Palliative Care Leitgedanken

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Palliative Care – Medizin neu Denken

Wer eine Chance zur Heilung sieht, nimmt vieles in Kauf: Risiken, Schmerzen, gravierende Nebenwirkungen. Bei der Palliativmedizin gelten im Umgang mit dem Patienten und seiner Therapie teilweise andere Maßstäbe als in der kurativen Medizin.

Medizin mit Augenmass

Generell gilt in der Palliativmedizin, nicht das maximal Mögliche, sondern das Sinnvolle zu realisieren. Als sinnvoll wird betrachtet, was die Lebensqualität des Patienten verbessert.

Beneficience / Nonmaleficence

Behandlungen und Untersuchungen, die den Patienten belasten und seine Lebensqualität nicht verbessern, sind obsolet.

Nähe

Unter dem Schlagwort Low Tech / High Person bzw. Low Tech / High Touch subsummiert sich der Anspruch, neben den körperlichen therapeutischen Maßnahmen die menschliche Nähe zu den Patienten in den Fokus zu stellen.

(vergl. Z.B. http://flexikon.doccheck.com/de/Palliativmedizin)

Praktische Leitlinien nach Klaschik

Als eine Art Nestor der Palliativmedizin in Deutschland gilt Prof. Dr. Eberhard Klaschik. Er fasst die Leitlinien für den Umgang mit schwer Kranken und Sterbenden folgendermaßen zusammen:

  • Wahrhaftigkeit in der Kommunikation
  • Realistische Hoffnung und Respekt vor der Selbstbestimmung des Patienten
  • Respekt vor der Würde des Menschen im Leben, im Sterben und danach
  • Es ist nicht die Frage „Behandeln oder nicht behandeln?“, sondern „Welche Behandlung ist die angemessene für diesen Patienten?“
  • Verzicht auf belastende, unnütze Therapiemaßnahmen
  • Gute Palliativmedizin ist in der Regel antizipativ und seltener Form einer Krisenintervention
  • Nicht der Schmerz, sondern der Mensch, der Schmerzen hat, muss behandelt werden
  • Der Patient muss bei Fortschreiten der Erkrankung Verluste hinnehmen. Trotz des Verlusts der Integrität des Körpers Erhalten der Integrität der Person
  • Auseinandersetzung mit zunehmender Reduktion ehemals voller Lebensmöglichkeiten
  • Nicht das Sterben, sondern die Qualität des verbleibenden Lebens steht im Mittelpunkt
  • Nicht das medizinisch-technisch Machbare steht im Vordergrund, sondern das medizinisch-ethisch Vertretbare
  • Hilfe zum Leben und Hoffnung für den Sterbenden
  • Lernen durch Zuhören
  • Niemals: Da ist nichts mehr zu machen, sondern immer: Da ist noch viel, das getan werden kann und getan werden muss
  • Exzellente Symptomkontrolle durch Selbstverpflichtung zur Erlangung der größtmöglichen fachlichen und sozialen Kompetenz

(Quelle: Klaschik, E.: Palliativmedizin Praxis. Leitfaden für die palliativmedizinische Alltagsarbeit. Pallia Med Verlag, 4. überarbeitete Auflage, 2008)