150 Jahre Aesculap Produkte Presseinformation

Product Quick Finder

Wählen Sie eine Kategorie oder Unterkategorie.

„Lass dich bewegen“ – ein außergewöhnliches Tanzprojekt

Im Rahmen des 150. Jubiläums der B. Braun-Chirurgie-Sparte Aesculap

Foto: Till Vielrose, 2017
Foto: Till Vielrose, 2017

Tanzen ist Freude an Bewegung und gleichzeitig Begegnung mit Anderen. Auf diesem Grundgedanken basiert auch das Tanzprojekt „Lass dich bewegen“, das im Rahmen des 150. Jubiläums der B. Braun-Chirurgie-Sparte Aesculap ins Leben gerufen wurde. Entstanden aus dem Wunsch, einen außergewöhnlichen Imagefilm zu gestalten, entwickelte sich daraus ein Community-Dance-Projekt der besonderen Art. Im Mittelpunkt stehen vor allem Menschen, die emotional am engsten mit dem Unternehmen und dessen Produkten verbunden sind: Mitarbeiter und Patienten. Die einen arbeiten täglich daran, qualitativ hochwertige und innovative Medizinprodukte herzustellen, den anderen ermöglicht die Medizintechnik ein beschwerdefreies Leben. Verantwortlich für die künstlerische Leitung sind die Filmschaffenden Lukas Kretschmer und Tobias Haase. Im folgenden Interview schildern sie gemeinsam mit dem Aesculap-Projektleiter Christian Praedel, welche Überraschungen, Möglichkeiten und Herausforderungen ein solches Projekt mit sich bringt.

Sie sind gerade dabei, mit den Teilnehmern – alles keine Profis und manche auch erst vor kurzem operiert – in einer zweiwöchigen Trainingsphase die Tanzchoreographie einzustudieren. Anfang Juli treten Sie dann vor Zuschauern auf großer Bühne in Tuttlingen auf. Ein Tanzprojekt der besonderen Art und zusätzlich auch noch die Grundlage für einen Imagefilm: Wie kommt man auf so ein Projekt?

Tobias Haase: Unser Gedanke war, Menschen auf eine andere Art und Weise zusammenzubringen, die so normalerweise nicht stattfindet. Kommunikation geht in diesem Fall über Reden hinaus und genau das war unser Ansatz. Wir schaffen einen Rahmen, in dem Körper und Bewegung eine ganz wichtige Rolle spielen und lassen dann einfach zu, was passiert. Auch der Punkt des Außergewöhnlichen ist wichtig, seine Grenzen berühren und erkunden, wie weit man gehen kann.

Lukas Kretschmer: Neben der bei diesem Projekt grundsätzlich formulierten Anforderung „Alles, bloß keine weißen Kittel“, zeichnet sich Aesculap auch dadurch aus, dass eine ständige Weiterentwicklung und Verbesserung des Vorhandenen gelebt wird. Da kommt eine besondere Form ins Spiel, nämlich das Experiment: Etwas zu wagen, zu riskieren, etwas auszuprobieren – ohne zu wissen, wie das Ergebnis aussehen wird. Das gilt natürlich auch für die individuellen Patienten.

Habt ihr solche außergewöhnlichen Projekte schon einmal betreut?

Tobias Haase: Lukas und ich sind die Autoren des Projektes, wir haben beide an Community-Dance Projekten teilgenommen, Lukas als Tänzer, ich als begleitender Filmemacher. Dieses Mal erweitern wir das Projekt indem Patienten daran teilnehmen. Was wir bei unseren vorherigen Erfahrungen gesehen haben, ist, dass Menschen über ihre Grenzen hinauswachsen können und ganz stolz sind auf so ein Projekt. Das ist auch das, was wir gerne erreichen wollen. Darum haben wir einen Rahmen geschaffen, indem all das stattfinden kann. Es gibt eine Bühne, einen Proberaum, Choreografen, Tänzer und auch die Musik ist ein ganz wichtiges Thema. Wir haben einen eigenen Komponisten dabei, der vor Ort die Musik komponieren wird.

Das klingt nach einem sehr offenen Konzept. Kann das mit „Laien“ funktionieren?

Lukas Kretschmer: Klar, man geht eben nicht mit einem ausgefeilten Stück in ein Projekt hinein, sondern lässt es sich entwickeln. Was natürlich von Vorteil ist, denn wir haben auch Teilnehmer, die nicht die Anforderungen von professionellen Tänzern erfüllen sollen. Auch die müssen ihren Weg in das Projekt finden, das ist ja das Grundprinzip der Community-Dance-Geschichte. Dahinter steht die Überzeugung, jeder kann tanzen! Es geht hier ja nicht um einen sportlichen Wettbewerb, sondern um die Möglichkeit, etwas mit dem Körper und der Persönlichkeit auszudrücken.

Christian Praedel: Für mich ist das Faszinierende, dass wir keine Schauspieler haben, die einen Text vorlesen, sondern das es Patienten und Mitarbeiter sind, die in diesen Proben etwas erleben und Ihre Gefühle und Erfahrungen ausdrücken.

War es schwierig, Teilnehmer unter den MA und Patienten zu finden? Und wie konnten Sie die Proben realisieren?

Tobias Haase: Es gibt immer Zweifler bei Dingen, die weiter gehen als das, was man vorher getan hat, da muss man Überzeugungsarbeit leisten. Aber vor allem die Aesculap-Mitarbeiter waren von Anfang an mit im Boot und aufgrund des großen Interesses wurde sogar gecastet. Dabei müssen die Kollegen Freizeit oder Urlaubstage investieren, insofern ist es toll, dass die Menschen in gewisser Weise  einen Nachteil in Kauf nehmen, um mit zu machen.

Lukas Kretschmer: Auf Patientenseite war die Suche schwieriger, vor allem wegen des Zeitaufwandes. Das Projekt verläuft Vollzeit und wir reißen Menschen zwei Wochen lang aus ihrem Alltag. Trotzdem freuen wir uns sehr darüber, dass wir 24 Teilnehmer gefunden haben, die diese Reise mit uns angehen.

Mit diesem Realexperiment bringen Sie Menschen zusammen, die gemeinsam Grenzen überschreiten und etwas ganz Neues schaffen. Welche Rolle spielt dabei die Medizintechnik?

Lukas Kretschmer: Ich würde es ein „Unsichtbarwerden“ der Produkte nennen. Medizintechnik soll sich nahtlos in das Leben einfügen, Hüftgelenke, Kniegelenke oder Nahtfäden sind Produkte, die immer zuverlässig funktionieren. Das Projekt ermöglicht nun den persönlichen Austausch zwischen Mitarbeitern und Patienten außerhalb eines medizintechnischen Kontextes: Da wird plötzlich sichtbar, wie es jemandem nach der OP geht oder was passiert, wenn Bewegungen noch instabil sind oder Schmerzen auftreten. Auch damit einen Umgang und Austausch zu finden, darum geht es.

Christian Praedel: Mit einem Teilnehmer konnten wir vor seiner OP zu sprechen. Er fürchtete sich vor dem Eingriff, sagte aber, das er sich jetzt mit dem Projekt vor Augen fast schon ein wenig freue. Das finde ich faszinierend, was man mit so einem Projekt bewegen kann, es ist sogar möglich, die Angst vor der OP zu lindern.

Aesculap AG
Am Aesculap-Platz
78532 Tuttlingen
Deutschland