Palliative Care Geriatrie

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Geriatrie und Palliativmedizin unterscheiden sich

Geriatrie und Palliativmedizin unterscheiden sich durch unterschiedliche Kernkompetenzen: Die Palliativmedizin widmet sich unheilbar kranken Menschen mit fortgeschrittenem Leiden unabhängig von der Diagnose. Sie trägt dazu bei, dem Schwerkranken ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Sie unterstützt auch die Angehörigen der Schwerstkranken. Dies erfordert eine möglichst ganzheitliche, individuelle Behandlung, Pflege und Begleitung zur Linderung der körperlichen Beschwerden und Unterstützung auf psychischer, spiritueller und sozialer Ebene (Definition der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)).

Die Geriatrie ist gemäß WHO-Definition von 1989 der Zweig der Medizin, der sich mit der Gesundheit im Alter sowie den präventiven, klinischen, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen beschäftigt. Geriatrische Medizin berücksichtigt somit insbesondere die medizinischen und psychologischen sowie auch die sozialen Probleme des älteren Patienten. Diagnostik und ganzheitliche Therapie werden im Wissen um körperliche und psychische Veränderungen des alternden Menschen auf diesen individuell zugeschnitten. (Definition der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und Bundesarbeitsgemeinschaft klinisch-geriatrischer Einrichtungen (BAG)).

Obwohl beide Fachrichtungen einen ganzheitlichen, nicht-kurativen Therapieansatz mit einem interdisziplinären therapeutischen Team verfolgen, bestehen dennoch klar getrennte Kernkompetenzen: Das Ziel der Palliativmedizin ist die Schaffung von Lebensqualität bei Patienten in terminaler Erkrankungsphase. Dabei zielen die Massnahmen ab auf physische Beschwerdelinderung, spirituell-psychische Unterstützung und Sterbebegleitung. Es soll Lebensqualität geschaffen werden in der letzten Phase des Lebens in unmittelbarer Nähe des Todes, der bei den meisten Patienten auch auf der Palliativstation eintritt.

Das Ziel der Geriatrie ist auch die Schaffung von Lebensqualität jedoch durch die Förderung von physischen, psychischen und sozialen Ressourcen zur Wiederherstellung einer weitest möglichen Alltagstauglichkeit bei multimorbiden Patienten in höherem Lebensalter. Die meisten Patienten verlassen die Geriatrie wieder um entweder zu Hause oder in einer Einrichtung pflegerisch versorgt zu werden.

Die klare Abgrenzung der Kernkompetenzen dieser beiden im Kanon der medizinischen Fachgebiete noch jungen Richtungen ist vielen etablierten Fachbereichen noch unbekannt und führt oft zu Fehleinweisungen. Eine Kenntnis der genauen Versorgungsbereiche beider Fachgebiete kann solche Fehleinweisungen verhindern und bei korrekter Einschätzung des betroffenen Patienten, diesem rechtzeitig die notwendige Behandlung ermöglichen. Zwar haben beide Patientengruppen eine eingeschränkte Lebenserwartung, doch steht bei einem palliativen Patienten die lebenslimitierende Erkrankung dominierend im Vordergrund, sodass der Palliativmediziner hier die Aufgaben der Symptomkontrolle, der Schmerzlinderung und der Sterbebegleitung zu erfüllen hat. Bei einem geriatrischen Patienten hingegen handelt es sich um einen multimorbiden Patienten, bei dem die Gesamtheit aller Erkrankungen zu einer Einschränkung der Alltagstauglichkeit führt, jedoch nicht zwangsläufig zum Tod. Die Aufgaben des Geriaters sind dabei, die Defizite zu erfassen und die Ressourcen zu erkennen und zu fördern um einen dauerhaften Pflegebedarf möglichst zu verhindern.