Begrifflichkeiten DRG

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Begrifflichkeiten

Bewertungsrelation
Jeder DRG‐Fallgruppe ist eine Bewertungsrelation (Relativgewicht oder Kostengewicht) zugeordnet, die den mittleren finanziellen Aufwand für die Fälle dieser Fallgruppe widerspiegeln soll. Die Multiplikation mit dem Basisfallwert ergibt den Erlös für den Behandlungsfall in Euro.

PCCL
Krankheiten oder Beschwerden, die parallel zur Hauptdiagnose bestehen, werden als Nebendiagnose kodiert, wenn sie zu einem höheren Aufwand und Ressourcenverbrauch führen (Abkürzung: CC). Diese Gewichtung dieser Nebendiagnosen, der sogenannte Complication and Comorbidity Level (CCL), wird mit einem Wert von 1 (leichte CC) bis 4 (äußerst schwere CC) angegeben (0: keine CC) und ist abhängig von der medizinischen oder operativen Partition der DRG. Mehrere der schweregradgewichteten Nebendiagnosen ergeben den medizinischen Gesamtschweregrad des Behandlungsfalles und finden Ausdruck in dem PCCL (Patient Clinical Complexity Level), der die Maßzahl für den kumulativen Effekt der CC‐Diagnosen ist. Die Berechnung erfolgt über eine Glättungsformel und durch ein komplexes Verfahren. So wird vermieden, dass ähnliche Konstellationen von Nebendiagnosen mehrfach gewertet werden. Je höher der PCCL, desto höher ist auch die Fallvergütung.

Funktionen zur DRG‐Eingruppierung
Im DRG‐System gibt es neben der Eingruppierung eines Falles anhand der Hauptdiagnose zusätzliche Funktionen:

Bestimmte Prozeduren: Inhalt sind eine Auswahl an OPS‐Kodes, die anstelle der Hauptdiagnose zur DRG-Eingruppierung führen.

Komplexe Prozeduren: Inhalt sind OPS‐Kodes für komplexe Operationen, die die Fallschwere beeinflussen.

Multiviszeraleingriff: Diese Funktion wurde eingeführt, um Fälle mit Eingriffen an mindestens zwei Organsystemen besser abzubilden.

Komplizierende Konstellation: Dies ist ebenfalls eine neue Funktion zur DRG‐Eingruppierung und ersetzt die bisher bekannte Funktion der Komplizierenden Prozeduren. Komplizierende Konstellationen beinhalten komplexe Aufwandskonstellationen und sind in mehrere Unterfunktionen unterteilt:

  • Komplizierende Konstellationen I und II
    (z. B. schwerste Gerinnungsstörung oder SIRS-kombiniert mit Kurzzeitbeatmung bis 96 Stunden, Strahlentherapie oder Dialysen)
  • Komplizierende Konstellationen Prä‐MDC
    (komplexe Konstellationen bei Langzeitbeatmung)
  • Komplizierende Konstellation MDC 11
    (bei Krankheiten und Störungen der Harnorgane)

Die genauen Definitionen finden sich im DRG‐Definitions‐Handbuch.