H.E.L.P. Therapie Medizinische Qualität aus Erfahrung

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H.E.L.P. Therapie

H.E.L.P. ist das bewährte und etablierte B. Braun Verfahren zur Behandlung konventionell nicht ausreichend therapierbarer Fettstoffwechselstörungen. Die Basis von H.E.L.P. ist die selektive Präzipitation von kardiovaskulären Risikofaktoren.

H.E.L.P.-Apherese steht für:

  • H.eparin-induzierte
  • E.xtrakorporale 
  • L.DL
  • P.räzipitation.

H.E.L.P.-Apherese auf Basis der Lipoprotein-Präzipitation

Für eine Apherese-Therapie kommen derzeit überwiegend Patienten mit einer dokumentierten fortgeschrittenen kardio-, peripher- oder zerebrovaskulären Erkrankung und erhöhtem Lp(a)-Wert ohne Hypercholersterinämie1 in Frage. Von den zur Verfügung stehenden Verfahren ist die Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation (H.E.L.P.) eine einzigartige Therapiemöglichkeit mit klaren Vorteilen. Das H.E.L.P.-Verfahren ist ein hochselektiver Therapieansatz zur Reduktion von LDL-Cholesterin und Lp(a) bei gleichzeitig hohem Erhalt des HDL-Niveaus. Neben LDL-C und Lp(a) findet zugleich eine signifikante Reduktion weiterer arteriosklerosefördernder Faktoren wie Fibrinogen oder des Akute-Phase-Proteins CRP um ca. 60 % statt.2 (vgl. Abbildung. 1)

Abbildung 1: Effektive Behandlung von Fettstoffwechselstörungen bei gleichzeitiger Reduktion von Entzündungsparametern und Verbesserung der Mikrozirkulation.

Durch das Absenken erhöhter Lipidfraktionen wie Gesamtcholesterin, LDL oder Triglyceride und Fibrinogen verringert die H.E.L.P.-Apherese die Blut- und Plasmaviskosität nach einmaliger Anwendung bereits um ca. 20 %. Auch die Erythrozytenaggregation wird signifikant verringert. Dies führt zu einer verbesserten Mikrozirkulation.3

Wenn konventionelle Therapien bei Mikrozirkulationsstörungen nicht zum Erfolg führen, kann die H.E.L.P. Apherese eingesetzt werden. Als Beispiel sind hier der akute Hörsturz oder die trockene altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu nennen.4,5

H.E.L.P. - Lipoproteinpräzipitation – So funktioniert das H.E.L.P.-Verfahren

Beim H.E.L.P.-Verfahren (Abbildung 2) wird im ersten Schritt das Plasma von den übrigen Blutbestandteilen getrennt. Danach werden Heparin und ein Azetatpuffer hinzugefügt, wodurch der pH-Wert des Plasmas sinkt. Hierdurch ändert sich die Oberflächenladung von LDL, Lp(a) und anderen Stoffen, was zu einer verstärkten Bindung an das eingesetzte Heparin führt.

Abbildung 2: Prinzip der Präzipitation.

Abbildung 2: Prinzip der Präzipitation.


Die Senkung des Plasma pH-Wertes führt zur Ausfällung verschiedener relevanter Blutplasmaproteine bei einem pH-Wert von 5,12 (Abbildung 3). Die entstehenden Präzipitate werden herausgefiltert und anschließend aus dem Plasmakreislauf entfernt. Das überschüssige Heparin wird durch Adsorption eliminiert. Durch Entfernung der Pufferlösung mittels einer Dialyse wird im Anschluss der physiologische pHWert wiederhergestellt. Das gereinigte Blut wird dem Patienten schließlich am Ende der Behandlung wieder zugeführt. Es besteht keine Kontraindikation in Bezug auf ACE-Hemmer. Bis heute wurden mehr als 500.000 H.E.L.P.-Behandlungen erfolgreich durchgeführt.

Abbildung 3: Fällungsverhalten in Abhängigkeit vom pH-Wert 6

1 G-BA Beschluss vom 19.08.2008
2 Buuren, van F et al 2012, HELP apheresis in hypercholesterolemia and cardiovascular disease: efficacy and adverse events after 8,500 procedures. Clin Res Cardiol Suppl 7:24–30; Zanetti et al 2014, HELP LDL apheresis reduces plasma pentraxin 3 in familial hypercholesterolemia. PLoS ONE 9(7): e101290. 3 Walzl et al 1998. Atherosclerosis 139 (1998) 385-389.4 Suckfuell 2002, Lancet; 360: 1811-17
3 Walzl et al 1998, Effects of ameliorated haemorheology on clinical symptoms in cerebrovascular disease. Atherosclerosis 139 (1998) 385-389.
4 Suckfuell 2002, Fibrinogen and LDL apheresis in treatment of sudden hearing loss: a randomised multicentre trial. Lancet; 360: 1811-17
5 Ali et al. 2008, Heparin-induced Extracorporeal Lipoprotein Precipitation (HELP) Therapy for Dry AMD. Retina Today, 9/10: 72-75
6 Armstrong, VW 1994. Die säureinduzierte Präzipitation von Low-Density-Lipoprotein mit Heparin: Grundlagen zum H.E.L.P.-Verfahren. Bibliomed, Med.Verl.-Ges (zugleich Göttingen, Univ., Habli.-Schr., 1987); ISBN: 3-921958-99-7.)

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Das H.E.L.P.-Verfahren wird in zahlreichen Behandlungszentren auf der ganzen Welt eingesetzt. Ein Zentrum auch ganz in Ihrer Nähe in Deutschland finden Sie auf nachfolgender Karte.