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Entlass- und Versorgungsmanagement anders denken:

Lösungen für einen besseren Sektorenübergang

Seit Oktober 2017 sind Kliniken verpflichtet, ein Entlassmanagement für ihre Patienten zu organisieren. Auch heute ist die sichere Anschlussversorgung von Patienten mit weiterem Betreuungsbedarf immer noch eine Herausforderung. Anspruch und Realität des Entlassmanagements liegen noch sehr weit auseinander. Wie den Herausforderungen konkret begegnet werden kann, war Thema des Workshops „Entlassmanagement konkret“ auf dem DRG-Forum in Berlin. Der Workshop am 22. März zeigte mögliche Lösungen durch digitale Ansätze, was in den meisten Krankenhäusern immer noch das größte Problem darstellt. Dr. Michael Weber, Präsident Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, kritisierte im Besonderen die Bürokratie bei Rezepterstellung und Entlasspapieren. Einig waren sich alle Referenten, dass es wichtig ist, schon bei Aufnahme Risikopatienten zu filtern. Besonders in der Diskussion mit dem Auditorium offenbarte sich das Problem der Nachversorgequalität, die häufig vom entlassenden Krankenhaus nicht nachgeprüft werden kann.

Gerade diese Nachsorgequalität ist ein Aspekt im Entlassmanagement-Konzept von B. Braun. Die B. Braun Melsungen AG hat sich die Verbesserung des Sektorenübergangs zur Aufgabe gemacht, berichtet Johannes Kufeldt, Marketing Manager Krankenhausfinanzierung und Abrechnungssysteme. Kufeldt erklärt den Ansatz des B. Braun Konzepts. So ermittelt B. Braun im ersten Schritt mit den kooperierenden Häusern den Ist-Stand der Prozessqualität, um die Qualität und den Einfluss messbar zu machen. Dazu werden - so Kufeldt - z. B. Fallzahlkalkulation von Patienten, die Verweildauer, Liegetypen und komplikationsbedingte Fallzusammenführungen betrachtet. Daraus ergebe sich ein Evaluationstool für Erfolgsfaktoren. Außerdem entstehe ein Benchmarking, um Krankenhäuser zu vergleichen. Dies könne zu einer besseren Versorgungsqualität, Rechtssicherheit und Erlössicherung führen. Zusätzlich evaluiere die Firma gemeinsam mit den Kliniken die Versorgungslandschaft und lege Qualitätskriterien für Nachsorger fest. „Die Kliniken holen auch Feedback ein bei Patienten mit komplizierten Versorgungen, z. B. mit parenteraler Ernährung“, sagt Kufeldt.

Als weitere Anbieter digitaler Entlassmanagement-Lösungen waren die Recare GmbH und die AOK Sachsen vertreten. Recare bietet Krankenhäusern eine quantitative Datenbank, die Pflege- und Rehaeinrichtungen erfasst. Die AOK Plus in Sachsen stellte ihre mit der Universitätsklinik in Dresden entwickelte Überleitungsmanagement- Software ProfilePlus vor.

B. Braun unterstützt bundesweit mit seinem Know-how Projekte zur Qualitätsverbesserung innerhalb der Klinik und über die Sektorengrenze hinweg. Dazu zählt auch das Entlassmanagement.