Ernährung bei chronischer
Niereninsuffizienz

Gesundheit auf der Zunge. Lebensfreude im Herzen.

„Das geht mir an die Nieren“, sagen wir so dahin, wenn uns ein Ereignis ganz besonders betroffen macht. Diese Redensart kommt nicht von ungefähr. Denn die Niere ist für uns überlebenswichtig und erfüllt viele Funktionen in unserem gut aufeinander abgestimmten Organsystem: Geht es den Nieren nicht gut, geht es uns nicht gut …

Wenn bei Ihnen eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert wurde, ist eine abgestimmte Diät aus gutem Grund Teil eines umfassenden Behandlungsplans. Eine Ernährungstherapie kann Ihren Krankheitsverlauf und Ihre Lebensqualität positiv beeinflussen.

Auf diesen Seiten …

  • vermitteln wir Ihnen Hintergrundwissen über Nieren und Niereninsuffizienz
  • geben wir Ihnen alltagspraktische Tipps zu Ernährung und Trinkverhalten in verschiedenen Stadien der Nierenerkrankung
  • schreiben wir, was Sie für Ihre Lebensqualität bei chronischer Nierenerkrankung tun können.

Chronische Nierenerkrankungen – Geräuschlos. Symptomlos. Sprachlos.

Patientin mit chronischer Niereninsuffizenz am Fenster mit Partner

Meistens schleicht sie sich leise und unbemerkt in unser Leben:  Niereninsuffizienz verläuft zunächst ohne eindeutige Symptome und bleibt deshalb in vielen Fällen lange unerkannt. Umso unvorbereiteter trifft die Diagnose die Betroffenen und raubt vielen erst einmal die Sprache.

Chronische und terminale Niereninsuffizienz

Was bedeutet das überhaupt? Bei einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) ist die Funktion der Nieren irreversibel eingeschränkt. Versagen die Nieren dauerhaft, sprechen Mediziner*innen von terminaler Niereninsuffizienz. Bei dieser Diagnose ist ein Leben ohne Nierenersatztherapie – Hämodialyse, Peritonealdialyse oder Nierentransplantation – nicht mehr möglich.

Fakten über Niereninsuffizienz

➤ Mehr als 100.000 Menschen sind in Deutschland von terminaler Niereninsuffizienz betroffen.

➤ 80.000 von ihnen leben mit einer Nierenersatztherapie.

➤ Mehr als 20.000 haben eine Spenderniere erhalten, sind also organtransplantiert.

Fortschritte in der Nierenersatztherapie, der medikamentösen Behandlung und eine angepasste Ernährung tragen dazu bei, dass Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz ein durchaus aktives Leben führen können. Alles in allem bleibt sehr viel möglich.

Warum gerade ich? Warum gerade jetzt? 

Ursachen chronischer Nierenerkrankungen

Diese Fragen stellen sich viele Menschen, gerade weil chronische Nierenerkrankungen meist schon fortgeschritten sind, wenn sie erkannt werden. Viele Erkrankungen können zu chronischer Niereninsuffizienz führen, ganz vorn dabei:  Diabetes, chronische Nierenentzündung, Bluthochdruck und Gefäßschäden.

Arzt erklärt Patientin mit Niereninsuffizienz am Nierenmodell ihre Nierenerkrankung
Je mehr Sie über Ihre Erkrankung wissen, desto mehr können Sie aktiv zu Ihrer Gesundheit beitragen. Die Niere ist ein höchst komplexes Organ. Wenn sie versagt, sind die behandelnden Ärzt*innen auf die Mitarbeit der Betroffenen angewiesen.

Die Nieren – multitaskingfähig, hochpräzise, leistungsstark

Schon der Ausdruck „etwas auf Herz und Nieren prüfen“ gibt eine erste Idee von der Bedeutung dieses Organs. Unsere Nieren haben eine ganze Reihe teils lebenswichtiger Funktionen zu erfüllen. Sie

  • entsorgen Abfallstoffe
  • entfernen überschüssige Flüssigkeiten
  • regulieren den Säure-Basen-Haushalt
  • regulieren den Elektrolytpegel
  • regulieren den Blutdruck
  • regulieren die Produktion roter Blutkörperchen
  • regulieren den Knochenmetabolismus.

Bis zu 300 mal pro Tag filtern die Nieren unser gesamtes Blut. 

Je nach Gewicht zirkulieren 4,5 bis 6 Liter Wasser in unserem Körper. Damit reinigen unsere Nieren jeden Tag bis zu 1.800 Liter Blut – das entspricht einem kleinen Pool.

Niereninsuffizienz: Aufbau der menschlichen Niere
Aufbau der Niere.

Nierenersatztherapien bei chronischer Niereninsuffizienz – Wie will ich leben?

Wenn die Nieren ihre lebenswichtigen Aufgaben nicht mehr erfüllen können, muss dieser Funktionsverlust kompensiert werden. Bei terminaler Niereninsuffizienz gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten der Nierenersatztherapie:

  1. Die Hämodialyse (HD), auch als Heimdialyse
  2. Die Peritonealdialyse (PD)
  3. Die Nierentransplantation

Hämodialyse und Peritonealdialyse haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, welche dieser Nierenersatztherapien besser für Sie geeignet ist.

Aus einer Studie aus dem Jahr 2017 ging hervor, dass bei der Wahl der Behandlungsform für PD-Patienten der Erhalt der Selbständigkeit ein wichtiges Kriterium war. HD-Patienten bewerteten unter anderem die Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal als für sie bedeutsamen Aspekt. Hinsichtlich der empfundenen Lebensqualität gab es allerdings keine bemerkenswerten Unterschiede zwischen Peritoneal- und Hämodialysepatienten.

Vor allem zeigte die Studie, wie wichtig es ist, dass Ärzt*innen ausführliche Aufklärungsgespräche führen und sie die dialysepflichtigen Betroffenen aktiv in die Entscheidung einbeziehen:

Die Menschen, die selbst in die Wahl der Nierenersatztherapie involviert waren, zeigten – verfahrensunabhängig – eine längerfristige Zufriedenheit mit ihrer Behandlung.

Suchen Sie also unbedingt den Dialog mit Ihrem behandelnden Ärzteteam, wenn es um die Wahl des Dialyseverfahrens geht. 

An eine Nierentransplantation knüpfen sich für viele dialysepflichtige Menschen große Hoffnungen.

Allerdings: bei einer Transplantation gilt es, viele Faktoren zu bedenken. Vor allem ist es gut, sich klar zu machen, dass dieser Weg Zeit braucht. Denn nach wie vor sind die Wartelisten lang. 

7148 Menschen standen am 31.12.2019 in Deutschland auf der Liste für eine Nierenspende.

2132 Nieren wurden im Jahr 2019 transplantiert, davon waren 560 Lebendspenden.

Sie wollen mehr über die verschiedenen Nierenersatztherapien erfahren? Klicken Sie sich einfach weiter:

Nierengesund ernähren

Sie sind daran interessiert, sich therapiegerecht zu ernähren?

In der Therapie von Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz spielt Ernährung eine zentrale Rolle. 

Erfahren Sie, wie Sie sich richtig ernähren, solange Sie noch keine Nierenersatztherapie erhalten bzw. was Sie bei der Ernährung beachten müssen, wenn Sie zur Dialyse gehen.

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