Luftembolie Risikoprävention im Rettungsdienst

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Eine Luftembolie entsteht durch das Eindringen von Luft in die Blutbahn. Generell ist ein Lufteintritt in jeder Menge als kritisch zu werten.

Ursachen

Eine Luftembolie entsteht durch das Eindringen von Luft in die Blutbahn (Abb 1). Hierzu sind verschiedene Ursachen denkbar, meist ist die Luftembolie iatrogen verursacht1,2,3,4,5,6.

Typische Ursachen von Luftembolien sind:

  • Lufteintritt über einen offenen i.V.-Zugang oder ein offenes Infusionssystem (z. B. Dreiwegehahn offen, Entkopplung des Infusionssystems, Leck aufgrund von Produktversagen). Die Menge an eintretender Luft hängt von der Lagerung des Patienten und von der Höhe der Vene relativ zur Herzhöhe ab3,7,8.
  • Nicht korrekte Befüllung und unzureichende Entlüftung des Infusionssystems.
  • Parallelinfusionen, bei denen sich Schwerkraftinfusionen und Infusionspumpen durch Zusammenschluss im Infusionsset gegenseitig beeinflussen (Abb. 2). Dies kann beim Leerlaufen der Schwerkraftinfusion zum „iBeading“ (Perlschnureffekt, Flüssigkeit-Luft-Flüssigkeit) führen (Abb. 3)6.

Risiken und Folgen

Die subjektiven und objektiven Symptome der Luftembolie hängen davon ab, wie viel Luft in die Blutbahn gelangt ist. Meist treten die Symptome sofort nach dem Lufteintritt auf9,2,3,7. Generell ist ein Lufteintritt in die Blutbahn in jeder Menge als kritisch zu werten. Die Folgen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Zustand des Patienten, dem Luftvolumen sowie der Geschwindigkeit, mit welcher die Luftmenge infundiert wird1,9,3,5,10. Klinische Komplikationen sind vermindertes Herz-/Zeitvolumen, Schock und Tod2,3.

Risikobedingte Kosten in der medizinischen Einrichtung

Luftembolien können zusätzliche Aufwendungen für die Diagnostik verursachen (z. B. Blut-Gas-Analysen, Echokardiographie, Ultraschall) und für therapeutische Interventionen (z. B. Sauerstoffgabe, intravaskuläre Volumenexpansion, Katecholamine)9,8,5. Die dem Risiko zuzuschreibende Kostenbelastung kann anhand der damit zusammenhängenden Kosten für die klinische Behandlung und den verlängerten Klinikaufenthalt ermittelt werden. Die Grundlage sind die durchschnittlich pro Tag entstehenden Kosten11,12,13 der zu erwartenden klinischen Therapie.

Im Fall schwerer und komplexer Komplikationen, die eine volle intensivmedizinische Behandlung erfordern, können sich die Kosten der Klinik im Einzelfall auf bis zu 56.670 Euro belaufen.

Präventionsstrategien

Bei Parallelinfusionen muss der Siphon in den aufsteigenden Teil des Schlauchs eingefügt werden. Für eine Schwerkraftinfusion ist ein Rückschlagventil zu verwenden (Abb. 4).

Infusionsfilter halten nicht nur Partikel und Bakterien, sondern auch zu 100 % eventuell vorliegende Luft aus den Infusionsleitungen zurück. Es sollten moderne Infusionssets mit einer AirStop-Membran verwendet werden13.

1 Gabriel J. Infusion therapy. Part two: Prevention and management of complications. Nurs Stand 2008; 22(32): 41-8
2 Wittenberg AG. Venous Air Embolism. Emedicine, last updated: May 2006
3 Josephson DL . Risks, complications, and adverse reactions associated with intravenous infusion therapy. In: Josephson DL. Intravenous
infusion therapy for medical assistants. The American association of Medical Assistants. Clifton Park: Thomson Delmar Learning
2006; 56-82
4 Patel S. Avoiding air emboli during pressure infusion. Anaesthesia 2000; 55(4): 412
5 Booke M, Bone HG, van Aken H, Hinder F, Jahn U and Meye J. Die venöse paradoxe Luftembolie. Anaesthesist 1999; 48(4): 236-41
6 Obermayer A. Physikalisch-technische Grundlagen der Infusions-technik – Teil 2. Medizintechnik 1994; 114(5): 185-190
7 Perdue MB. Intravenous complications. In: Perucca R. Infusion therapy equipment: types of infusion therapy equipment. In: Infusion
therapy in clinical practise. Philadelphia: Saunders 2001; 418-445
8 Muth CM, Shank ES. Gas embolism. N Engl J Med 2000; 342(7): 476-82
9 Mirski MA , Lele AV , et al. Diagnosis and treatment of vascular air embolism. Anesthesiology 2007; 106(1): 164-77
10 Orebaugh SL. Venous air embolism: clinical and experimental considerations. Crit Care Med 1992; 20(8): 1169-77
11 Gianino MM, Vallino A, Minniti D, Abbona F, Mineccia C, Silvaplana P and Zotti CM. A method to determine hospital costs associated
with nosocomial infections (transl). Ann Ig 2007; 19(4): 381-92
12 Bertolini G, Confalonieri M, Rossi G, Rossi, Simini B, Gorini M and Corrado A. Costs of the COPD. Differences between intensive
care unit and respiratory intermediate care unit. Respiratory Medicine 2005; 99: 894–900
13 Riemann T. How many “milliliters” of air will lead to an air embolism? Die Schwester Der Pfleger 2004; 8: 594-595

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