Palliative Care Ernährungstherapie bei Tumorkachexie

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Mangelernährung bei Palliativpatienten sensibel behandeln

Gravierende Mangelernährung zählt zu den verbreiteten Symptomen in der Palliativmedizin. Häufig liegt dieser eine onkologische Erkrankung zugrunde. Man spricht dann von einer Tumorkachexie. Die Patienten wollen essen, sehen sich dazu aber nicht in der Lage. Mit der Fett- und Muskelmasse verlieren sie Energie und Kraft. Wie wichtig es für die Prognose der Patienten ist, Kachexien zu erkennen und zu behandeln, macht das folgende Zitat deutlich:

“Tumorerkrankungen sind meist von einer Mangelernährung begleitet. So weist mehr als die Hälfte der Tumorpatienten schon vor Diagnosestellung einen Gewichtsverlust auf. Dabei ist eine Mangelernährung ein unabhängiger Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Sie führt zu einem Verlust der Lebensqualität, reduziert die Therapietoleranz und verschlechtert die Prognose. Mehr als 25 % der Krebspatienten versterben an den Folgen ihrer körperlichen Auszehrung.”

 (Löser, Chr. et al: Moderne Ernährungstherapie bei onkologischen Patienten – ein Positionspapier, in: Aktuelle Ernahrungsmedizin 2014; 39(02), Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York, Seite 127)

Die  Sensibilisierung der Onkologen für diese Thematik ist deshalb von großer Bedeutung, zumal die erfolgreiche Behandlung einer Mangelernährung die verbleibende Lebenszeit – auch von Palliativpatienten! – positiv beeinflussen kann.  

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM)

Nichtsdestotrotz ist künstliche Ernährung bei Mangelernährung im Kontext von Palliative Care sehr individuell zu diskutieren und zu entscheiden. Die DGEM spricht im Zusammenhang mit der Ernährungstherapie bei Palliativpatienten Empfehlungen aus, die entsprechende Kriterien definieren.

Die künstliche Ernährung soll demnach im ambulanten Bereich nur durchgeführt werden, wenn

  • die voraussichtliche Lebenserwartung mehr als einen Monat beträgt,
  • Patienten und Angehörige einverstanden sind,
  • eine ausreichende Compliance zu erwarten ist,
  • es keine unüberwindbaren organisatorischen oder logistischen Barrieren gibt.

(Quelle: S. C. Bischoff, S. C. et al: S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) in Zusammenarbeit mit der GESKES und der AKE: Künstliche Ernährung im ambulanten Bereich, zitiert nach: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/073-021l_S3_K%C3%BCnstliche_Ern%C3%A4hrung_ambulant_2014-04.pdf, Seite 3, Stand: Mai 17)

Eine weitere Empfehlung definiert:

„Beim absehbaren Übergang aus der Palliativsituation in die Sterbephase sollen Therapieziele der künstlichen Ernährungstherapie im Sinne der Symptomkontrolle neu definiert werden. Die Entscheidung bezüglich der Fortsetzung bzw. der Beendigung der künstlichen Ernährungstherapie soll der betreuende Arzt gemeinsam mit dem Patienten und den Angehörigen (...) treffen.“ 

Die Therapieentscheidung sollte laut S3-Leitlinie gemäß den Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung getroffen werden. (Quelle: ebd.)

B. Braun – Partner in der Ernährungstherapie

Sind künstliche Ernährung und Flüssigkeitsversorgung angezeigt, ist B. Braun ein kenntnisreicher Partner, der den ambulanten und den stationären Bereich mit Expertise, innovativen Produkten und wertvollen Serviceleistungen unterstützt.