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3D versus 2D Laparoskopie
Wenn neue medizinische oder technische Innovationen in die klinische Praxis Einzug halten, besteht anfangs häufig Uneinigkeit über ihren tatsächlichen Nutzen. Beim Vergleich zwischen 3D- und 2D-Laparoskopie hingegen fällt das Urteil eindeutig zugunsten der 3D-Technologie aus.
Optimierungspotenzial besteht lediglich bei der Frage, wie schnell Chirurg*innen sich an die neue Technologie gewöhnen und wie rasch die Bildverarbeitung erfolgt.
Die Vorteile der 3D-Laparoskopie liegen insbesondere in der besseren Tiefenwahrnehmung und der damit verbundenen Risikoreduktion bei chirurgischen Eingriffen. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht bietet die 3D-Technik erhebliche Effizienzvorteile.[8, 9]
3D-Visualisierungssysteme existieren seit fast zwei Jahrzehnten, doch die aktuelle Fachliteratur spricht von einer Renaissance der 3D-Bildgebung, die seit einigen Jahren anhält.
Immer mehr führende Hersteller bringen 3D-Systeme für die Laparoskopie auf den Markt. Zudem hat die fortschreitende technische Weiterentwicklung zu einer steigenden Nachfrage nach dieser Technologie geführt – mit zugleich positiven Auswirkungen auf die Preise.
Ein wesentlicher Fortschritt liegt in der verbesserten Bildqualität, die durch die erhöhte Rechenleistung moderner Systeme ermöglicht wird – eine Entwicklung, die auch in der digitalen Mikroskopie zu beobachten ist. Visualisierungen dieser Qualität hätten vor zwanzig Jahren noch wesentlich größere und teurere Geräte erfordert.[2] Heute sind 3D-Laparoskopie-Systeme zu wirtschaftlich tragbaren Preisen erhältlich.[3]
Ein Blick in die Kliniken zeigt: Die 3D-Laparoskopie wird zunehmend populär – nicht zuletzt, weil sie auch für weniger erfahrene Chirurg*innen leicht zu erlernen ist.[4]
Im Vergleich zur 2D-Laparoskopie bewerteten Chirurg*innen insbesondere die räumliche Tiefendarstellung als großen Vorteil – ein entscheidender Faktor für die erhöhte Sicherheit während des Eingriffs.[5]
Die Darstellung retroperitonealer Nervenstrukturen war deutlich verbessert, während die Visualisierung von Uterus, Harnleiter und Blutgefäßen weniger stark profitiert hat. Dennoch ziehen Baum et al. ein sehr positives Fazit: „Die Arbeit mit 3D-Laparoskopie verschafft Chirurg*innen erhebliche Vorteile gegenüber 2D-Systemen. Die räumliche Darstellung der Bilder entspricht der tatsächlichen Anatomie deutlich besser.“ [5]
Weitere Vorteile der 3D-Technologie sind die verbesserte Hand-Auge-Koordination sowie die höhere Präzision. Dadurch können Chirurg*innen exakter und mit weniger Fehlern arbeiten und selbst feinste Gewebestrukturen voneinander trennen. Vor allem weniger erfahrene Chirurg*innen profitieren von diesen Vorteilen.[7] Sie können die Eingriffe und die damit verbundenen anatomischen Besonderheiten schneller und effektiver erlernen.
Die finanziellen Vorteile für Krankenhäuser liegen auf der Hand: In einigen Fällen reduziert sich durch deutlich kürzere Operationszeiten der Bedarf an Anästhetika. Darüber hinaus können auch vorhandene Laparoskopie-Instrumente, beispielsweise alle mit geradem Design, mit der 3D-Technologie verwendet werden. Dies senkt sowohl die Investitions- als auch die Wartungskosten.[7]
Mögliche Nachteile betreffen die subjektive Gewöhnung der Chirurg*innen an den Blick durch die 3D-Brille sowie die noch schnellere Datenverarbeitung. Insgesamt sind die Vorteile der 3D-Laparoskopie jedoch unverkennbar.
Offenbar war diese Entwicklung bereits absehbar, noch bevor sich die Technologie flächendeckend in der klinischen Praxis etabliert hatte. So heißt es im Tagungsband des 51. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (1.-5. Oktober 1996, S. 247):
„Abgesehen von finanziellen Aspekten ist es schwer nachzuvollziehen, warum nicht alle Chirurg*innen unmittelbar auf die dreidimensionale Bildgebung umstellen – schließlich entspricht sie der visuellen Wahrnehmung, die unserem natürlichen Sehen entspricht.“[4]
Die Laparoskopie hat die Chirurgie im Vergleich zu offenen Verfahren grundlegend revolutioniert – insbesondere durch die Reduktion von Komplikationen. Durch innovative Technologien kann die minimalinvasive Chirurgie noch weiter verbessert werden. Einen entscheidenden Fortschritt in diesem Bereich bietet die 3D-Laparoskopie.
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