B. Braun und ich Praxisluft in Suzhou

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Praxisluft in Suzhou

Katrin Bihr berichtet über Ihr Praxissemester in Suzhou

Mein Name ist Katrin Bihr, auf chinesisch: 凯蒂 比亚.

Im Rahmen meines Medizintechnik-Studiums am Hochschulcampus Tuttlingen verbrachte ich mein 6-monatiges Praxissemester (März bis August) in Suzhou, einer „kleineren“ Stadt westlich von Shanghai.

Mit seinen 10 Millionen Einwohnern ist Suzhou eine High-Tech-Metropole, die sich in den letzten Jahren rasant entwickelt hat. Im SIP (Suzhou Industrial Park) haben viele angesehene Firmen Niederlassungen, so auch B.Braun.

Arbeiten in Suzhou

Der Standort wurde 2005 mit dem Start der Produktion von chirurgischen Instrumenten eröffnet. Momentan arbeiten ca. 550 Mitarbeiter in vier verschiedenen Werksanlagen, darunter auch eine Aesculap Academy. Die meiste Zeit während des Praktikums verbrachte ich in der Abteilung Vaskulare Systeme. Neben weiteren kleinen Tätigkeiten bestand die Hauptaufgabe aus der Projektleitung für den Aufbau des „Sampling Room“. Die Stichprobenentnahme, das „Sampling“, das zur Prüfung bei Wareneingang von neuem Material erforderlich war, sollte verlagert werden. Die gesamte Produktion, wie auch dieser Prozess finden in Reinraumumgebung (kontrollierter Luftaustausch, geringe Partikelanzahl, Hygieneschleuse und spezieller Kleidung) statt, sodass es viel zu tun gab, um den neuen Raum den Anforderungen anzupassen.

Land und Kultur

Neben den Herausforderungen, die ein neuer Arbeitsplatz in jedem Fall mit sich bringt, kamen in China viele weitere Aspekte (beispielsweise Kultur und Sprache) hinzu, die sehr interessant waren und teilweise auch eine Herausforderung darstellten. Diese hatten keinen Einfluss auf die große Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit meiner Kollegen. Mit ihnen verbrachte ich mehrere Teambuildings (abendliches Essen gehen mit der Abteilung), spielte Badminton oder lernte das chinesische Karaoke kennen.

Die Firma B. Braun ermöglichte mir vor Ort einen Chinesisch-Kurs. Über mehrere Wochen ging ich abends nach dem Arbeiten zum Unterricht - zeitlich vielleicht nicht mehr die Phase der geistigen Höchstleistung, aber ich machte trotzdem Fortschritte und hatte richtig Spaß dabei. Für den beruflichen Alltag reichten die Chinesisch-Kenntnisse nicht aus, um nach dem Weg zu fragen oder über Preise zu verhandeln (darin wird man mit der Zeit Profi) war es sehr nützlich.

In der Freizeit versuchte ich so viel wie möglich von Land und Kultur zu sehen.

Da China so riesig ist, verliert man mit der Zeit wirklich das Gefühl für Distanzen. Es schien schon fast normal, für ein Wochenende in das 1200 km entfernte Peking zu fahren, um dort eineinhalb Tage zu verbringen. Auch eine 24-stündige Zugfahrt nach Guilin an den Li-Fluss gehörten zu den Reiseerlebnissen. Das Reisen mit dem Zug war meistens die unkomplizierteste Option. Zwar mussten die Tickets oft schon länger im Voraus gekauft werden, dafür war der Zug immer pünktlich.

Für mich gehörte der Besuch der beeindruckenden Chinesischen Mauer und die Reise zum Gelben Berg, Huangshan, zu den Highlights.

In Suzhou gab es ebenfalls jeden Tag etwas zu entdecken. Der Jinji-See und das eindrucksvolle Gebäude, genannt „Hose“, eine schöne Altstadt, und viele historische Gärten oder Parks waren Ziele für Tagesausflüge.

Auch die Nähe zu Shanghai bot viele Möglichkeiten. Ob für ein Wochenende oder als Tagesausflug, diese gigantische Stadt hatte immer etwas zu bieten und zeigte sich sowohl am Bund (Flusspromenade, von der aus man einen tollen Blick auf die Skyline hat), durch den Peoples Park, oder einfach durch authentische verwinkelte und ursprüngliche Gassen in sehr vielfältigen Perspektiven.

Ein paar Facts zum Abschluss:

  • Auch Tofu mit Fischgeschmack kann ein Snack für die Kaffeepause sein
  • Auf einem E-Scooter kann problemlos eine ganze Familie Platz finden
  • Katze und Hund steht nur in wenigen Regionen auf dem Speiseplan, es ist kein Nationalgericht