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Leben mit Nierenversagen
Sobald alle wichtigen Schritte nach der Diagnose eingeleitet sind, werden Sie sich immer besser in Ihrem Leben mit Dialyse zurechtfinden und Ihre Souveränität zurückgewinnen. Nach und nach überwinden Sie die anfänglichen Gefühle von Verunsicherung und Angst. Jetzt ist es an der Zeit, Ihr Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen. Gerade bei einer Niereninsuffizienz lohnt es sich, den Alltag bewusst zu gestalten: Was möchte ich tun? Welche Herausforderungen erwarten mich? Was sind und bleiben meine Prioritäten im Leben – auch mit Nierenversagen? Und vor allem: Wie kann ich mich organisieren, um meine Ziele zu erreichen?
Es ist Ihre Wahl
Für die meisten Nierenpatient*innen verändert die Behandlung den Alltag. Um das allgemeine Wohlbefinden zu erhalten, ist neben der medizinischen Therapie ein gesunder Lebensstil entscheidend. Es sind viele Faktoren, die zusammengenommen ein erfülltes Leben mit Nierenversagen ermöglichen – körperlich und seelisch.
Denken Sie darüber nach, was Lebensqualität für Sie bedeutet. Betrachten Sie verschiedene Lebensbereiche. Prüfen Sie, was Ihnen wirklich wichtig ist: Kulinarischer Genuss, Bewegung und Fitness, Reisen und Urlaub, Sexualität, Selbstbestimmung und Flexibilität, soziale Kontakte und Beruf …? Sobald Sie sich Ihrer persönlichen Kriterien für Lebensqualität bewusst geworden sind, wird sich ein positives Lebensgefühl einstellen.
Es ist wichtig, sich über den Lebensstil bewusst zu sein, den man für sich gewählt hat und Entscheidungen zu treffen, die sich gut für Sie anfühlen.
Auf dieser Seite finden Sie hilfreiche Tipps für den Alltag mit Niereninsuffizienz sowie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen.
Viele Patient*innen fühlen sich nach einer Dialysesitzung müde. Ihnen geht es auch so? Gönnen Sie sich für den Rest des Tages Ruhe.
In der Regel kehrt Ihre Energie am nächsten Tag zurück. Versuchen Sie, Ihre Hobbies und Ihren Alltag möglichst aufrechtzuerhalten. Nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie an dialysefreien Tagen leichte Bewegung oder Sport ausüben.
Tatsächlich können Sie fast alles tun, was Ihnen guttut und Ihr Wohlbefinden steigert.
Gerade bei einer chronischen Nierenerkrankung ist es wichtig, den täglichen und wöchentlichen Ablauf bewusst zu gestalten. Die Dialyse erfordert Regelmäßigkeit, um Ihr Wohlbefinden zu sichern. Es gibt allerdings immer einen gewissen Spielraum, um das Leben mit Nierenversagen flexibel zu gestalten.
Viele Patient*innen optimieren ihren Zeitplan gezielt, um ihre Zeit effizienter zu nutzen. Setzen Sie klare Prioritäten und organisieren Sie Ihr Leben entsprechend. Ein strukturierter Rhythmus hilft, Energie zu erhalten und aktiv zu bleiben.
Mehr über erfolgreiches Zeitmanagement
Sie sind Partnerin oder Partner, Elternteil, Freund oder Freundin, Fachkraft in Ihrem Beruf, Vereinsmitglied … All diese Rollen in Ihrem Leben bleiben wichtig für Sie – auch mit Dialyse. Verlieren Sie sie nicht aus den Augen.
Auch im Leben von Menschen mit Nierenversagen ist körperliche Aktivität wertvoll – Bewegung kann die beste Medizin sein. Regelmäßiger Sport steigert nicht nur die Lebensfreude, sondern kann auch den Blutdruck und Stoffwechsel verbessern. Darüber hinaus hilft er, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Bewegung, etwa in Form von regelmäßigen Spaziergängen oder anderen Sportarten, sollte ein fester Bestandteil des Alltags werden.
Sprechen Sie vor Beginn neuer Aktivitäten unbedingt mit Ihrem medizinischen Betreuungsteam. Wir haben Trainingsvideos für leichte körperliche Übungen zu Hause für Sie vorbereitet.
Zu den Übungsvideos
Viele Patient*innen mit chronischen Erkrankungen erleben schwierige Phasen oder Frustration. Denken Sie immer daran: Ihre Familie, Freund*innen und auch das Team in Ihrem Dialysezentrum sind für Sie da, wenn Sie Unterstützung benötigen, und handeln stets in Ihrem Interesse.
Haben Sie keine Scheu, um Hilfe zu bitten. Offene Kommunikation ist wichtig – für Ihre körperliche wie auch seelische Gesundheit.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich Selbsthilfegruppen oder Patientengemeinschaften anzuschließen. Sie sind nicht allein.
Gerade bei chronischen Nierenerkrankungen ist eine ausgewogene Ernährung entscheidend für das Wohlbefinden und zur Vermeidung weiterer Komplikationen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Ernährung eintönig oder langweilig sein muss.
Sie sollten lediglich bei bestimmten Lebensmitteln vorsichtig sein und wahrscheinlich auch die Trinkmenge begrenzen, um sich wohlzufühlen und die Dialysebehandlung optimal zu unterstützen.
Mehr über Ernährung bei Nierenerkrankungen
Leben mit Dialyse
Eine Niereninsuffizienz beeinträchtigt in der Regel nicht die Fahreignung. Wenn Sie jedoch aufgrund der Erkrankung Herzprobleme oder Sehbeeinträchtigungen haben oder sich nach der Behandlung unwohl fühlen, sollten Sie unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen.
Unbedingt. Sie sollten sich regelmäßig bewegen. Auch und gerade für Dialysepatient*innen kann körperliche Aktivität sehr positive Effekte haben: Begleiterkrankungen können gelindert, Gefäßverkalkungen entgegengewirkt sowie Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte gesenkt werden. All das sind Gesundheitsfaktoren, auf die Sie Einfluss nehmen können – ganz aktiv. Bewegung – zum Beispiel regelmäßiges Spazierengehen – kann helfen, …
Rauchen kann schädlich sein. Es belastet Herz und Blutgefäße. Wenn Sie sich einer Dialysebehandlung unterziehen, sollten Sie unbedingt aufhören zu rauchen.
Intime Beziehungen spielen meist auch im Leben von Menschen mit Nierenversagen eine wichtige Rolle. Allerdings können sich die körperlichen und emotionalen Veränderungen, die durch eine Niereninsuffizienz verursacht werden, auf das Sexualleben auswirken. Möglicherweise sind das sexuelle Verlangen sowie die sexuelle Aktivität durch die Erkrankung vermindert.
Männer können zu Beginn der Dialysebehandlung Erektionsstörungen erleben. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, wenn Sie davon betroffen sind. Solche Probleme lassen sich in der Regel leicht durch eine Anpassung der Medikation beheben.
Für jüngere Frauen ist möglicherweise wichtig zu wissen, dass sie grundsätzlich auch mit einer Nierenerkrankung Kinder bekommen können. Eine sorgfältige Risikoabwägung und eine enge Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt sind dabei jedoch unerlässlich.
Auch wenn Sie sich regelmäßig einer Dialyse unterziehen, müssen Sie Ihre Berufstätigkeit nicht automatisch aufgeben.
Viele Patient*innen mit Niereninsuffizienz arbeiten weiterhin in Voll- oder Teilzeit. Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zustimmt und Sie sich gesund genug fühlen, sollten Sie Ihre berufliche Tätigkeit fortsetzen.
Ihr Behandlungsplan kann in vielen Fällen an Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst werden.
In der Regel können Sie Ihr Studium fortsetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Dialyseteam über Ihre Situation – es wird versuchen, die Dialysezeiten so zu planen, dass sie mit Ihren Vorlesungen und Seminaren vereinbar sind.
Tatsächlich empfinden viele Dialysepatient*innen Traurigkeit, Depression oder Angst. Besonders zu Beginn der Dialyse treten Stimmungsschwankungen häufiger auf. Das kann sowohl Sie selbst als auch Ihre Angehörigen belasten.
Ignorieren Sie die negativen Gefühle nicht, sondern versuchen Sie sie zu akzeptieren und zu teilen. Offen über Ihre Gefühle zu sprechen ist wichtig für ihre mentale Gesundheit und für Ihre Lieben. Nur so können Freunde und Familie Ihr Verhalten verstehen und Sie angemessen unterstützen.
Eine chronische Erkrankung wie Nierenversagen betrifft immer auch die Angehörigen. Auch sie haben Ängste und müssen lernen, sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Gegenseitiges Verständnis, Nachsicht, Empathie und Humor helfen bei den alltäglichen Herausforderungen.
Nehmen Sie bei negativen Gefühlen auch professionelle Hilfe in Anspruch. Vertrauen Sie sich Ihrem Betreuungsteam an. Sie kennen die emotionalen Höhen und Tiefen von Dialysepatient*innen und können Ihnen helfen, damit umzugehen.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hilfsangebote, um den Herausforderungen der Dialyse zu begegnen, damit Sie jenseits der Behandlung ein erfülltes Leben führen können.
Viele Patient*innen empfinden es als hilfreich, mit anderen Betroffenen zu sprechen und zu erfahren, wie sie mit der Situation umgehen. Wenden Sie sich dafür an Ihre lokale Nierenpatientenvereinigung.
Im Dialysezentrum stehen Ihnen jederzeit qualifizierte Pflegekräfte und Ärzt*innen zur Verfügung, mit denen Sie über Ihre Sorgen sprechen können.
Darüber hinaus bestehen Kontakte zu Psycholog*innen sowie zu Fachkräften aus der Ernährungsberatung und Sozialarbeit, falls Sie spezifische Unterstützung benötigen.
Es gibt auch Selbsthilfegruppen, denen Sie sich anschließen können. Alle Mitarbeitenden verfügen über umfangreiche Erfahrung und werden Ihnen zuhören und helfen.
Tausende Patient*innen haben die schwierige Anfangsphase erfolgreich gemeistert und führen ein glückliches Leben – auch mit Nierenversagen.
Seien Sie gewiss: Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.