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Digital unterstützte Therapie und Krankenhausautomatisierung
Angesichts der zunehmenden Komplexität und der wachsenden Arbeitsintensität in Kliniken vertiefen B. Braun und Dräger ihre strategische Zusammenarbeit. Damit wollen die Hersteller die digitale Transformation von Akutbereichen vorantreiben. Aufbauend auf anwendungserprobten Initiativen für Interoperabilität wie Silent ICU forciert die Partnerschaft ein klinisch bewährtes, vernetztes Ökosystem. Dies ermöglicht eine optimierte Versorgung und effizientere Arbeitsabläufe.
Die Kooperation von Dräger und B. Braun baut auf der gemeinsamen Überzeugung von standardbasierter Interoperabilität auf. Mit dem international anerkannten IEEE/ISO 11073-Standard Service-oriented Device Connectivity wollen die Unternehmen eine sichere Echtzeit-Gerätekommunikation in der Intensivmedizin — von der Erwachsenen- bis zur Frühgeborenen-Versorgung — und in perioperativen Umgebungen ermöglichen. Damit schaffen sie die Basis, um Medizintechnik nahtlos integrieren zu können, von der Patientenüberwachung über Beatmung und Anästhesie bis hin zur Infusionstherapie, ohne Krankenhäuser auf proprietäre Systeme zu beschränken.
„Wir verfolgen das gemeinsame klare Ziel, ein klinisch bewährtes Ökosystem für die vernetzte Akutversorgung aufzubauen. SDC liefert uns hierfür den Standard und die technischen Werkzeuge. Mit unserer Partnerschaft können wir klinische Expertise und technischen Fähigkeiten bündeln, um die Interoperabilität medizinischer Geräte in konkrete Fortschritte für die Therapie umzusetzen“, so Toni Schrofner, Vorstandsmitglied Medizintechnik bei Dräger.
„Konnektivität ist kein bloßes IT-Thema mehr — sie ist eine klinische Notwendigkeit. Indem wir unsere Stärken kombinieren, erweitern wir die Infusionstherapie von einer eigenständigen Funktion zu einem integralen Bestandteil einer vernetzten Versorgungsumgebung. Unser Fokus liegt nicht nur auf Technologie, sondern darauf, greifbare Verbesserungen für Patienten, Ärzte und den Krankenhausbetrieb zu erzielen. Damit bewegen wir uns weg von isolierten Lösungen hin zu integrierten Systemen, die bessere Entscheidungen und eine effizientere Versorgung ermöglichen. Wir wollen ein echter Partner für unsere Kunden sein und durch Innovation neue Standards in der medizinischen Versorgung setzen“, sagt Markus Strotmann, Vorstandsmitglied der B. Braun SE.
Schaffung eines herstellerunabhängigen Ökosystems
Das Ökosystem ist offen für die Integration und Visualisierung von Drittanbieter-Systemen, wodurch Krankenhäuser weiterhin flexibel in ihrer Technologielandschaft und Beschaffungsstrategie bleiben. Gleichzeitig entwickeln die Dräger und B. Braun gemeinsam Innovationen, die das Potenzial einer tiefgreifenden Integration ausschöpfen — insbesondere in den Bereichen Therapiesteuerung und fortschrittliche Entscheidungsunterstützung. Diese Planung folgt der gemeinsamen Überzeugung, dass eine wirkungsvolle digitale Transformation im Gesundheitswesen von Zusammenarbeit, offenen Standards und vertrauensvollen Partnerschaften abhängt und nicht von isolierten Lösungen.
Auf bewährter Interoperabilität aufbauen
Der engeren Zusammenarbeit der Hersteller geht bereits eine solide Erfolgsbilanz voraus. Ein erster Meilenstein war die Einführung der herstellerübergreifenden Interoperabilitätslösung Silent ICU, die gemeinsam mit Partnern wie Ascom entwickelt wurde. Diese Lösung zeigt, wie standardbasierte Konnektivität das Versorgungsumfeld verändern kann: Unnötige akustische Alarme können am Krankenbett reduziert und gleichzeitig das klinische Personal zuverlässig informiert werden. In der nächsten Phase weiten die Partner dieses Technologieprinzip über das Alarmmanagement hinaus auf breitere klinische Anwendungsfälle in der Intensiv- und perioperativen Versorgung aus.