Palliative Care Palliatives Wundmanagement

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Schmerzen lindern. Ängste nehmen. Sicherheit geben.

Wundversorgung spielt in der Palliativpflege und Palliativmedizin eine bedeutende Rolle. Viele Patienten mit lebenszeitverkürzenden Erkrankungen leiden an chronischen Wunden und deren belastenden physischen und psychischen Begleiterscheinungen. Vor allem Krebspatienten sind davon betroffen.   

Die Palliative Wundversorgung beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Hauptsymptomen:

  • Infektion,
  • Exsudat,
  • Blutung,
  • Schmerz,
  • Übel-Geruch.

Darüber hinaus haben die betreuenden Fachkräfte auch ein achtsames Auge auf die damit einhergehende die seelische Belastung der Patienten.

Symptomorientierte Wundbehandlung ist im Bereich Palliative Care das oberste Ziel, auch wenn es sich hier nicht um eine kurative Therapie handelt. Die Voraussetzungen dafür sind allerdings schwierig: meist leiden die Palliativpatienten an schlechter Durchblutung und einer verlangsamten Wundgranulierung. Umso wichtiger ist es, die medizinischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Denn Tumor-Wunden schränken die Lebensqualität erheblich ein.

„Häufig wird die Lebensqualität zum wichtigsten Parameter und die Wiederherstellung eines unversehrten Hautareals bleibt sekundär. Brechen Hautmalignome oder Hautmetastasen (z. B. beim Mammakarzinom) durch die Haut, spricht man von „exulzerierenden Tumoren“. Sie sind eines der am meisten belastenden Symptome von Tumorerkrankungen.“

(Quelle: Ulrike Schmid in Palliative Care, Handbuch für Pflege und Begleitung, Kränzle, Schmid, Seeger, Springer Verlag, 2009, 3. Auflage)


Die Patienten leiden an den Schmerzen, die chronische Wunden verursachen. Ebenso belastend sind weitere physische Begleiterscheinungen wie resultierende Infektionen, Blutungen oder Juckreiz.

Psychische Belastung durch Wunden

Eine besondere Qualität haben die psychischen Belastungen, die vor allem mit exulzerierenden Tumorwunden einhergehen. Ästhetische Aspekte und unangenehme Gerüche beeinträchtigen das Wohlbefinden der Palliativpatienten und gehen mit einer negativen Selbstwahrnehmung einher. Darüber hinaus werden nicht selten irrationale Ängste entwickelt.

„Menschen mit exulzerierenden Wunden berichten oftmals über Ängste wie „vom Tumor aufgefressen zu werden“ oder bei „lebendigem Leib zu verfaulen“. Diese Ängste teilen häufig auch ihre An- und Zugehörigen. Der Ekel vor sich selber und schockierende und ablehnende Reaktionen der Mitmenschen können sogar zu dem Wunsch nach Euthanasie führen.“

(vgl. Uebach, B. (2012a): Wundversorgung in der Palliative Care (Teil 1). In: Zeitschrift für Palliativmedizin, Jg. 13, Heft 4, S. 172 - 176, zitiert nach Leitlinien der DGP Sektion Pflege: Exulzerierende Wunden Exulzerierende Wunden in: https://www.dgpalliativmedizin.de/images/stories/pdf/Leitlinie_exulzerierende_Wunden_end.pdf, abgerufen im Mai 2017)

Bedürfnisse des Patienten

Ziel des Wundmanagements im Bereich Palliative Care ist es, durch die Reduktion und Kontrolle der Symptome das Leben des Patienten möglichst würdig zu gestalten. Auch hier entscheidet letztlich der Palliativpatient selbst darüber, welche Maßnahmen Ärzte und Pflegekräfte ergreifen sollen. Dazu ist es allerdings wichtig, Möglichkeiten und deren Effekte zu kennen und zu erklären.

Zur Orientierung und Qualitätssicherung des Wundmanagements in der Palliativpflege hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin eine Pflegeleitlinie zur Versorgung  exulzerierender Wunden veröffentlicht.

B. Braun als Partner in der palliativen Wundversorgung

Im intensiven, verstehenden Dialog mit Patienten, Pflegekräften und Medizinern hat B. Braun ein Portfolio an Produkten und Dienstleistungen für die Palliativmedizin entwickelt.

Infomaterial

Beschreibung Dokument Link
Palliative Wundversorgung Pflegerische Behandlungsmöglichkeiten – Pflegehinweise
pdf (327.6 KB)

Wundbehandlung bei Palliativpatienten – Erfahrungen mit Silikon-Verbänden

Mit moderner Wundversorgung soll eine schnellere Abheilung einer Wunde erzielt werden. In der kurativen Therapie wird in der Regel ein optimales Exsudatmanagement angestrebt, um ein feuchtes Wundmilieu zu erzeugen und so die Zellteilung zu fördern.

Bei Palliativpatienten ist dies nicht immer der Fall. Vor allem bei exulzerierenden Wunden stehen die Infektionsbehandlung und der Wundrandschutz im Fokus.

Distanzgitter auf Silikonbasis sind bei der Versorgung palliativer Wunden von großer Bedeutung. Im Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel wurde Askina® SilNet bei verschiedenen Wundarten palliativer Patienten eingesetzt und bewertet. Es zeigte sich, dass die hypoallergene Wundauflage zur Schmerzlinderung und damit auch zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann.

Fall 1: Schmerzfreier Verbandswechsel

Bei einer Palliativpatientin kam es nach einem Sturz zu einer Ablederung der Oberhaut im Bereich des linken Ellenbogens. Die Haut der Patientin war durch hohe Cortisondosen pergamentartig und sehr trocken, die Verbandwechsel mit Paraffingaze und Kompressen sehr schmerzhaft. Durch die Anwendung von Askina® SilNet konnten die Verbandwechselintervalle auf das Fünffache verlängert werden und durch die niedrige Adhäsion des Distanzgitters war der Verbandwechsel nahezu schmerzfrei.

Fall 2: Größenreduktion einer Sternumwunde

Bei einer Palliativpatientin wurde Askina® SilNet bei einer ca. 15 x 20 cm großen Sternumwunde erfolgreich angewendet. Die Patientin hatte ein metastasierendes Mammakarzinom; bei der Strahlentherapie entstand bei ihr ein sternales Ulkus.

Das Corpus sterni wurde reseziert und die großflächige Wunde zunächst mit einer Vakuumversieglung verschlossen. Aufgrund von massiven Blutungen wurde die Vakuumtherapie am 2. Post-OP-Tag beendet und auf konventionelle Wundbehandlung umgestellt. Das tägliche Ausduschen der Wunde und die Verbandwechsel waren für die Patientin sehr mühsam und anstrengend.

Nach vielen variierenden Verbandregimen, von Kompressionsverbänden mit oxidierter Cellulose zur Blutstillung über PVP-Jod-Verbände und selbst gestopfte Kohlekompressen wurde im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel das Wundmanagement mit Askina® SilNet und antiseptisch getränkte Kompressen durchgeführt. Die Wunde war stark mit Fibrin belegt und sezernierte stark. Da weitere arterielle Blutungen drohten, wurde der Wundgrund mit dem Distanzgitter ausgelegt und täglich die antiseptisch getränkten Kompressen gewechselt.

Sternumwunde behandelt mit Askina SilNet

Zwischenzeitlich wurde versucht, das Sekret mit Cavitykissen aufzufangen. Da das Sekret sehr serös war, konnte das Cavitykissen nicht ausreichend schnell das Sekret aufnehmen, so dass beim Aufrichten der Patientin der Verband durchnässte.

Das Distanzgitter am Wundgrund sorgte für ein Granulationsrasen, der die Gefahr der arteriellen Blutung reduzierte. Durch die überlappende Anwendung von Askina® SilNet wurden die Wundränder sehr geschmeidig und die Wunde reduzierte ihre Größe um ca. 2 cm. Auch der Gesamtzustand der Patientin stabilisierte sich und sie konnte nach 8 Wochen in ein Hospiz verlegt werden.

Fall 3: Sanftere Wundbehandlung bei Krebspatientin
Metastasierendes Plasmozytom

Eine Palliativpatientin hatte ein multiples metastasierendes Plasmozytom mit Osteolysen am Beckenkamm und Sakrum.

Eine massive Tumorausdehnung (20 x 20 cm) zeigte sich an der rechten Schulter mit Hautirritationen. Sie hatte zudem starke Schmerzen und aus der Wunde drohten arterielle Blutungen.

Im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel wurde das Wundmanagement mit Askina® SilNet durchgeführt. Die Patientin lobte die sanfte Haftung und die schmerzfreien Verbandwechsel.

Fazit

Askina® SilNet ist aus vielerlei Gründen gut bei palliativen Wunden einsetzbar. „Die schmerzfreien Verbandwechsel und das sanfte Haften über mehrere Tage gibt den Patienten Lebensqualität“, so Schwester Natascha. Schwester Ina lobt das leichte Entfernen des Verbandes ohne Beschädigung des Wundgrundes. Die Applikation des Distanzgitters ist einfach und passt sich auch bei unebenen Wundoberflächen leicht an, so dass aufwändiges Modellieren oder das Entfernen von Blasen vermieden werden können.

Quelle: Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel Gemeinnützige GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg / Lahn, 04.01.2011