Ole, 41 Jahre Geschäftsbericht 2015

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2004 – Elternglück

Viele Menschen zögern ja mit der Entscheidung, Eltern zu werden. Ich wusste sofort, dass ich mit Maren Kinder bekommen wollte. Wir passen einfach gut zusammen. Jan kam 2004 auf die Welt, Till 2007. Beide sind tolle Jungs: wach, lustig und manchmal auch wild. Das Leben mit den Kindern ist sogar noch viel besser, als ich gedacht habe.

Mein Handy klingelte, als ich noch schlief. Maren war dran: „Ole, du musst kommen, ich habe schon Wehen!“ Ich war weit weg von zu Hause, in den Bergen, auf einer Hütte. Ein Freund hatte dort seinen Junggesellenabschied gefeiert. Ich war mitgekommen, weil der Geburtstermin noch ein bisschen hin war. Es wurde spät. Ich war also wahnsinnig müde, als ich zurück nach Hause fuhr, Maren kurz in die Arme nahm und wir uns gemeinsam auf den Weg ins Geburtshaus machten. Ich dachte, jetzt ist gleich die Entbindung. Tatsächlich standen wir am Beginn einer Reise, die 36 Stunden dauern sollte und die mir nur seltsam bruchstückhaft in Erinnerung ist.

Ich bin immer wieder eingeschlafen. Auf einem Stuhl, auf dem Boden. Als Maren für eine Untersuchung weg war, nickte ich in ihrem Bett ein. Maren lachte über mich, die Hebamme schenkte mir die ganze Zeit Kaffee nach.

Am Ende des nächsten Tages entschieden sich die Hebammen, Maren in die Klinik zu verlegen. Das Baby hatte sich in Marens Bauch verkeilt, bewegte sich weder vor noch zurück. Sorgen habe ich mir aber keine gemacht. Ich habe totales Vertrauen zu Maren. Solange sie entspannt ist, bin ich das auch.

Die Ärztin in der Klinik sagte sofort: „Kaiserschnitt!“ Maren wollte keine Spinalanästhesie, sie hatte Angst vor der Spritze in den Rücken. Aber es war gar keine Zeit mehr, sich groß Sorgen zu machen. Meine Frau wurde in den OP geschoben, ich stand an ihrem Kopfende und konnte nicht sehen, was die Ärzte taten. Ich bekam es noch nicht einmal mit, als mein Kind auf der Welt war, ich hörte nur einen schüchternen Schrei. Die Ärzte machten dann gleich ein paar Tests. Ich war völlig benommen, ging aus dem OP und in Richtung unseres Zimmers. Auf dem Flur standen ein paar Kinder herum, Geschwister von anderen Neugeborenen. Sie betrachteten ein Baby, das in den Armen einer Krankenschwester lag. Ich stellte mich dazu und dachte: „Unglaublich, wie winzig!“ Die Schwester schaute mich an und sagte: „Ach, hallo, das ist doch Ihrer!“ Ich zog mein Hemd aus und legte das Kind auf meine Brust. Körpernähe ist wichtig, hatte ich im Geburtsvorbereitungskurs gelernt. Und das war mein erster Kontakt mit Jan.

Bilder zur Geschichte

Schmerztherapie – das Wunder Geburt erleben

Das Risiko der Geburt 

Über Jahrtausende war die Geburt ein lebensgefährliches Ereignis. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts starben bis zu einem Viertel aller Frauen im Kindbett. Jeder vierte Säugling kam tot zur Welt oder überlebte sein erstes Lebensjahr nicht. In den industrialisierten Ländern liegen diese Zahlen mittlerweile bei einem Bruchteil eines Prozents. Die wichtigsten Gründe dafür sind eine enge medizinische Betreuung vor, während und nach der Geburt, optimierte Hygiene und immer bessere Methoden beim Kaiserschnitt.

Der entscheidende Schnitt

Angeblich kam Julius Caesar per Schnittgeburt zur Welt – diesem Mythos verdankt die Methode ihren Namen. Es gilt jedoch als ausgeschlossen, dass Mediziner der damaligen Zeit eine so anspruchsvolle Technik beherrschten. Tatsächlich wendeten sie bis weit ins 19. Jahrhundert den Kaiserschnitt nur im äußersten Notfall an, etwa wenn die Mutter bei der Geburt verstorben war. Dabei setzte man den Schnitt vom Bauchnabel abwärts. Die entscheidende Verbesserung gelang erst im Jahr 1881. Der deutsche Gynäkologe Ferdinand Adolf Kehrer hatte die Idee, oberhalb des Schambeins quer einzuschneiden, was einen besseren Wundverschluss ermöglichte. Kehrers Landsmann Hermann Johannes Pfannenstiel verbesserte wenige Jahre später diese Methode, indem er auch die Bindegewebsschichten zwischen den Bauchmuskeln transversal, also „quer“ eröffnete. Einen weiteren Fortschritt brachte die Misgav-Ladach-Methode, die im Jerusalemer Krankenhaus gleichen Namens entwickelt wurde. Hier wird das Bindegewebe zwischen den Bauchmuskeln nach Möglichkeit nur gedehnt, nicht geschnitten.

Beliebt wie nie

In Brasilien und China kommt bereits jedes zweite Kind per Kaiserschnitt zur Welt, in Ländern wie den USA oder Deutschland ist es jedes dritte. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt allerdings, dass nur bei 15 Prozent aller Geburten die Kaiserschnitt-Methode auch tatsächlich aus medizinischen Gründen notwendig ist.

Präzise Schmerztherapie

Zur Durchführung dieses chirurgischen Eingriff es ist eine Anästhesie zur Ausschaltung des Schmerzempfindens geboten. Die Spinalanästhesie ist bei einem Kaiserschnitt die favorisierte Applikationsmethode. Der Einstich erfolgt in der Regel im Bereich zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel. Der Anästhesist durchsticht dabei die harte Hirnhaut und spritzt das Anästhetikum in das Nervenwasser, welches das Rückenmark umfl ießt. Dort hat sich das Rückenmark bereits in einzelne Rückenmarksfasern aufgeteilt. Der große Vorteil der Spinalanästhesie ist, dass die Mutter während des gesamten Vorgangs bei Bewusstsein bleibt, sie nimmt teil am Wunder der Geburt und kann ihr Kind sofort in die Arme schließen. 

Um gut arbeiten zu können, benötigt der Anästhesist an die jeweilige Situation angepasste Nadeln. B. Braun bietet für die Spinalanästhesie mit den Spinocan®- Pencan®- und Atraucan®-Kanülen ein breites Sortiment mit unterschied lichen Schliff geometrien und Nadelgrößen. Ein weiteres Verfahren der regionalen Anästhesie ist die Periduralanästhesie (PDA), auch unter dem Namen Epiduralanästhesie bekannt. Diese wird beispielsweise verwendet, um Wehen und Schmerzen vor, während und nach der Geburt zu lindern. Dabei führt der Anästhesist die Nadel in den Epiduralraum ein, wo die Wurzeln der Rückenmarksnerven liegen, um einen Katheter zu platzieren und spritzt in den Bereich zwischen Wirbelkörper und harter Hirnhaut. Perican®-Epiduralkanülen mit Tuohy-Schliff erleichtern die sichere Platzierung des Katheters. Verschiedene Perifi x®-Katheter sorgen dafür, dass sich das Anästhetikum im Epiduralraum verteilt. Das Anästhetikum muss exakt auf die Patientin und deren Bedürfnisse abgestimmt werden. Dabei hilft Perfusor® Space, eine Spritzenpumpe, die sich einfach, sicher und präzise bedienen lässt. Mit seinen diversen Hygiene artikeln, Medizinprodukten und Generika sowie den Kursen für ärztliches und pfl egerisches Personal an der Aesculap Akademie begleitet B. Braun kompetent den gesamten Prozess der Schwangerschaft bis zur Geburt und darüber hinaus.