich tief sein kann. Schnittwunden gehören zu den häufigsten Verletzungen im Haushalt. Die Wundränder sind meist glatt und klaffen leicht auseinander. Weil Schnittwunden in der Regel stark bluten, entzünden sie sich nur selten, da mit dem Blut Schmutz und Krankheitserreger aus der Wunde herausgespült werden.

Wie Schnittwunden zu versorgen sind, hängt von ihrem Ausmaß ab: Eine oberflächliche Schnittwunde ist keine problematische Verletzung und kann selbst versorgt werden. Bei tiefen Schnittwunden sollten Betroffene zum Arzt gehen.

Merkmale:

  • Glatte Wundränder
  • Oft starke Blutung

Risiken/ Infektionsgefahr:

  • Eher geringe Infektionsgefahr 
  • Tiefe Schnitte mit Verletzung von Blutgefäßen, Sehnen oder Nerven können zur Bewegungseinschränkungen des verletzen Körperteils führen

Versorgung von Schnittwunden:

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie den Verdacht haben, dass die Wunde genäht werden muss.

Platzwunden

Platzwunden treten nach Einwirkung stumpfer Gewalt auf. Die Wundränder klaffen leicht auseinander. Platzwunden bluten sehr stark, allerdings ist die Wunde in der Regel nicht sehr tief.

Um die Blutung möglichst schnell zu stillen und um eine Verschmutzung durch eindringende Krankheitserreger zu verhindern, sollten Sie unbedingt einen geeigneten Notverband anlegen. Da sich solche Verletzungen leicht infizieren können, ist nach der Erstversorgung ein Arztbesuch ratsam. Dieser kann feststellen, wie tief die Verletzung ist und ob die Wunde genäht werden muss.

Merkmale:

  • Keine tiefe Wunde
  • Starke Blutung möglich
  • Wundränder teils weit auseinanderklaffend

Risiken/ Infektionsgefahr:

Schürfwunden

Schürfwunden entstehen meistens durch Stürze beim Sport oder im Haushalt. Dabei wird die oberste Hautschicht abgeschürft. Großflächige Verletzungen können sehr schmerzhaft sein, weil viele Nervenenden freigelegt werden. Dafür bluten sie meistens nur sehr wenig.

Da sich oft viel Schmutz in der Wunde (z. B. Sand, Kieselsteine) befindet, muss sie gründlich gereinigt und/oder desinfiziert werden. Je nach Größe der Verletzung sollte die Wunde anschließend mit einem Pflaster, einem Wundschnellverband oder einer sterilen Kompresse abgedeckt werden.

Merkmale:

  • Oberflächliche Wunde
  • Punktförmiger, geringer Austritt von Blut
  • Sehr schmerzhaft

Risiken/ Infektionsgefahr:

  • Relativ hohe Infektionsgefahr durch Verunreinigungen

Versorgung von Schürfwunden:

Kratz- und Bisswunden

Kratz- und Bisswunden werden in der Regel durch Tiere verursacht. Deshalb besteht auch eine sehr hohe Infektionsgefahr. Krankheitserreger können über den Speichel oder über die Krallen in die Wunde gelangen und so zu schweren Infektionen, wie beispielsweise Tetanus, führen. Deshalb müssen Kratz- und Bisswunden immer vom Arzt untersucht werden. Außerdem sollte der Tetanus-Impfschutz überprüft werden.

Merkmale:

  • Oberflächliche Risswunde
  • Schlitz- und punktförmige Verletzungen

Risiken/ Infektionsgefahr:

  • Erhöhte Infektionsgefahr

Versorgung von Kratz- und Bisswunden:

Verbrennungen und Verbrühungen

Verbrennungen und Verbrühungen sind besonders häufige und auch gefährliche Alltagsverletzungen. Gerade bei Kleinkindern kommt es oft zu Verbrühungen, wenn sie Töpfe oder Tassen mit heißer Flüssigkeit umstoßen. Brandverletzungen durch Flammen, beispielsweise beim Grillen oder bei Wohnungsbränden, treten hingegen öfters bei Erwachsenen auf.

Das Spektrum reicht von leichten, oberflächlichen Verbrennungen bis hin zu schweren Verbrennungen, die den gesamten Organismus beeinträchtigen und eine Behandlung im Krankenhaus erfordern.  

Kleinere leichtgradige Verbrennungen oder Verbrühungen sollten zum Kühlen sofort unter fließendes, nicht zu kaltes Wasser gehalten werden. Sind größere Körperpartien betroffen, rufen Sie bitte den Notarzt.

Merkmale:

  • Grad 1: Rötung der Haut und Schmerzen
  • Grad 2: Blasenbildung und Schmerzen
  • Grad 3: Gewebe stark geschädigt, keine Schmerzen, Notwendigkeit einer chirurgischen Behandlung
  • Grad 4: Verkohlung der Haut, starke Gewebeschädigungen

Risiken/ Infektionsgefahr:

  • Bei großflächigen Verbrühungen und Verbrennungen (Kinder 5%, Erwachsene 10%): Gefahr eines Schocks

Verbrühungen und Verbrennungen behandeln:

  • Kleidungsstücke im Bereich des verbrühten Areals vorsichtig entfernen
  • Kühlen der Verbrühung mit fließendem Wasser (ca. 15-20 Grad Celsius)
  • Bei leichten Verletzungen kann ein Wundgel (z. B. Prontosan® Wound Gel X) aufgetragen werden
  • Abdeckung der Wunde mit sterilem Verbandmaterial (z. B. mit Askina® Soft steril oder Askina® Soft Clear)

Infizierte Wunden

Jede Wunde ist mit Keimen besiedelt. Problematisch wird es erst, wenn das Immunsystem die Keimbelastung nicht mehr bewältigen kann; dann kommt es zu einer Wundinfektion. Die häufigste Ursache für Wundinfektionen ist eine bakterielle Besiedelung, aber auch Viren oder Pilze können hierfür verantwortlich sein.

Infizierte Wunden erkennt man an der zunehmenden Schwellung und Rötung an den Wundrändern. Oft beginnt die Wunde zu eitern. Eine Wundinfektion muss schnellstmöglich beseitigt werden, um den Heilungsverlauf nicht negativ zu beeinflussen. Kleinere infizierte Wunden können selbst behandelt werden. Größere infizierte Wunden müssen vom Arzt versorgt werden. Das gilt insbesondere für vorgeschädigtes Gewebe, wie z. B. bei einem offenen Bein oder beim diabetischen Fuß.

Merkmale:

  • Schwellungen und Rötungen an den Wundrändern
  • Austritt von Eiter
  • Starke Erwärmung der Haut

Risiken:

  • Verzögerte Wundheilung
  • Bei unzureichender Behandlung erhöhtes Sterberisiko

Maßnahmen:

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