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Für schwere Fettstoffwechselstörungen
In Deutschland werden in jedem Jahr mehr als 3.000 Patienten mit einer Lipoproteinapherese behandelt.1 Die H.E.L.P.-Apherese stellt hierbei – mit einer mehr als 30-jährigen Erfahrung und weltweit über 500.000 durchgeführten Behandlungen – ein äußerst etabliertes Verfahren dar. Neben LDL-Cholesterin werden bei diesem selektiven Verfahren zusätzlich arteriosklerotisch wirksame Risikofaktoren, wie beispielsweise Lipoprotein(a), Fibrinogen und Entzündungsfaktoren entfernt.
Hier finden Sie ein H.E.L.P. Zentrum in Ihrer Nähe.
H.E.L.P. Zentren in der ÜbersichtBei der Lipoproteinapherese handelt es sich um ein extrakorporales Blutreinigungsverfahren, welches bei verschiedenen schweren Fettstoffwechselstörungen zum Einsatz kommt. Dabei werden atherogene Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Triglyceride aus dem Blut entfernt.
Insbesondere Patienten mit einer homozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie (HoFH) profitieren von der Lipoproteinapherese, da diese Patienten auf eine diätetische und medikamtentöse Therapie zur Senkung des LDL-Cholesterins nur unzureichend ansprechen.2
Mit einer Prävalenz von ca. 1 : 1 Million ist die HoFH relativ selten. Deutlich häufiger, mit einer Prävalenz von ca. 1 : 300, sind Patienten von einer heterozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie (HeFH) betroffen. In vielen Fällen können mit Hilfe von Diät und medikamentösen Therapien die LDL-Cholesterinwerte ausreichend gesenkt werden. In einigen Fällen können auch die neuen PCSK9-Inhibitoren den LDL-Cholesterinwert ausreichend absenken. Falls trotz einer über zwölf Monaten dokumentierten maximalen diätischen und medikamentösen Therapie das LDL-Cholesterin nicht ausreichend gesenkt werden kann, ist die Lipoproteinapherese als Ultima-Ratio-Therapie indiziert. Studienergebnisse und Daten aus dem Lipoproteinapherese-Register zeigen, dass nach Beginn der Apherese-Therapie die Ereignisraten um über 70% zurückgehen im Vergleich zur Zeit vor der Apherese.3,4
Inzwischen erhalten über 3.000 Patienten eine Lipoproteinapherese-Therapie in Deutschland. Ungefähr die Hälfte dieser Patienten leidet an einer schweren Hypercholesterinämie, während die andere Hälfte aufgrund ihrer isolierten Lp(a)-Erhöhung mit Lipoproteinapherese behandelt werden.5
Entwicklung der Lipoprotein-Apherese-Patienten in Deutschland6
Cholesterin ist kaum wasserlöslich. Daher wird es im Körper mithilfe sogenannter Lipoproteine transportiert. Diese haben unterschiedliche Dichten, die von sehr gering (VLDL, englisch für „very low density lipoproteins") über gering (LDL, für „low density lipoproteins") bis zu hoch (HDL, „high density lipoproteins") reichen. Lipoproteine geringer Dichte werden mit der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht, während Lipoproteine mit hoher Dichte in diesem Zusammenhang offenbar eine schützende Wirkung besitzen.
Lipoprotein(a), abgekürzt Lp(a) , besteht aus Lipoprotein niedriger Dichte (LDL), das mit einem zusätzlichen Protein, dem Apolipoprotein(a), fest verbunden ist.
Während die Untersuchung auf einen zu hohen Cholesterinspiegel inzwischen in weiten Teilen der Welt zur gängigen Praxis gehört, ist Lp(a) in der öffentlichen Wahrnehmung noch kaum bekannt. Dabei spielt Lp(a) bei Störungen im Herz-Kreislauf- System der betroffenen Patienten eine bedeutende Rolle. Die pathophysiologische Rolle von Lp(a) ist hierbei noch nicht vollständig geklärt. Bei Patienten, denen die Fähigkeit zur Bildung von Lp(a) vollständig fehlt, werden Herz-Kreislauf- Erkrankungen allerdings so gut wie nie beobachtet, während sie bei Betroffenen mit sehr hohen Lp(a)- Spiegeln besonders häufig sind.
Der Lp(a) Wert wird derzeit nicht in Routineuntersuchungen wie bspw. dem Check-up 35 erfasst, obwohl Studien zeigen, dass etwa 20% der Gesamtbevölkerung einen erhöhten Lp(a) Wert aufweisen.7 Warum jeder diesen Risikofaktor bestimmen lassen sollte, diskutiert Dr. Sass in einem Experteninterview.
Pharmakologische Substanzen zur Behandlung von Patienten mit erhöhtem Lp(a)-Spiegel existieren derzeit nicht. Betroffenen bietet die Lipoprotein-Apherese jedoch eine wirksame Form der Behandlung.8
H.E.L.P. ist das bewährte und etablierte B. Braun Verfahren zur Behandlung konventionell nicht ausreichend therapierbarer Fettstoffwechselstörungen. Die Basis von H.E.L.P. ist die selektive Präzipitation von kardiovaskulären Risikofaktoren.
H.E.L.P.-Apherese steht für:
Für eine Apherese-Therapie kommen derzeit überwiegend Patienten mit einer dokumentierten fortgeschrittenen kardio-, peripher- oder zerebrovaskulären Erkrankung und erhöhtem Lp(a)-Wert ohne Hypercholersterinämie8 in Frage. Von den zur Verfügung stehenden Verfahren ist die Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation (H.E.L.P.) eine einzigartige Therapiemöglichkeit mit klaren Vorteilen. Das H.E.L.P.-Verfahren ist ein hochselektiver Therapieansatz zur Reduktion von LDL-Cholesterin und Lp(a) bei gleichzeitig hohem Erhalt des HDL-Niveaus13,15,17,21-24,36. Neben LDL-C und Lp(a) findet zugleich eine signifikante Reduktion weiterer arteriosklerosefördernder Faktoren wie Fibrinogen oder des Akute-Phase-Proteins CRP um ca. 60 % statt.13,23,24,36 (vgl. Abbildung. 1)
Abbildung 1: Effektive Behandlung von Fettstoffwechselstörungen bei gleichzeitiger Reduktion von Entzündungsparametern und Verbesserung der Mikrozirkulation 13, 15, 17, 21-24, 36.
Durch das Absenken erhöhter Lipidfraktionen wie Gesamtcholesterin, LDL oder Triglyceride und Fibrinogen verringert die H.E.L.P.-Apherese die Blut- und Plasmaviskosität nach einmaliger Anwendung bereits um ca. 10 %.22-24,26,30,35 Auch die Erythrozytenaggregation wird signifikant verringert. Dies führt zu einer verbesserten Mikrozirkulation.20,24,26,31,35
Wenn konventionelle Therapien bei Mikrozirkulationsstörungen nicht zum Erfolg führen, kann die H.E.L.P. Apherese eingesetzt werden. Als Beispiel sind hier der akute Hörsturz oder die trockene altersbedingte Makuladegeneration , (AMD) zu nennen.9,11,12,14,16,33,34
Beim H.E.L.P.-Verfahren (Abbildung 2) wird im ersten Schritt das Plasma von den übrigen Blutbestandteilen getrennt. Danach werden Heparin und ein Azetatpuffer hinzugefügt, wodurch der pH-Wert des Plasmas sinkt. Hierdurch ändert sich die Oberflächenladung von LDL-C, Lp(a) und anderen Stoffen, was zu einer verstärkten Bindung an das eingesetzte Heparin führt.
Abbildung 2: Prinzip der Präzipitation
Die Senkung des Plasma pH-Wertes führt zur Ausfällung verschiedener relevanter Blutplasmaproteine bei einem pH-Wert von 13,19 (Abbildung 3). Die entstehenden Präzipitate werden herausgefiltert und anschließend aus dem Plasmakreislauf entfernt. Das überschüssige Heparin wird durch Adsorption eliminiert. Durch Entfernung der Pufferlösung mittels einer Dialyse wird im Anschluss der physiologische pH-Wert wiederhergestellt. Das gereinigte Blut wird dem Patienten schließlich am Ende der Behandlung wieder zugeführt. Es besteht keine Kontraindikation in Bezug auf ACE-Hemmer. Bis heute wurden mehr als 500.000 H.E.L.P.-Behandlungen erfolgreich durchgeführt.
Abbildung 3: Fällungsverhalten in Abhängigkeit vom pH-Wert (Referenz 10)
Das H.E.L.P.-Verfahren wird in zahlreichen Behandlungszentren auf der ganzen Welt eingesetzt. Ein Zentrum auch ganz in Ihrer Nähe in Deutschland finden Sie auf nachfolgender Karte.
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Durch die HELP Therapie findet neben LDL-C und Lp(a) zugleich eine signifikante Reduktion weiterer arteriosklerosefördernder Faktoren statt und die Blut- und Plasmaviskosität wird verringert, was zu einer verbesserten Mikrozirkulation führt. Hierdurch kann HELP, wenn konventionelle Therapien nicht zum Erfolg führen, für weitere Indikationen als Rescue Therapie (Rettungstherapie) eingesetzt werden.
Akuter Hörsturz
Wenn konventionelle Therapien ausgeschöpft sind, kann HELP als alternative Therapieoption verwendet werden, da HELP die Durchblutung auch im Innenohr verbessert.
Wenn die Behandlung innerhalb von 7 Tagen, längstens jedoch 6 Wochen nach dem Auftreten des Ereignisses begonnen wird, zeigen klinische Daten den Erfolg der HELP Apherese bereits nach einer einzigen Anwendung.11,14,12,16,34
Akute Hyperlipidämie und Fibrinogenämie
Sind Lipid- und Fibrinogenwerte sehr stark erhöht, kann dies zum Verschluss von Gefäßen führen. Sind konventionelle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft, kann der Arzt in Abhängigkeit vom Krankheitsbild H.E.L.P als Rescue-Therapie (Rettungstherapie) einsetzen. So wurde die HELP Therapie bereits erfolgreich eingesetzt bei Durchblutungsstörungen im Gehirn- und Schlaganfall.17
Mikrozirkulationsstörungen
Durch das Absenken erhöhter Lipidfraktionen wie Gesamtcholesterin, LDL oder Triglyceride und Fibrinogen verringert die H.E.L.P.-Apherese die Blut- und Plasmaviskosität nach einmaliger Anwendung bereits um ca. 10 %.15,24,26,30,35 Auch die Erythrozytenaggregation wird signifikant verringert. Dies führt zu einer verbesserten Mikrozirkulation.20,24,26,31,35
Wenn konventionelle Therapien bei Mikrozirkulationsstörungen nicht zum Erfolg führen, kann die H.E.L.P. Apherese eingesetzt werden. Als Beispiel sind hier die ischemische optische Nephropathie, die trockene altersbedingte Makuladegeneration (AMD) oder schwere Fälle von peripheren Gefäßerkrankungen zu nennen.9,33,34
1 KBV Qualitätsbericht 2016, Berichtsjahr 2015
2 BUB-Beschluss vom 24.03.2003
3 Leebmann J, Roeseler E, Julius U, Heigl F, Spitthoever R, Heutling D et al (2013) Lipoprotein apheresis in patients with maximally tolerated lipid-lowering therapy, lipoprotein(a)-hyperlipoproteinemia, and progressive cardiovascular disease: prospective observational multicenter study. Circulation 128:2567–2576
4 Schettler V. et al. 2017. The German Lipoprotein Apheresis Registry (GLAR) - almost 5 years on. Clin Res Cardiol Suppl.2017 Mar;12(Suppl 1):44-49. doi: 10.1007/s11789-017-0089-9
5 KBV Qualitätsbericht 2016, Berichtsjahr 2015
6 KBV Qualitätsberichte 2012-2016 (Berichtszeiträume 2011-2015)
7 Nordestgaard et al. 2010, Lipoprotein(a) as a cardiovascular risk factor: current status. European Heart Journal 31, 2844–2853
8 G-BA Beschluss vom 19.08.2008
9 Ali et al. 2008, Heparin-induced Extracorporeal Lipoprotein Precipitation (HELP) Therapy for Dry AMD. Retina Today, 9/10: 72-75
10 Armstrong, VW 1994. Die säureinduzierte Präzipitation von Low-Density-Lipoprotein mit Heparin: Grundlagen zum H.E.L.P.-Verfahren. Bibliomed, Med.Verl.-Ges (zugleich Göttingen, Univ., Habli.-Schr., 1987); ISBN: 3-921958-99-7.)
11 Bianchin, G et al., Role of H.E.L.P.-apheresis in the treatment of sudden sensorineural hearing loss in a group of 230 patients. Acta Otorhinolaryngol Ital 2011; 31:395-398.
12 Bianchin, G et al., Treatment with HELP-Apheresis in patients suffering from sudden sensorineural hearing loss: A prospective, randomized, controlled study. Laryngoscope. 2010; 120(4):800-7.
13 Buuren, van F et al 2012, HELP apheresis in hypercholesterolemia and cardiovascular disease: efficacy and adverse events after 8,500 procedures. Clin Res Cardiol Suppl 7:24–30
14 Canis, M et al., Fibrinogen/LDL apheresis is a promising rescue therapy for sudden sensorineural hearing loss. Clin Res Cardiol Suppl (2012) 7:36–40.
15 Dittrich-Riediger J, et al., Adverse events of lipoprotein apheresis and immunoadsorption at the Apheresis Center at the University Hospital Dresden. Atherosclerosis Supplements 18, (2015) 45-52.
16 Hagemeyer B D., Fibrinogen- und LDL-Apherese zur Behandlung des akuten Hörsturzes im Vergleich zur Standardtherapie nach Stennert.(2013); http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-132656
17 Heigl et al 2015, Efficacy, safety, and tolerability of long-term lipoprotein apheresis in patients with LDL- or Lp(a) hyperlipoproteinemia: Findings gathered from more than 36,000 treatments at one center in Germany. Atherosclerosis Supplements 18 154-162.
18 Jaeger, BR et al., Longitudinal cohort study on the effectiveness of lipid apheresis treatment to reduce high lipoprotein(a) levels and prevent major adverse coronary events. nature clinical practice cardiovascular medicine march 2009 vol 6 no 3
19 KBV Qualitätsberichte 2012-2016 (Berichtszeiträume 2011-2015)
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23 Mellwig, KP et al., Heparin-induced Extracorporeal Low density Lipoprotein Precipitation. Therapeutic Apheresis and Dialysis 2003; 7 (3): 365-369.
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27 Nordestgaard et al. 2010, Lipoprotein(a) as a cardiovascular risk factor: current status. European Heart Journal 31, 2844–2853
28 Roeseler E, et al., Lipoprotein Apheresis for Lipoprotein(a)-Associated Cardiovascular Disease -Prospective 5 Years of Follow-Up and Apolipoprotein(a) Characterization. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2016; 36: 2019-2027.
29 Schettler et al. 2017, The German Lipoprotein Apheresis Registry (GLAR) - almost 5 years on. Clin Res Cardiol Suppl.2017 Mar;12 (Suppl1):44-49
30 Schuff-Werner, P. Clinical long-term results of H.E.L.P-apheresis. Z Kardiol 2003 (92): Suppl 3, III/28-III/29.
31 Schuff-Werner, P. Untersuchungen zur hämorheologischen Wirksamkeit der LDL-Apherese. Bibliomed, Medizinische Verlagsgesellschaft mbH, Melsungen 1993.
32 Schulz & Schlüter 2017, PCSK9 targets important for lipid metabolism. Clin Res Cardiol Suppl 12:2-11
33 Stefanutti, C et al., Italian Multicenter Study on Low-Density Lipoprotein Apheresis Working Group 2009 Survey. Therapeutic Apheresis and Dialysis 2013; 17(2):169–178.
34 Suckfuell 2002, Fibrinogen and LDL apheresis in treatment of sudden hearing loss: a randomised multicenter trial. Lancet; 360: 1811-17
35 Walzl et al 1998, Effects of ameliorated haemorheology on clinical symptoms in cerebrovascular disease. Atherosclerosis 139 (1998) 385-389.
36 Zanetti et al 2014, HELP LDL apheresis reduces plasma pentraxin 3 in familial hypercholesterolemia. PLoS ONE 9(7): e101290.