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Gesunde Ernährung bei Nierenversagen
Wenn Ihre Nieren nicht mehr voll leistungsfähig sind, kann eine ausgewogene Ernährung, die die Veränderungen im Körper ausgleicht, viel zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden beitragen. Diese Seite bietet einen allgemeinen Überblick über eine gesunde Ernährungsweise für Patient*innen mit Niereninsuffizienz. Welche Ernährung für Sie geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab – etwa von Ihren Vorlieben, dem Stadium der Nierenerkrankung, der Art der Behandlung, die Sie erhalten, sowie von Begleiterkrankungen wie beispielsweise Diabetes.
Wenn der Körper bei Nierenversagen weniger Urin produziert, ist es wichtig, nicht zu viel zu trinken, um zu vermeiden, dass sich zwischen den Dialysesitzungen zu viel Flüssigkeit ansammelt. Denn das kann gefährlich sein.
Ihr Behandlungsteam wird Ihnen genau sagen, wie viel Sie täglich trinken dürfen, ohne Komplikationen zu riskieren.
Einige Patient*innen trinken aus Flaschen, um ihre Flüssigkeitsaufnahme besser zu kontrollieren. Ganz gleich, welche Methode Sie wählen – achten Sie darauf, Ihre Trinkmenge regelmäßig zu überwachen.
Wenn Sie an Nierenversagen leiden, ist Ihr Körper meist nicht mehr in der Lage, den Natriumspiegel (Salzgehalt) ausreichend zu regulieren. Ein zu hoher Natriumgehalt kann zu Bluthochdruck führen und ein verstärktes Durstgefühl auslösen – wodurch Sie wiederum mehr trinken.
Ein erhöhter Phosphatspiegel kann langfristig zu Knochen-Entkalkung und Arteriosklerose führen. Um Ihre Gefäße und Knochen zu schützen, sollten Sie Ihre tägliche Phosphataufnahme an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Der größte Teil des aufgenommenen Phosphats steckt in Eiweißquellen wie Fleisch und Milchprodukten.
Ebenso wichtig ist es, Ihre Phosphatbinder genau nach ärztlicher Anweisung einzunehmen. Wenn Sie eine phosphatreiche Mahlzeit planen – etwa bei einer Grillparty, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vorab, wie Sie Ihre Phosphatbinder an diesem Tag richtig einnehmen sollten.
Wenn die Nieren nicht mehr genügend Kalium ausscheiden, kann der Kaliumspiegel im Blut ansteigen. Man spricht dann von einer Hyperkaliämie. Eine Hyperkaliämie ist eine sehr gefährliche Erkrankung, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen kann. Sie kann beispielsweise nach dem Verzehr kaliumreicher Lebensmittel entstehen. Oft tritt sie ohne erkennbare Symptome auf – was sie besonders bedrohlich macht.
Selbst Patient*innen, die zuvor nie eine Hyperkaliämie hatten, können bereits durch eine einzige Episode gefährdet sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie dabei unterstützen, Ihren Kaliumspiegel im Rahmen Ihrer Nierendiät zu kontrollieren.
Eiweiß ist ein wichtiger Nährstoff für viele Körperfunktionen. Als Dialysepatient*in benötigen Sie eine ausreichende Eiweißzufuhr über die Ernährung. Allerdings sind viele Eiweißquellen auch phosphatreich. Die Ernährung bei Nierenversagen sollte daher genug Eiweiß, aber nicht zu viel Phosphat enthalten. Ihr Dialyseteam wird Sie darüber informieren, welche Eiweißmengen und -quellen im Rahmen Ihrer Nierendiät für Sie am besten geeignet sind.
Vermeiden Sie verarbeitete und fertige Lebensmittel, wann immer möglich, da diesen oft Salz zur Geschmacksverstärkung zugesetzt wird. Wenn Sie dennoch verarbeitete Produkte essen, prüfen Sie die Zutatenliste auf den Salz- und Natriumgehalt – je niedriger der Wert, desto besser.
Vergessen Sie nicht, zu kontrollieren, wie viel Salz Sie seit der letzten Dialyse aufgenommen haben.
Beim Restaurantbesuch können Sie nach dem Salz-, Phosphat- und Kaliumgehalt der Speisen fragen – meist ist es jedoch zuverlässiger, diese Werte selbst mithilfe von Ernährungstabellen zu überprüfen.
Sie können Ihren Körper unterstützen, indem Sie Lebensmittel richtig zubereiten. Selbst kaliumreiche Nahrungsmittel – z. B. Kartoffeln und Obst – können gegessen werden, wenn sie richtig vorbereitet werden.
Tipp: Legen Sie kaliumreiche Nahrungsmittel vor dem Verzehr in Wasser, um einen Teil des Kaliums herauszulösen.
Im Allgemeinen trägt frisch zubereitete, selbstgekochte Nahrung wesentlich zu Ihrem Wohlbefinden bei.
Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem medizinischen Betreuungsteam – es hilft Ihnen, herauszufinden, welche Ernährungsweise bei Nierenversagen am besten geeignet ist. Vermeiden Sie außerdem ungewollte Gewichtsabnahmen, da die Dialysebehandlung den Körper stark beansprucht. Es ist wichtig, Ihre Kraftreserven zu erhalten.
Gutes Essen und ausgewogene Ernährung sind wesentliche Bestandteile eines gesunden und wertvollen Lebensstils. Mit dem Ziel, Sie zu inspirieren, haben wir uns mit der Ernährungsexpertin Dr. Ulrike von Herz und dem deutschen Spitzenkoch Christoph Brand von den Fliegenden Köchen zusammengetan. Gemeinsam bieten wir Ihnen hilfreiche Kochrezepte und Anleitungen für eine Vielzahl von Gerichten.
Einige unserer Rezepte enthalten Zutaten wie Chili und Knoblauch – passen Sie die Schärfe des Chilis unbedingt an Ihren persönlichen Geschmack an.
Öl und Butter sind gute Energiequellen, da kohlenhydratreiche Lebensmittel oft viel Kalium enthalten.
Harzer Käse und Parmesan liefern mehr Eiweiß pro 100 g als Fleisch oder Fisch – jedoch sind beide sehr salzhaltig, was zu verstärktem Durstgefühl führen kann.
Rezepte
Hier finden Sie ein Beispielvideo unseres Kochs Christoph Brand, in dem er zeigt, wie man Pasta zubereitet.
Weitere Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.Bei chronischer Nierenerkrankung, insbesondere in den frühen Stadien, kann eine ausgewogene Ernährung entscheidend für Ihr Wohlbefinden sein und helfen, weitere Komplikationen zu vermeiden. Eine Ernährungsumstellung kann die Nierenfunktion an sich jedoch nicht verbessern.
Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sowie einer Ernährungsfachkraft einen individuell passenden Ernährungsplan, der auf Ihre persönlichen Ziele abgestimmt ist.
Phosphat ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Gesunde Nieren halten normalerweise das Gleichgewicht, indem sie überschüssiges Phosphat ausscheiden. Phosphat wird für den Erhalt gesunder Knochen, Blutgefäße, Haut und weiterer Körperfunktionen benötigt.
Ein erhöhter Phosphatspiegel kann Juckreiz und brennende Augen verursachen. Bleibt der Phosphatwert dauerhaft hoch, kann dies zu einem Anstieg des Parathormons (PTH) führen, was langfristig Knochenschäden begünstigt.
Wenn Ihr Phosphatwert erhöht ist, werden Sie möglicherweise gebeten, eine phosphatarme Ernährung einzuhalten. Zusätzlich können Ihnen Phosphatbinder verschrieben werden. Diese Tabletten binden das Phosphat im Darm, sodass es nicht ins Blut aufgenommen wird. Ihre Ernährungsberaterin oder Ihr Ernährungsberater hilft Ihnen, Ihre Nierendiät richtig anzupassen, z. B. durch Einschränkung von Milchprodukten und die richtige Einnahmezeit Ihrer Phosphatbinder.
Eine der Hauptfunktionen der Nieren besteht darin, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Bei Nierenversagen besteht häufig das Problem, dass überschüssige Flüssigkeit nicht ausgeschieden werden kann. Dies führt zu Flüssigkeitsüberlastung, die Bluthochdruck, langfristige Gefäßschäden und sogar Herzschäden verursachen kann.
Ihr Flüssigkeitslimit hängt von Ihrer Urinmenge ab. Diese kann im Laufe der Zeit abnehmen. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen mitteilen, wie viel Sie trinken dürfen.
Hier ein paar Tipps, um den Durst besser zu kontrollieren:
Die erlaubte Flüssigkeitsmenge pro Patient*in wird auf Basis der Urinmenge plus 500 ml pro 24 Stunden berechnet. Diese 500 ml decken den Verlust über Haut und Lunge ab.
Das Gewichtszunahme-Limit zwischen zwei Dialysesitzungen sollte in der Regel
betragen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner Sie sind, desto weniger Gewicht sollten Sie zunehmen. Wenn Sie zwischen den Dialysen zu viel trinken, kann sich überschüssige Flüssigkeit im Körper ansammeln – eine sogenannte Flüssigkeitsüberlastung. Während der Dialyse muss diese Flüssigkeit dann entfernt werden, was zu einem Abfall des Blutdrucks (Hypotonie) führen kann. Hypotonie wiederum kann Schwindel, Unwohlsein oder in schweren Fällen gesundheitliche Schäden verursachen.
Es ist also von großer Bedeutung, die empfohlene Trinkmenge nicht zu überschreiten, um die interdialytische Gewichtszunahme gering zu halten – das schützt Sie während der Dialysebehandlung.
Wenn Sie mit der Dialyse beginnen, werden Sie den Begriff „Trockengewicht“ hören. Das Trockengewicht ist das Körpergewicht ohne überschüssige Flüssigkeit. Es dient als Grundlage, um zu berechnen, wie viel Flüssigkeit sich zwischen den Dialysesitzungen angesammelt hat und wie viel während der Behandlung entfernt werden muss.
Ihr Trockengewicht kann sich im Laufe der Zeit verändern: Es kann steigen, wenn Sie sich nach Beginn der Dialyse besser fühlen und wieder mehr essen. Es kann sinken, wenn Sie krank waren oder Gewicht verloren haben.
Wenn der Wassergehalt im Körper zu stark ansteigt, führt die sich ansammelnde Flüssigkeit zu Schwellungen – meist beginnend an den Knöcheln durch die Schwerkraft – und kann sich nach oben ausbreiten.
Wird dieser Zustand nicht behandelt, kann sich die überschüssige Flüssigkeit in der Lunge ansammeln und eine lebensbedrohliche Erkrankung, das sogenannte Lungenödem, verursachen. Atemnot ist eines der Hauptsymptome dieses Zustands. Ein Lungenödem kann Lunge, Herz und andere Organe schädigen.
Zwar kann die Dialyse überschüssige Flüssigkeit entfernen, doch häufige und starke Schwankungen des Flüssigkeitshaushalts können dauerhafte Schäden verursachen und zu chronischen Atem- und Herzproblemen führen.
Die Flüssigkeitsbeschränkung ist für viele Dialysepatient*innen einer der schwierigsten Aspekte der Behandlung – und sie ist nicht leicht einzuhalten. Es gibt jedoch einige praktische Tipps, die Ihnen im Alltag helfen können: