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Studie zur Lebenszyklusanalyse
Sterilcontainer oder Einwegverpackung?
Bei der Aufbereitung von OP-Sieben haben Sie die Wahl.
Ein Forscherteam, bestehend aus Ärzt*innen und Techniker*innen des Leiden University Medical Center in den Niederlanden sowie Biomedizin- und Industriedesign-Ingenieur*innen der Delft University of Technology, führte eine umfassende Lebenszyklusanalyse (LCA) der Medizinprodukte durch.
Verglichen wurden Vliese und Sterilcontainer als Systeme für die Aufbereitung von Sterilgut im Krankenhaus. Die Analyse berücksichtigte vier Phasen des Produktlebenszyklus von Vliesen und Sterilcontainern:
Zwei zentrale Ergebnisse gingen aus dieser Untersuchung hervor. Sie wurden in der Studie „Reducing the Environmental Impact of Sterilization Packaging for Surgical Instruments in the Operating Room: A Comparative Life Cycle Assessment of Disposable versus Reusable Systems“ veröffentlicht.
Die Nutzung von Sterilcontainern verursacht 84 % geringere Ökokosten als die Verwendung von Vlies zur Verpackung der Sets für die Sterilisation.
Dieser Unterschied ist so erheblich, dass der Container bereits nach nur 68 von 5.000 betrachteten Nutzungszyklen die umweltfreundlichere Option darstellt.
Ökokosten von Vliesen vs. Sterilcontainer
Über 5.000 Sterilisationszyklen
Unter Verwendung der weniger umfassenden Kennzahl CO₂-Fußabdruck zeigt die Lebenszyklusanalyse, dass Einwegverpackungen in Open-Loop-Nutzung (= ohne Recycling) über 5.000 Sterilisationszyklen 1.869 kg CO₂e erzeugt. Demgegenüber stehen 285 kg CO₂e bei Sterilcontainern.
Damit ist Vlies mehr als sechsmal so CO₂-intensiv wie Sterilcontainer.
In Closed-Loop-Nutzung (= mit Recycling) liegt die Menge an erzeugtem CO₂e bei 883 kg. Jedoch setzt dies eine vollständige Wiederverwertung von Einwegverpackungen voraus. Diese erfolgt in der Praxis nur selten.
CO2e-Emissionen von Vliesen vs. Sterilcontainer
Über 5.000 Sterilisationszyklen
Die Autor*innen untersuchen die Entscheidung „Vlies vs. Sterilcontainer“ in Verbindung mit zwei grundlegenden Anwendungssituationen:
Die Idee hinter diesem Vergleich ist es, den ökologischen Break-Even-Point auch bei niedriger Zyklenanzahl zu bestimmen.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass beim CO₂-Fußabdruck der beiden Systeme der Break-Even-Point bereits nach 98 Sterilisationszyklen erreicht ist. Ab diesem Punkt liefert das Sterilcontainer-System geringere CO₂e-Werte, die mit jedem weiteren Sterilisationszyklus zunehmend deutlicher werden.
Ökologischer Break-Even-Point (CO₂e)
Bereits nach nur 98 Sterilisationszyklen verursachen Sterilcontainer weniger CO₂e als Einwegverpackungen – und der Unterschied wächst über den gesamten Lebenszyklus des Sterilcontainers proportional weiter an.
Die Studie zeigt, dass beim Vergleich der beiden Systeme der Break-Even für die Ökokosten nach 68 Sterilisationszyklen erreicht wird. Ab diesem Zeitpunkt verursacht das Sterilcontainer-System geringere Ökokosten, die mit jedem weiteren Sterilisationszyklus zunehmend deutlicher werden.
Ökologischer Break-Even-Point (Ökokosten)
Schon nach 68 Sterilisationszyklen erzielen Sterilcontainer bessere Ergebnisse bei den Ökokosten als Einwegverpackungen – und der Unterschied wächst über den gesamten Lebenszyklus des Sterilcontainers proportional weiter an.
Basierend auf diesen Ergebnissen ziehen die Autor*innen folgende Schlussfolgerungen: