Ole, 41 Jahre Geschäftsbericht 2015

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2009 - Der Rücken streikt

Mit meinen Söhnen am Strand herumtoben, auf Berge steigen, campen. Das alles macht mir Spaß, und ich brauche es auch als Ausgleich zum Job. Ich fühle mich jung. Obwohl ich in der Mitte des Lebens angekommen bin. Was ja auch sein Gutes hat. Ein wenig vorsichtiger als früher bin ich auf jeden Fall geworden.

Ich bin mir sicher, dass mir damals der Stress in den Rücken geschossen ist. Ich war 34, die Kinder noch ganz klein. Dazu arbeitete ich gerne mal 14 Stunden am Tag, saß auch am Wochenende vor dem Computer und ging spät nachts ans Telefon. Ich war damals in einer leitenden Position bei einem Radsport magazin und organisierte dazu alle Events, die das Heft veranstaltete. Das machte mir viel Spaß, aber ich spürte auch, wie sehr mich die Belastung schlauchte. Die Reißleine habe ich zu spät gezogen.

Maren, die Kinder und ich machten fünf Wochen Urlaub in Kanada, wo wir immer schon mal hinwollten. Es war eine Vollbremsung. Von der größten Anspannung zur totalen Entspannung. Wir fuhren mit einem Wohnmobil durchs Land, stiegen auf Berge, wanderten durch Ahornwälder, grillten Forellen am Lagerfeuer. Zum Schluss waren wir in Vancouver. Ich spielte mit meinem älteren Sohn Jan Fangen am Strand, und plötzlich schoss mir dieser Schmerz in die Hüfte. Der ging auch nicht mehr weg. Nicht, wenn ich im Meer schwamm, nicht, wenn ich herumspazierte, noch nicht einmal beim Autofahren.

In Deutschland ging ich zum Arzt. Die Diagnose kam schnell: Bandscheibenvorfall. Und zwar heftig. Zwei Bandscheiben in der Lendenwirbelsäule waren „herausgesprungen“. Die Hüftschmerzen kamen vom eingeklemmten Nerv. „Am besten gleich operieren“, sagte der Arzt. „Nee, nee, das lassen wir mal“, sagte ich. Erst wollte ich andere Dinge ausprobieren. Mein Rücken war gut trainiert, ich dachte, dass ich darauf aufbauen könnte. Regelmäßig bekam ich Spritzen, drei Mal die Woche ging ich zur Krankengymnastik. Ein wenig Geduld brauchte ich schon, aber eines Tages waren die Schmerzen weg. Mir ist klar: Wenn sich die Lage doch noch einmal verschlechtert, lege ich mich unters Messer. Bisher ist aber alles sehr gut. Beim Radfahren oder Schwimmen meldet sich mein Rücken gar nicht. Neulich hatte ich einen heftigen Sturz beim Skifahren und habe noch beim Fallen an meinen Rücken gedacht. Aber auch da: nichts. Nur, wenn etwas im Kopf nicht stimmt, wenn ich mich ärgere oder überarbeitet bin, zieht es im Bereich der Lenden. Dann denke ich daran, dass ich achtgeben muss. Auf mich und auf meinen Rücken.

Bilder zur Geschichte

Rückgrat bewahren – Bewegungsfähigkeit erhalten

Wichtig und empfindlich – der Rücken 

Die menschliche Wirbelsäule ist ein Wunder der Natur. Dank ihrer einzigartigen doppelten S-Form, die alle Erschütterungen abfedert, geht der Mensch aufrecht, bewegt seine Hände frei und setzt sie als Werkzeug ein. Diese komplexen Möglichkeiten wiederum haben das Gehirn zu seiner enormen Entwicklung angeregt. Man könnte also sagen: Die Wirbelsäule macht den Menschen zum Menschen. Und verursacht gleichzeitig Probleme. In Deutschland zum Beispiel leiden zwischen 32 und 49 Prozent aller Menschen unter Rückenschmerzen, Frauen häufiger als Männer. 80 Prozent der US-Amerikaner haben irgendwann einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen. Eine Ursache hierfür ist häufig der Verschleiß von Bandscheiben und Wirbelgelenken. Zwischen den 24 Wirbeln des Rückgrats sitzt jeweils eine Bandscheibe. Diese besteht aus einem weichen Kern, der von einem härteren Faserring umgeben ist. Die Bandscheibe wirkt somit als flexibler und gleichzeitig robuster Stoßdämpfer. Mit zunehmendem Alter werden die Bandscheiben spröde, manchmal reißt der Bandscheibenring ein, gallertartige Masse tritt aus dem Bandscheibenkern und drückt auf die Nerven im Bereich der Wirbelsäule. So ein Bandscheibenvorfall kann zu Schmerzen und sogar zu Lähmungen führen. Je weniger wir uns bewegen, desto schlechter werden die Bandscheiben vom umliegenden Gewebe mit Nährstoffen versorgt und desto schneller altern sie. Auch Stress bewirkt Rückenprobleme. Verspannen und verkrampfen unsere Rückenmuskeln, ist das sehr schmerzhaft. Fehlhaltungen, die durch Ärger oder Sorgen ausgelöst werden, belasten die Wirbelsäule einseitig, was wiederum die Bandscheiben schädigt. Rückenschmerzen sind also auch die Folge einer Zeit, in der die Menschen unter hohem Druck stehen und sich wenig bewegen.