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Berliner Notfallsieb
Wenn viele Schwerverletzte gleichzeitig versorgt werden müssen, zählt vor allem die schnelle Verfügbarkeit der richtigen Instrumente. Das Berliner Notfallsieb bündelt essenzielle OP-Instrumente für die chirurgische Erstversorgung und kann so die Vorbereitung im Massenanfall von Verletzten vereinfachen.
Ein Massenanfall von Verletzten (MANV) beschreibt eine Lage, in der plötzlich so viele Menschen gleichzeitig medizinische Hilfe benötigen, dass auch leistungsfähige Rettungs- und Versorgungssysteme an ihre Grenzen stoßen.
In solchen Situationen müssen zivile Kliniken einen wesentlichen Teil der Versorgung übernehmen und zugleich ihre regulären Versorgungsaufgaben aufrechterhalten. Die Diskussion über MANV-Lagen reicht heute über klassische Einzelereignisse hinaus. Belastungen können sich unter anderem aus Sabotageereignissen, Anschlägen, Fluchtbewegungen und einer parallel aufrechtzuerhaltenden Regelversorgung ergeben.
Für die Versorgung von Schwerstverletzten mit Blutungen in mehreren großen Körperhöhlen werden Instrumente aus unterschiedlichen chirurgischen Disziplinen benötigt. In der Praxis bedeutet das, dass für einen einzelnen Betroffenen mehrere Instrumentensiebe zeitgleich verfügbar sein müssen.
Die vorhandene Struktur zeigt, dass bereits für die Akutversorgung zahlreiche Siebe und Zusatzsiebe aus mehreren Fachbereichen zusammengeführt werden müssen, etwa aus Allgemeinchirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie und Unfallchirurgie. Diese Komplexität kostet Zeit und erhöht den organisatorischen Druck in einer Situation, in der schnelle Verfügbarkeit entscheidend ist.
Statt einzelne Instrumente oder Siebe im Akutfall aus mehreren Disziplinen zu kombinieren, braucht es im MANV standardisierte und schnell verfügbare Lösungen. Je höher die Zahl der gleichzeitig zu versorgenden Patienten, desto schneller stoßen konventionelle Bereitstellungswege an ihre Grenzen.
Unter Federführung der Charité wurde in Berlin das Konzept standardisierter Notfallsiebe entwickelt. Ziel ist es, die Akutversorgung nicht über die zeitkritische Kombination zahlreicher regulärer Instrumentensiebe zu organisieren, sondern über interdisziplinär konfigurierte Sets, die für die schnelle Bereitstellung in einem mobilen Notfallwagen gelagert werden.
Das Berliner Notfallsieb besteht aus zwei Containern mit insgesamt rund 170 Instrumenten und bündelt die Inhalte mehrerer Disziplinen in einem standardisierten Set. Es enthält essentielle chirurgische Basisinstrumente für die Blutstillung und das Öffnen von Körperhöhlen.
Beispielhafte Inhalte:
Die Standardisierung reduziert die Komplexität in der Vorbereitung und vereinfacht die Bereitstellung im Akutfall. Statt mehrere reguläre Siebe kurzfristig zu koordinieren, steht ein interdisziplinär vorkonfiguriertes Set für die schnelle Anwendung bereit.
Nutzenargumente sind zum Beispiel:
Das Konzept ist besonders relevant für Kliniken und Einrichtungen, die sich auf außergewöhnliche Versorgungslagen vorbereiten und ihre Resilienz in Krisenszenarien stärken wollen. Dazu zählen Kliniken, die im Krisenfall einen hohen Anteil an ziviler Notfallversorgung übernehmen und zugleich komplexe chirurgische Erstversorgung sicherstellen müssen:
MANV steht für „Massenanfall von Verletzten“. Gemeint ist eine Lage, in der so viele Menschen gleichzeitig medizinische Hilfe benötigen, dass reguläre Versorgungsstrukturen an ihre Grenzen geraten.
Bei Schwerstverletzten werden häufig gleichzeitig Instrumente aus mehreren chirurgischen Fachbereichen benötigt. Die kurzfristige Bereitstellung vieler verschiedener Instrumentensiebe kostet Zeit und wird mit steigender Patientenzahl schnell zum Engpass.
Das Berliner Notfallsieb ist ein standardisiertes, interdisziplinär konfiguriertes Instrumentenset für die schnelle chirurgische Erstversorgung im Ernstfall. Es wurde unter Federführung der Charité entwickelt und ist für die schnelle Bereitstellung im mobilen Notfallwagen vorgesehen.
Ein standardisiertes Notfallsieb kann die Vorbereitung vereinfachen, die Verfügbarkeit relevanter Instrumente beschleunigen und die organisatorische Komplexität in zeitkritischen Versorgungslagen reduzieren.